Landfried-Korrespondenz

  • Liebe Sammelfreunde


    da in letzten Zeit immer wieder Belege aus einigen AD-Staaten an den Emfänger "P.J. Landfried" adressiert angeboten werden, ist es eventuell sinnvoll, mal diese Belege in einem besonderen Thread zu stellen.


    Dazu beginne ich mit einem 0815-Beleg, welcher am 14.09.1861 am Magdeburger Bahnhof aufgegeben wurde. Die Siegelseite zeigt nichts...
    Gelaufen ist er nach Rauenberg und als Portobrief sind richtig 12 Kreuzer ausgewiesen worden für einen einfach schweren Brief über 20 Meilen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    ein paar Briefe an ihn habe ich auch - werde ich mal sukzessive einstellen. "Normale" sind aber nicht dabei ... :D


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch,
    Liebe Sammelfreunde,


    hier ein weiterer Brief vom 11.10.1862 als barfrankierter Charge-Brief von Magdeburg. (2 Sgr Charge + 3 Sgr Franco)
    Eine Chargenummer sucht man hier verzweifelt.


    Siegelseitig ist zwar eine "25" notiert worden, jedoch nicht die Einlieferungschargenummer.
    Es scheint auch ein Halbkreiser abgeschlagen worden zu sein - direkt darunter - rechts daneben ein Stempel von Wiesloch einen Tag später.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    ein hübsches Stück! War die Notierung der Reconummer nicht Pflicht in Preußen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch


    Briefpost ist leider nicht so mein Ding - jedoch scheint man diese öfters nicht notiert haben.
    Dazu noch ein Brief vom 23.08.1862, ebenfalls ein barfrancierter Charge-Brief aus Magdeburg. Auch hier fehlt eine Chargenummer!


    Siegelseitig scheint ein roter Stempel von Heidelberg darauf zu sein (Bild4) - auch ist vorderseitige eine "2" vorhanden - eventuell Botenlohn?


    Laut Inhalt ist unten links notiert worden:
    "4 Wechsel charge ? franco" - also betrog man die Post!


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    wieder ein tolles Stück! Es könnte ein roter Heidelberger sein - vlt. weiß unser HD - Experte balf_de mehr darüber oder kann den Stempel erkennen.


    Der Versand von Valoren oblag der Fahrpost - hier hat man die schnellere und günstigere Briefpost gewählt, was auch eine schöne Contravention ist.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammelfreunde


    damit auch die "Bayern" was haben: :)
    Ein Paketbegleitbrief, welcher in Kraisdorf geschrieben, in Ebern am 27.05.1868 aufgegeben wurde.
    Das Paket war ein Leichtgewicht von 12 2/10 Loth und der Inhalt hatte einen declarierten Wert von 250 Florin an Gold? :?:


    Siegelseitig wurde P7 - also die 7.Progressionstufe notiert.
    Danach waren 18 Kreuzer Mindestfahrposttarif + 14 Kreuzer Werttaxe = 32 Kreuzer zu zahlen. Dies erfolgte auch durch den Absender.


    Die Entfernung beträgt jedoch 177 km, also noch unter 24 Meilen und zu Zeiten des NDP wäre es richtig die 5. Progressionsstufe. Hierfür wäre ebenfalls nur 14 Kreuzer Mindestfahrposttarif angefallen. Damit zahlte der Absender meines erachtens 4 Kreuzer zuviel.
    Zu Zeiten des DÖPV entspräche P7 einer Entfernung von 24 bis 28 Meilen. Da es hier grenzwertig ist, könnte somit die "falsche" Entfernungs-Liste benutzt worden sein, zeitlich gesehen.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo zusammen!


    Das sind ja ganz außerordentliche Briefe, de da nach Rauenberg liefen. Da in letzter Zeit eine größeres Konvolut aus der Landfried-Korrespondenz auf den Markt kam, gehe ich davon aus, dass man irgendwo einen "Dachboden" aufgeräumt hat ...

    Es könnte ein roter Heidelberger sein - vlt. weiß unser HD - Experte balf_de mehr darüber oder kann den Stempel erkennen.

    Es gibt einen ähnlichen Einzeiler bei der Heidelberger Fahrpost, den ich aber nur bis zu den 1850er Jahren in Rot kenne. Ist es auch möglich, dass bei der Aufgabe des Briefs die Tinte des Chargé-Stempels nicht trocken war?


    Famile Landfried wohnt(e) nicht in Rauenberg sondern in Heidelberg. Von daher enthält mein Beitrag zu diesem Thread in erster Linie Briefe aus der Privatkorrespondenz der reiselusteigen Frau Emma Landfried.


    Einen Geschäftsbrief aus dem Jahr 1862 kann ich zeigen, der aus Preussen kommend über Heidelberg nach Rauenberg lief. Und zwar ganz normal als Portobrief mit der Briefpost: 9 Kreuzer für die Beförderung im Postverein plus 3 Kreuzer Zuschlag für den Portobrief, je 1 Kreuzer Bestellgeld + Landposttaxe.


    Viele Grüße von balf_de

  • Lieber balf_de,


    eine schöne Strecke hast du da zusammen - prima. Wären doch nur alle so gerne und oft verreist, wie Frau Landfried.


    Ich glaube nicht, dass dein roter Fahrpoststempel von HD auf @Magdeburgers Brief prangt - das sieht mir eher wie ein Rahmenstempel aus.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ihr Lieben


    nach dem Tip von @Bald_de habe ich mal versucht, den unklaren Stempel zu spiegeln und über den Reko-Stempel gelegt. Es ist nicht viel zu erkennen, aber es spricht einiges dafür, dass dies so ist.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    ein Fahrpostbrief, wie ich es liebe, oder auch nicht...
    Im Gegensatz zur Briefpost, gibt es kaum Anhaltspunkte, wie dieser nun gelaufen sein könnte.


    Bei dem Leichtgewicht von 9 Loth, können auch nur die Mindestfahrposttarife angefallen sein.


    Laut Anschlußvertrag Badens zum DÖPV im Bezug zur Fahrpost aus Preussen, ist nur angegeben, dass diese über Bayern bzw. Thurn und Taxis laufen.


    Eine Leitung über Erfurt - Gotha - Heppenheim - Weinheim - Rauenberg ist am wahrscheinlichsten.
    Magdeburg - Erfurt ca 18 Meilen - 7 Kreuzer
    Transit durch Taxis 35 Meilen - festgesetzte Länge - 11 Kreuzer von Gotha bis Heppenheim
    Weinheim - Rauenberg kanpp 5 Meilen - 4 Kreuzer
    Gesamt 22 Kreuzer - 2 Kreuzer Differenz


    Möglich wäre auch folgende Leitung:
    über die Pfalz, so dass für Preussen bis Baumholder knapp 55 Meilen - 11 Kreuzer
    Transit Pfalz (12 Meilen) ab Cusel bis Taxgrenzpunkt Mitte Speyer - Waghäusel - 7 Kreuzer
    von dort bis Rauenberg 4 Kreuzer anfallen
    Gesamt 22 Kreuzer - 2 Kreuzer Differenz


    Siegelseitig sind 2 Kreuzer Bestellgeld angeschrieben.
    Für beide Leitungen wären somit 24 Kreuzer gesamt plausibel.


    Die vorderseitigen 7 Kreuzer können für die preussischen Gebühren bis Erfurt, oder für den Transit Pfalz an geschrieben wurden sein.
    Persönlich halte ich die erste Leitung für wahrscheinlicher - die roten 7 Kreuzer passen irgendwie besser zu Preussen.


    Für die, die es interessiert, gibt es noch zwei weitere Wege, hier jedoch ausgeschlossen:
    über Leipzig - Plauen - Hof - Würzburg - Gerichsheim - Rauenberg
    Preussen 7 Kreuzer + Sachsen 7 Kreuzer + Bayern 11 Kreuzer + Baden 7 Kreuzer = 32 Kreuzer
    über Gefell - Hof (inkl. Transit Taxis 7 Meilen) - Würzburg - Gerichsheim - Raueneberg
    Preussen 7 Kreuzer + Taxis 4 Kreuzer + Bayern 11 Kreuzer + Baden 7 Kreuzer = 29 Kreuzer


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    über die Pfalz lief der sicher nicht ... ;)


    Waren 7 Sgr. nicht genau 24 Kreuzer? Dann also Portobrief, oder?


    Die Leitung wird den Gleisen gefolgt sein - wie die Briefpost auch.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch


    also 7 Sgr sind bei der Fahrpost 25 Kreuzer.
    Rein in Sgr wären nur 6 angefallen (Preussen 2 Sgr - Taxis 3 Sgr und Baden 1 Sgr im Frankofalle) und das Bestellgeld ist sicher nicht am Aufgabeort bezahlt worden. So ist es ein Portobrief.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    Preußen und Taxis 5 Sgr. = 18x. Baden dann 2mal 3 = 6x, dann kämen wir auf 24x, die ja notiert wurden. Oder man hat sich verrechnet ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch


    die erste Leitung wird richtig sein, also über Erfurt - Gotha - Heppenheim - Weinheim - Rauenberg ist am wahrscheinlichsten.
    Magdeburg - Erfurt ca. 18 Meilen - 7 Kreuzer
    Transit durch Taxis 35 Meilen - festgesetzte Länge - 11 Kreuzer von Gotha bis Heppenheim
    Weinheim - Rauenberg knapp 5 Meilen - 4 Kreuzer
    Gesamtfahrpost 22 Kreuzer - 2 Kreuzer Differenz = Bestellgeld in Baden = 24 Kreuzer rheinisch wie notiert.


    Man hat sich somit nicht verechnet.


    Die Abrechnung erfolgt zwischen Preussen und Taxis in Sgr, der Rest wird in rheinische Kreuzer sein, also zwischen Taxis und Baden.
    In 1. DÖPV-Vertrag sind die Werte in Kreuzer C.M. angegeben wurden - leider nicht in rheinischer Währung.
    Damit sind die Mindestfahrposttarife 4 - 7 und 11 Kreuzer rheinisch, was in den entsprechenden Verträgen auch so angegeben wurde. Direkt wird auf den 24 1/2 Gulden - Fuß bei der Fahrpost hingewiesen.


    Ich bin sicher, dass die 7 in Kreuzer rot angeschrieben wurde - hier mal auf 200 Prozent vergrößert.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    danke für die Aufklärung. 1x CM ensprach 1,2x rheinisch, aber das hat hier wohl keine Rolle gespielt.


    Der Anbieter in der Bucht hat auch (ganz wenige) Fahrpostbriefe aus Bayern nach Rauenberg. Nichts für mich, aber so häufig sind diese auch wieder nicht.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammelfreunde


    folgender Beleg erreichte mich:
    Vom 04.06.1862 von Magdeburg nach Wiesloch gesendeter barbezahlter doppeltschwerer Reko-Brief. Als Gewicht wurden 1 7/10 Loth notiert. ( 2 Sgr Rekogebühr + 6 Sgr für den Brief selbst = 8 Sgr insgesamt )


    Der Brief selbst ist auf einer doppelseite geschrieben, was heute nur noch 9 Gramm wiegt. Leider ist der Inhalt für mich fast nicht lesbar, jedoch scheint es um nicht fristgerechte Bezahlungen zu gehen. Ich vermute, dass der Brief mit "Wertsachen" beschwert gewesen sein könnte und damit wieder ein Betrug vorliegt. Anstatt als Wertbrief zu versenden, also mit der Fahrpost, wurde der Briefversand gewählt.


    Siegelseitig ist nur der Stempel von Heidelberg und Wiesloch sowie ein Bahnpoststempel vorhanden.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf


    P.S. Mich würde schon der komplette Wortlaut des Briefes interessieren, jedoch hätte ich nur einen Text mit sehr vielen Lücken.

  • Lieber Magdeburger,


    nur kurz - es ging um 2 Frachtstücke, die Probleme bereiteten beim Transport in Brandenburg bei einer Schleuse - einliegend wurden Scheine versandt, die wichtig bei der Klärung der Angelegenheit waren und den Gewichtsunterschied ausgemacht haben dürften. Es war also keine Contravention - leider!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    von Hannover hierher kopiert. Der hier stammt aus Verden an der Aller vom 2.6.1858 und ging an die bekannte Adresse Landfried in Wiesloch - Rauenberg. Die Aufgabepost taxierte ihn zuerst falsch mit 4 Groschen. Spänter korrigierte man richtig auf 12x, denn im Postverein musste immer in der Währung der Abgabepost taxiert werden.


    Die Leitung über TT (Frankfurt am Main) ist belegt und schon am 3.6. wurde er angelandet. Donnerwetter - schneller ist die Post heute auch nicht ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch