MiNr. 20 - 6 Kr. braun

  • Hallo,


    eine m.E. gerade auf Brief sehr seltene und deutlich unterbewertete Marke möchte ich heute vorstellen.
    Am 1. Okt. 1868 wurde eine braune 6 Kr-Marke in Wappenzeichnung verausgabt, in der Literatur als "Ergänzungswert" bezeichnet. Die Entfernungsrayons und die 3 Kr.-Gewichtssteigerungsstufen waren schon längst abgeschafft, und somit kein wirklicher Grund für diese Ausgabe vorhanden, sieht man einmal von der eher exotischen (und teuren) Variante der Einzelfrankatur im 30 km-Grenzbereich der Pfalz zu Frankreich - seit 1. Juli 1858 - ab. Vielleicht wollte die bayer. Postverwaltung mit dieser Marke den PE die Möglichkeit geben, die Bestellung selten benötigter 12 Kr.-Werte zu umgehen.
    Einzelfrankaturen innerhalb Bayerns bzw. in die Vertragsstaaten kann es also nicht geben, und auch Mehrfrachfrankaturen sind sehr selten und gesucht (denkbar hier die 12 Kr-Frankatur nach Frankreich, dargestellt mit 2 Exemplaren der MiNr. 20).
    Mein Brief ging von Röhrnbach nach Passau und deckt mit 7 Kr. die Gewichtsprogression 1 - 15 Loth ab, normalerweise dargestellt mittels einer blauen 7 Kr-Marke (MiNr 21 oder 25). Hier als Kombination der MiNr 14 und 20, entwertet mit schwach abgeschlagenem gMR 432.

  • Hallo mikrokern,


    schöner Brief, aber es gab auch die Möglichkeit, andere grüne Marken als Auffrankatur zu verwenden, wie hier am 16.5.1871 von Regensburg nach Eppstein (Hessen).


    Deiner hat noch den Vermerk "Mit Unterbund", so dass ihm Schriften oder eine kleine Akte untergebunden worden war. Dazu hätte man die beiden Marken mit je einem Abschlag des Mühlrades entwerten müssen, was man unterließ.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo sys1849,


    sehr schöner Brief und dann noch mit dem nicht oft so gut abgeschlagenen Rahmenstempel von Immenstadt - der hat Klasse!


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayernfreunde,


    die hier gezeigten Briefe mit der schwierigen Nr. 20 können sich alle sehen lassen. Insbesondere der von sys1849 mit der MeF gefällt mir sehr gut. Und auf eine portogerechte Einzelfrankatur werden wir hier im Forum bestimmt umsonst warten - es gibt ja nur ganz wenige.


    Eine Farbfrankatur mit einer Nr. 14a kann ich auch zeigen:
    Der Brief lief als innerbay. Brief der 2. Gewichtsstufe (über 1 Loth bis 15 Loth einschl.) von München ins nahe Freising.


    Ich habe den Brief im letzten Jahr auf der Messe in Essen gekauft. Auf dem dem Brief klebte noch ein kleiner Ausschnitt aus einem alten Auktionskatalog (von mir jedoch vorsichtig entfernt) "Brief 6 Kr. braun u. 1 Kr. grün: breitr. prachtvoll gest. als Paar gekl. ff Kab.-Brief 32,-" - Bei 32,- handelte sich mit Sicherheit um einen alten DM-Preis. Solche Zeiten hätte man gerne wieder.


    Viele Grüße
    Bayern-kreuzer

  • Lieber Hasselbert,


    der wurde einem armen Sammler wie mir leider etwas zu teuer (ich war ja im Saal, aber das hat auch nichts genutzt).


    Nach dem PV Bayern - Frankreich vom 1.7.1858 kosteten Nahbereichsbriefe Pfalz - Elsaß bzw. Pfalz - Lothringen nur 6 Kr. je 10g, die hälftig zwischen beiden Postverwaltungen zu teilen waren. Es sind nur 3 korrekt frankierte Briefe mit EF dieser Marke bekannt (wenn man von den ganz wenigen unterfrankierten Poststücken absieht).


    So einer fehlt mir noch in meiner Bayern - Frankreich - Sammlung ... :rolleyes:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen!


    Diese Briefvorderseite hatte ich in einem anderen Forum schon mal gezeigt, trotzdem hier nochmal:


    3.12.1868 von Nürnberg nach Genf mit Mi.Nr.20 + 14.


    Schöne Grüße


    Bayern-Nerv Volker

    Bilder

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo Bayern-Nerv,


    schöne VS - aber wo war der Mühlradstempel 356 in Nürnberg? Mal wieder vergessen ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo mikrokern;


    wieso denn "fast schäme"? Das verstehe ich nicht.


    Das sind doch alle ausnahmslos gut geschnittene und schön gestempelte Marken!



    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Hallo mikrokern,


    für diese elitäre Auswahl brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Aber das du keinen gM hast, sagt schon etwas über die Seltenheit dieser Kombination aus.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,
    ok, die Qualität der Marken ist schon gut, das war auch nicht der Punkt...
    Vielleicht ist "schämen" der falsche Ausdruck- wollte damit sagen, dass ich seit längerem mit aussagelosen Einzelmarken eben nichts mehr anfangen kann, und heute bereue, das Geld damals nicht in gute Briefe investiert zu haben.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Hallo mikrokern,


    besser spät, als nie ... ;) Die Herren Sem, Deider, Rauhut und Feuser nehmen gerne gepflegte Einlieferungen entgegen und verrechnen mit eingekauften Briefen. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen!


    hm, nachdem ich mir die letzten Beiträge durchgelesen habe, schäme ich mich auch ob der "aussagelosen gepflegten elitären, schön geschnittenen und schön gestempelten Einzelmarken" in meiner Sammlung und zittere jetzt schon ob der harschen Kritik an denselben ;) 8) :D ;( :love: .So gut wie mein gesamter Bestand liegt hier jetzt auf dem Scanner!!!


    Wünsche allen eine gute Nacht!


    Schöne Grüße


    Bayern-Nerv Volker

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  • Hallo zusammen!


    Hier ein Neuzugang von heute: Nr. 20 mit HKS Ermetzhofen.


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

    Bilder

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  • Hallo,
    zeige hier einen Brief, frankiert mit einem Paar der MiNr 20, aus Augsburg nach Marseille vom 27. Jan. 1870, Ankunft 30. Jan. 1870.
    Der Augsburger Postbeamte wohl gedanklich wohl noch in 1869, da sein Stempel vom Bahnhof Augsburg noch die Jahreszahl "69" aufweist.
    Für mich ungewöhnlich ist der Leitweg über Saarbrücken/Forbach und Paris, zumindest lese ich den schwach abgeschlagenen vorderseitigen Stempel als "Forbach". Dazu passt auch der rückseitige Durchgangsstempel aus Paris. Ich hätte als Leitweg ab Augsburg in den tiefen Süden Frankreichs den Transit durch Baden/Württemberg, umkartieren in Strassburg, sodann via Lyon nach Marseille erwartet.
    Ungewöhnlich oder normal?

  • Lieber mikrokern,


    es ist der Stempel "Bavière - Strasb." und das war die Regel. Briefe aus Schwaben über Forbach kenne ich nicht - es gab auch keinen Paketschluß zwischen diesen beiden Poststellen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen!


    Hier noch ein Neuzugang für die MR-Sammlung vom heutigen Tausch.


    Schöne Grüße vom bayernfarbenvielfaltverrückten
    Bayern-Nerv Volker

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