• Liebe Freunde,


    dass ich mal einen solchen Thread eröffnen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.


    Ein schnuckeliger Brief aus Hamburg vom 1.1.1800 an die Firma Quandt und Mangelsdorff in Leipzig kostete dort 2 Groschen, wenn ich es recht sehe.


    Auch der Inhalt ist interessant, wenn man die phil. Brille beiseite legt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • dass ich mal einen solchen Thread eröffnen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.

    Hallo bayern klassisch


    Ich sage "Höchste Zeit" :) :)


    Man freut sich doch bei alle interessante Briefe :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    so ist es - die Inhalte über Waren, die heute keiner mehr kennt oder benennen kann, tuen es mir besonders an. Wo, wenn nicht hier, kann man solche interessanten Sachen noch lesen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    hier ein Brief von HAMBURG nach LEIPZIG, geschrieben am 21.8.1814 . Das Fehlen eines Stempels erstaunt mich. Laut Feuser waren in Hamburg im Jahr 1814 durchaus Stempel in Gebrauch. Was ist der Grund? Dazu meine übliche Frage: Was ist mit dem Porto?


    viele Grüße


    Dieter

  • ... und noch ein Brief aus HAMBURG an die Firma Hentschel & Pinckert in LEIPZIG. Er wurde am 30.7.1828 beim T&T-Postamt in Hamburg aufgegeben. Anscheinend handelte es sich um eine Mustersendung. Links von der Adresse lese ich:
    Anhängend
    Porto..... .....


    Links oben in Rötel:
    2 ... (Pfund?)
    Probe


    Neben dem Ortsstempel die Taxe


    Den Inhalt kann ich trotz der recht schönen Schrift bis auf einzelne Worte nicht entziffern.


    vielen Dank für eure Hilfe


    Dieter

  • Hallo Dieter


    Etwas zu deinem Stempellosen Brief aus Hamburg kann ich wohl was sagen, aber keine Lösung geben.


    Stempellose Briefe aus Hamburg ist nicht so gewöhnlich, die kommen aber ab und zu vor. Es gibt sicher mehrere Gründen hierzu.


    Das Jahr 1814 ist ja ein schwieriger Jahr. Nach etwas hin und her hat Thurn & Taxis die Post wieder mal übernommen. T&T hat meistens die Stempel von die Franzosen übernommen. Und etwas geändert.
    Die Frage bei deinem Brief ist aber wer der Brief nach Leipzig gebracht hat. Ab wann hatte Preussen die Post in Hamburg eingerichtet? Die Preussen hatte keine Stempel vor 1817 und das kann ja einen Grund sein, aber meine Betrachtung hier muss man genauer studieren um zu sehen ob es was wert ist.


    Leider habe ich kein Literatur für die Fragen die deinen Brief stellt.
    Es ist eine sehr interessante Zeit und eben ein Stempellosen Brief ist immer wert zu betrachten (und haben). :)


    Du bist sicher nicht kluger geworden. Hoffentlich etwas neugieriger :D


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Dieter,


    das preußische Postamt wurde wohl am 31.5.1814 wieder in Hamburg eröffnet, so dass dein Brief hierüber gelaufen sein kann. Ein preußischer Stempel ist in Hamburg erst ab Juni 1817 belegt.
    Zu den Taxen kann man sicherlich auch noch was finden, braucht aber etwas Zeit ...


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Nils,


    mir ist vollkommen klar, daß die Zeit nach dem Abzug von Napoleon sehr schwierig war. Wer wie ich vom linken Niederrhein kommt, der weiß das nur zu gut. Preussen bekam den Niederrhein zwar zugesprochen, aber T & T besorgte noch für mehr als 2 Jahre die Geschäfte. Aus dieser Zeit ist nicht sehr viel Korrespondenz verfügbar. Das änderte sich erst erst mit der vollständigen Übernahme durch Preussen.
    Ich habe ein Buch, in dem ist ein Inspektions-Bericht aus dem Mai 1814 widergegeben. Falls du Interesse hast kann ich den Artikel scannen und dir zumailen.


    vielen Dank sagt


    Dieter

  • Hallo Dieter


    Ich denke Michael hat meine Antwort etwas verbessert und ich denke es ist auf jeden Fall klar dass Preussen den Brief bis Grenze Sachsen gebracht hat. Da war der Brief auch bis Grenze Sachsen frankiert geworden. Der Empfänger in Leipzig hat 3 GGr bezahlt.
    Unklar ist die rückseitig vermerkte Gebühre.


    Ich weiss nicht was ein Inspektionsbericht hier heisst, aber du hast mich neugierig gemacht :)



    Dann hoffe ich anderen die Antwort etwas vollständig machen kann so dass die Beschreibung richtig wird. Und vor allem die Text deuten kann.


    Viele gRüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    das Buch habe ich hervorgeholt und versucht, den Artikel zu scannen. Das hat aber nicht funktioniert, da das Buch ein großes Format hat und sehr steif ist. Ich muß meinen Scanner erst anders aufstellen.
    Dieses Buch heißt 'Postgeschichte am Niederrhein' und enthält z.B. einen Artikel über die Familie Schoepplenberg, die von 1646 bis 1815 Posthalter in Kleve waren.


    viele Grüße


    Dieter

  • Hallo Ulf,


    Es könnte hinkommen, daß im Jahr 1828 für einen Brief im 2. Gewicht 7 GGr fällig wurden.


    Zum ersten Brief habe ich ein Geschwisterchen vom 24.3.1815 aufgetrieben. Nur war er viel schwerer und der Empfänger durfte 9 GGr bezahlen.


    Dieter


    PS: Die 3 Briefe haben alle Inhalt, da wie damals üblich direkt auf dem Bogen geschrieben wurde.

  • Hallo Dieter,

    das ist nicht mein Sammelgebiet ,aber ich habe mal nachgeschaut. Tabelle ca. 1836

    Leipzig-Hamburg oder Retour kostete der einfache Brief bis 1 Loth ans taxische Postamt Hamburg

    4 1/2 Gute Groschen. Sachsen erhielt 1 1/4 GG und Taxis 3 1/4 GG ( darin preußisches Transitporto).

    Briefe der Stufe 2 bis 1,5 Loth erforderten in beiden Teilen einen Aufschlag von 50 %. Der Aufschlag auf 1/4 GG wurde wohl aufgerundet. Somit ergab der Anteil Sachsen 2 GG und Taxis 5 Gute Groschen. 7 GG könnte also passen.

    Beste Grüße Bernd