Österreich-Schweiz bis 1818

  • Hallo Sammlerfreunde,


    Grenzfrankobrief vom 31.6.1811 , von Graz über Mailand und Chiavenna (beide Lombardei Venetien), ins Engadin (Schweiz). Das österreichische Grenzfranko bis zur Grenze der Provinz Illyrien betrug nach dem Tarif vom 15.3.1811. 28 Kreuzer C.M. (2 Lot). Die 28 Kreuzer zahlte der Absender.

    Leider kann ich den Schweizer Empfangsort nicht sicher entziffern???(B)ente???

    Siegelseitig wurde (6).20 notiert (eventuell Botengebühr)?

    Weiters wurde siegelseitig etwas unleserliches notiert.

    Wie heißt der Ort im Engadin?

    Was kostete der Brief dem Empfänger?

    Bitte um eure Hilfe.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo,

    der Brief ging sicher nicht durch Illyrien, sondern über das Pustertal, Brixen nach dem Kgr Italien (nicht Lombardei-Venetien). Grundlage der Postvertrag Bayern Österreich 1808 und Bayern Kgr Italien 1809.

    Italien erhobt 40 cent Transit. Rückseitig Umrechnungen in Bludzger mit Talgebühr im Engadin, siehe Rüegg - Buch.

  • Hallo johelbig,

    vielen herzlichen Dank für die Richtigstellung:thumbup::thumbup:

    Der Leitwegsvermerk Milano hat mich wohl in die Irre geführt.

    Leider habe ich keine Literatur von Rüegg.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Grenzfrankobrief vom 10.6.1808, von Wien nach Mammertshofen (Kanton Thurgau).

    Der Absender zahlte 24 Kreuzer CM Franko bis zur bayrischen Grenze.

    Der Transit durch Bayern kostete vermutlich 14 Kreuzer Rh.

    Der Empfänger zahlte 20 Kreuzer Rh. Porto ( schwarze 20) 18x Porto + 2x Botengebühr

    Der notierte Bruch 14/18 = vermutlich bayrischer Transit 14x + 4x Schweizer Porto = 18x

    Leitweg: Wien - München - Lindau - Mammertshofen

    Wofür steht die gestrichene 12 ?

    Bitte um eure Korrektur.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    hier handelt es sich um einen hochinteressanten Brief.

    Im Juni 1808 bestanden in Bayern drei weitgehend unabhängige Postverwaltungen und Organisationen, nämlich

    1. Königlich Baierische Lehenspostanstalt in Taxisscher Pacht

    2. Königlich Baierische Tyrolische Post

    3. Königlich Baierische Post in Schwaben.


    Dein Brief wurde also durch die Königlich Baierische Lehenspostanstalt in Taxisscher Pacht nach Lindau befördert. Hierfür sind 12 Kr. angefallen. Dann wurde der Brief an die Baierische Post in Schwaben, hier Bregenz, übergeben. Von dort bis zur schweizer Grenze wurden 2 Kr. = 14 Kr. fällig. 4 Kr. dürften in der Schweiz angefallen sein. Da Mammertshofen zu dieser Zeit keine Posteinrichtung hatte, wurde er per Boten ab Arbon zugestellt, daher 20 Kr.

    Grüße

    Karl

    Einmal editiert, zuletzt von liball ()

  • Hallo Karl,

    vielen herzlichen Dank für die ausführliche Info:thumbup::thumbup:

    Da habe ich wieder so einiges dazugelernt:) !!!Super!!!

    Liebe Grüße

    Franz


    Lieber Dieter,

    ..mir gefällt er auch:thumbup::thumbup:

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo,


    hier ein fast identischer Brief, wie ihn Franz gezeigt hat. Nur lief dieser Brief vom 24.5.1808 aus Wien in das von Bayern besetzte Vorarlberg.

    In Wien wurden wieder 24 Kr. bezahlt. Die taxissche Lehenspost belastete bis Lindau 12 Kr. und die bayerische Staatspost in Vorarlberg 2 Kr. = 14 Kr. Nun kamen noch verschiedene Botenlöhne für die Beförderung in den Bregenzer Wald hinzu = 17 Kr.


    Grüße

    Karl

  • Hallo Karl,


    ein sehr schöner und seltener Brief: In den Bregenzer Wald im Jahr 1808 habe ich folgenden Portobrief aus Rheineck (Kanton St. Gallen) nach Egg im Bregenzerwald (Vorarlberg - Kgr. Bayern) vom 7. März 1808. Anfangs wurden 2 Kreuzer vermerkt. Diese wurde mit Rotschrift durchstrichen und 3 Kreuzer vermerkt. Mit Bleistift wurden die 3 Kreuzer durchstrichen und 5 Kreuzer rh. Porto vermerkt, die der Empfänger bezahlte.


    Beste Grüße,

    Hermann

  • Hallo Hermann,


    ein interessanter Brief, wobei sich die Frage stellt, wo er aufgegeben wurde.

    Den Taxierungen zu folge, muss er in Bregenz aufgegeben worden sein, da die Taxierungen mit denen auf meinem Brief ab Bregenz identisch sind.


    Grüße

    Karl

  • Hallo zusammen,

    mir ist ein Brief in die Finger geraten, der gut hierhin passt. Er lief von Wien nach Basel. Geschrieben am Nikolaustag 1800. (6.12.1800)

    Laut Taxordnung von 1798 wäre das Grenzporto 12x. Wahrscheinlich haben es die Österreicher mal wieder nicht angeschrieben. Nachdem ich alle Beiträge hier gelesen habe, denke ich 12x für Bayern und 4x Schweiz. Allerdings trägt der Brief den Stempel "von Frankfurt" , und auch noch eine für mich unleserliche Angabe in brauner Tinte über Basel.

    Für mich scheint der Leitweg über Frankfurt seltsam???

    Ist die Angabe über Basel noch eine Taxe?

    Danke im Voraus für die Hilfe.

    Torsten