• Fes - Kaiserslautern 11.09.1910

    Ganz klar sammlerischen Ursprungs ist nachstehendes Auftaktstück für die deutschen Postanstalten in Marokko. Sehr nett der Versuch des Absenders, sich im Zusammenhang mit einer Einladung zum Besuch des Dürkheimer Wurstmarktes auf pfälzisch auszudrücken (Derkemer Worschtmahd = perfekt ^^ ).

    Im Jahre 1832 wurde der Name Wurstmarkt erstmals behördlich erwähnt. Der Grund dafür war der enorme Wurstkonsum während des Festes, bei dem es sich ja eigentlich um das weltweit größte Weinfest handelt.

    Bei dem im Text erwähnten Maxburg-Fest handelt es sich um das vom 27. bis 30.05.1832 währende Fest auf dem Hambacher Schloss, dem Höhepunkt der frühliberalen bürgerlichen Opposition in der Pfalz mit der bekannten Forderung der Teilnehmer nach deutscher Einheit, Freiheit und Demokratie.

    1842 machten die königstreuen Eigentümer die Burgruine dem bayerischen Kronprinzen und späteren König Maximilian II. zum Hochzeitsgeschenk. Seither wurde diese im Volksmund auch als Maxburg bezeichnet.

    1844 begann Bayern mit dem Wiederaufbau im neugotischem Stil sowie in Anlehnung an das Schloss Hohenschwangau bei Füssen mit dessem markanten Zinnenkranz. Insofern hat sich letztendlich der Begriff Hambacher Schloss herausbildet.

    Schönen Gruß

    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,

    das ist m. E. echt gelaufener Bedarf, denn er bedankt sich ja für die prompte Lieferung von Blaupapier usw.. Das auch philatelistische Gründe dahinter stecken, verheimlicht der Schreiber ja nicht, aber das tut der Sache keinen Abbruch.

    In vorliegender Qualität noch dazu mit der anhängenden Karte wird es jedenfalls schwer, ein vergleichbares Zweitstück zu finden.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    P.S. Die Paketkarte von der Pfalz nach Fes für das Kohlepapier hätte ich auch mal gerne gesehen ... :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

    "Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." Eleanor Roosevelt.

  • Hallo liebe Freunde,

    hier eine Werbekarte der Firma Kusche + Martin, Malaga - Spanien vom 02.10.1912 nach München - philatelistisch beeinflusst - siehe Eindruck "Briefmarken beachten", abgeschickt in Tanger Marokko.

    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

    Bilder

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)

    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo Volker,

    für mich ist der vorderseitige Zudruck interessanter, als die kopfstehend aufgeklebte Marke - immer interessant zu lesen, was es damals so alles gab. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Lieber Ralph,

    ich stimme dir zu, daß der Zudruck von besonderem Interesse ist. Allerdings hat die Firma vermutlich einiges an Porto gespart, indem die (vielen) Karten in Tanger als Inlands-Drucksache aufgegeben wurden.

    beste Grüße

    Dieter

  • Lieber Dieter,

    eine Art frühen Re-Mailings, oder wie das heute heißt ... ich finds gut! ^^

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Hallo liebe Freunde,

    ich habe noch was in der Kiste gefunden:

    Tanger - Budapest

    ... die Rückseite der Karte ist blank ....

    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

    Bilder

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  • Hallo liebe Freunde,

    eine kleine Wiederbelebung dieses threads mit einem Brief vom 13.09.1912 von Mazagan Marokko nach Elberfeld, leicht fleckig, aber sonst ganz nett. :)

    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

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  • Hallo Volker,

    die Flecken kamen schon in Marokko auf den Brief, weil der erst durch den vielbesuchten Obst-Basar zur Post getragen werden musste ... ^^

    Nettes Teil - immer wieder erstaunlich, was du alles so an Peripheriebelegen zusammen treiben kannst. :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Hallo,

    ein französischer Sammlerfreund besitzt folgenden Brief (ich habe keine bessere Auflösung):

    Der Brief wurde am 3.10.1914 aufgegeben. Es stellen sich aber einige Fragen:

    • Rechts oben in der Postnotiz kann ich nur die letzten beiden Zeilen sicher entziffern : ...läuft auf Gefahr des Absenders"
    • Nach meinen nur sehr spärlichen Unterlagen wurden mit dem Beginn des 1. Weltkrieges auch für den Verkehr nach dem Deutschen Reich wieder Auslandsporto eingeführt => wie hoch war dieses Porto ?
    • Nun die banalste Frage: Waren Feldpostbriefe nicht vom Briefporto befreit, so daß nur das Einschreiben hätte bezahlt werden müssen ?

    Der Brief ist relativ groß, d. h . er könnte auch ziemlich schwer gewesen sein. Die einzige Möglichkeit die Frankatur zu erklären, wäre eine mit dem Auslandstarif frankierte Drucksache von 100-150g (=15 cts) , eingeschreiben (25 cts). Oder anstelle der Drucksache ginge auch Muster, was am linken Rand unter Certificado steht.

    Vielleicht hat jemand eine bessere Idee und die Gebühren von der deutschen Post in Marocco von 1914, um eine dieser Hypothesen zu bestätigen ...

    Vielen Dank

    Martin

  • Hallo Martin,

    nach Jaeschke-Lanthelme, Kolonien und Auslandspostämter / Dienstzweige und Briefposttarife, Dessau / 1994 (S.32ff.) betrug die Gebühr für den Verkehr nach Deutschland 25 Centimos für das Einschreiben und 10 Centimos für die Drucksache bis 250 gr. Der Brief kostete auch 10 Centimos, ging aber für diesen Gebührensatz nur bis 20 gr Gewicht. Ich kann zu der Postnotiz leider nicht alles erkennen: Falls ??? aus Feld unzulässig als gew(öhnlicher) B(rie)f a???senden. B(rie)f läuft auf Gefahr des Absenders. Bin heute abend echt zu platt, um alles zu schaffen, vielleicht schaffen andere den Rest. Ein höher auflösender Detailscan der Postnotiz wäre schon sehr hilfreich, das ist schwer zu erkennen.

    + Gruß

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer (11. September 2022 um 23:52)

  • Hier noch ergänzt, soweit lesbar:

    Falls R(eco)b(rie)fe ins Feld unzulässig,

    als gew.(öhnlicher) B(rie)f weitersenden.

    B(rie)f läuft auf Gefahr des

    Absenders.

    Postannahme

    Lahnefeld (?)

    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo Tim, Hallo Gerd

    Vielen Dank für die Entzifferung, wenn ich einen besseren Scan bekomme, stelle ich diesen noch ein.

    Pälzer : Im Stempelkatalog der ARGE Deutsche Kolonien habe ich folgendes gefunden: "...wurde der deutsche Inlandstarif ... am 29.9.1914 bezüglich der Postämter in der spanischen Zone wieder durch den Weltpostvereinstarif abgelöst" (S.16 i.d. 17.Auflage). Dann würde es passen.

    Schönen Abend

    Martin

  • Hallo Martin,

    das ist interessant, muss ich mir dann auch mal in das Büchlein von J.L. eintragen, oder ich habe es irgendwo darin übersehen.

    Als chronisch neugieriger Postgeschichtler wäre natürlich auch noch interessant zu erfahren, warum man kurz nach Ausbruch des 1. WK in der spanischen Zone für DAP-Marokko auf den WPV-Tarif umgestellt hat: Etwa aus Neutralitätsgründen derer ?

    Dank auch nochmal an Gerd für die TOP Ergänzung. :thumbup:

    LG

    Tim

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Liebe Freunde,

    es gibt Belege, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll ...

    Ein Streifband (!!) der spanischen Firma Pablo Gagel in Malaga mit Vordruck "Alemania" wurde am 12.12.1909 im marokkanischen Tanger mit einer Germania 3 Centimes Marke frankiert an "Herrn Friedrich Bernhart, Pfarrer, Hollenbach, Post Ehekirchen, Bayern" aufgegeben.

    Am 21.12. kam es an, wurde aber umaddressiert nach Rettenbach bei ??? Es gibt mind. 3 Rettenbach in Bayern - wer kann die Präzisierung lesen?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." Vicco von Bülow aka Loriot.

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  • Lieber Ralph,

    ich habe mir mal die Landkarte vom nördlichen Schwaben etwas genauer angesehen:

    Es gibt ein Hollenbach 4 km nordöstlich von Ehekirchen
    und ca. 20 km südlich davon ein weiteres und etwas größeres Hollenbach als Nachbargemeinde von Inchenhofen.

    Es könnte vielleicht so gewesen sein, dass der Brief zuerst ins nördliche Hollenbach ging und der dortige Postmitarbeiter in zugegeben sehr schlampiger Schrift dann
    Hollenbach b Inchenhofen
    vermerkte.

    Viele Grüße
    Gerd

  • Lieber Gerd,

    hab vielen Dank - das übernehme ich so in der Beschreibung! :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Lieber Namensvetter,

    die Firma des deutschstämmigen Pablo Gagel war eine der grüßten Weinexporteure in Málaga, die seit den 1890er Jahren besonders den deutschsprachigen Markt mit zahlreichen Werbedrucksachen „beackerte“. Normalerweise verschickte er seine Preislisten und Angebote aus Málaga zum spanischen Auslands-Drucksachentarif von 5 Céntimos pro 50 Gramm Gewicht. Im vorliegenden Fall hat er seine Werbung zum seit 15. November 1907 gültigen, günstigeren Tarif von 3 Céntimos à 50 Gramm über das deutsche Auslandspostamt in Tanger verschickt. Auch von der ebenfalls in Málaga ansässigen Royal Málaga Bodega Company ist der Versand von Drucksachen und Streifbändern über die dt. Post in Marokko bekannt. Man sparte halt, wo es ging.

    In Málaga gab es im 19. Jahrhudert zahlreiche aus Deutschland stammende Weinhändler, die sich auf den Export von „Südweinen“ spezialisiert hatten und von denen zahlreiche Drucksachenumschläge und Postkarten – teils auch mit Perfins – erhalten geblieben sind. Neben Gagel gab es beispielsweise damals noch die Firmen Pries, Scholtz, Eller und Rittwagen.

    Wenn es meine Zeit und das Quellenmaterial erlauben, möchte ich zu dem Thema „Deutsche Weinhändler in Málaga – philatelistisch betrachtet“ auch noch eimal etwas schreiben.
    Bis dahin: ¡Un brindis! 8)