Österreich - Bayern aus der Vormarkenzeit bis 1819

  • Lieber VorphilaBayern,


    ich sehe zweimal eine Rötel - Zwei oben links und über dem Stempel; könnte es sein, dass es ein 2x Porto bis zur Grenze gab und 2x für die Zustellung in Ingolstadt dazu kamen? Ganz oben links könnte es "x4" heißen, also 4 Kreuzer in summa.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Der ExOffo Brief lief unfrankiert bis zum Grenze.


    Die Frage weiter ist ob den Rötel bayerische oder österreichischer Herkunft hat.


    Ich habe versucht die zwei "Kritzeln" mit Abstände und Gewichte zu vergleichen, aber ich finde keine vernünftige Antworte.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    mit der Taxierung dieses Briefes komme ich nicht zurecht.
    Lief er evtl. nicht wie vorgeschrieben als Teilfrankobrief,
    sondern als reiner Portobrief. Siegelseitig ist kein Franko
    vermerkt. Innen ist als Jahr 1819 vermerkt. Könnte hin-
    kommen, denn Königshofen wurde bereits als kgl. bayr.
    bezeichnet. Gehörte bis 1814 zum Großherzogtum Würz-
    burg. Der Brief ist aus Wien und lief über Bamberg, so die
    Leitwegsangabe.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    zu dieser Zeit schrieb man oft das Franko auf die Vorderseite, wie auch hier sind 14x CM vermerkt, nach dem Taxpatent vom 1.6.1817 in der II. Stufe für Auslandsbriefe über 12 Poststationen bis 1/2 Wiener Loth. Die zuvor von Wien notierten 28x CM waren falsch und wurde zu Recht abgestrichen, weil sie ein Gewicht über 1/2 bis 1 Loth vorausgesetzt hätten, welches der Brief offensichtlich nicht besaß.


    Die 21x rheinisch hat sicher Nürnberg angesetzt - warum man 32x notierte, kann ich prima vista nicht sagen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein außergewöhnlicher Brief - aber wo blieb die Chargierung, wo doch eine Recpisse gewünscht wurde? Keine Reco - Nummer(n) Nur links oben das NB - Zeichen der Aufgabepost und das "von München". Diese Briefe sind für mich in ihrer "Unvollkommenheit" immer ein kleines Wunder, aber gerade deswegen ungemein spannend.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • 11.12.1810; Lindau – Steyr. Abrechnung der Porti zweier Briefe auf einem.


    Österreich:
    a) Auslandsporto 1.7.1810-14.3.1811, ½ Loth = 48 Kreuzer (sind unter 1 f 36 zu erkennen), für zwei Briefe = 1 Gul-den 36 Kreuzer in Einlösscheinen.
    b) Transitporto 1.9.1810-14.3.1811, ½ Loth = 36 Kreuzer in Einlösscheinen. Nur ein Brief war ein Transitbrief. Der, auf dem abgerechnet wurde, ein bilateraler.


    Bayern:
    a) Tarif 1.12.1810, ½ Loth, 48-54 geographische Meilen = 18 Kreuzer rheinische Währung franko bis zur österreichischen Grenze für den vorliegenden Brief.
    b) Vermerk über die Transitportovergütung Österreichs an Bayern für den zweiten Brief von 14 Kreuzern in Conventionsmünze (Österreich hob bei der Abgabe 48 Kreuzer in Einlösscheinen ein). Die 14 Kreuzer waren für Briefe aus Frankreich, der Schweiz, Holland, Berg und anderen Staaten, die nur bis Frankfurt frankiert waren, zu zahlen.


    Herzlichen Gruß hk1190

  • Hallo hk1190


    Danke fürs Zeigen und beschreiben, ein sehr interessanter Brief.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,
    hierzu folgender Brief:
    Teilfrankobrief aus Bludenz (Vorarlberg - Österreich) vom 28. Februar 1818,
    nach Markt Weiler (Kgr. Bayern). Der Absender bezahlte bei der Briefaufgabe
    8 Kr.C.M. bis zur österr. bayer. Grenze bei Lindau. Von Lindau bis Röthenbach
    fielen 3 Kr.rh. Porto an. Der Postbote zwischen Röthenbach und Weiler (seit
    1.10.1812 eingesetzt - siehe Vorphilahandbuch Friedrich Pietz - Weiler) ver-
    langte 2 Kr.rh. Botenlohn, so daß der Empfänger 5 Kreuzer rh. Porto bezahlte.
    Zu Weiler aus dem Vorphilahandbuch von Friedrich Pietz:
    30.5.1814 - Gemäß 1. Pariser Friedensvertrag muß das Königreich Bayern
    Vorarlberg mit Ausnahme des Amtes Weiler wieder an Österreich abtreten.
    Für das Amt Weiler bestehen weiterhin Unklarheiten hinsichtlich der Zuge-
    hörigkeit.
    3.6.1814 - Bayern tritt Vorarlberg an Österreich ab.
    1.5.1816 - Mit Übergabe Salzburgs fällt auch die ehemalige Grafschaft
    Hohenems gemäß Konvention vom 14.4.1816 staatsrechtlich an Österreich.
    Amt Weiler verbleibt hierbei beim Königreich Bayern.
    26.1.1819 - Die immer noch bestehende Vorbehalte Österreichs hinsichtlich
    des Amtes Weiler werden ausgeglichen; das Amt betreffende Urkunden und
    Akten werden von Österreich übergeben.
    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    zu Abschnitt 11 und zu Weiler hätte ich folgende Ergänzung:
    Brief aus Nesselwang (Kgr. Bayern) nach Weiler (Kgr. Bayern, Vorarlberg)
    vom 6. Oktober 1812. 6 Kreuzer bis Röthenbach wurden vermerkt. Dazu
    kamen 2 Kreuzer für den Postboten, der ab 1.10.1812 zwischen Weiler
    und Röthenbach im Einsatz war und für seinen Botengang pro Brief 2 Kr.
    bekam (Friedrich Pietz - Vorphilahandbuch - zu Weiler). Das interessante
    dabei ist, daß in Röthenbach erst am 9.10.1812 eine Postexpetition errichtet
    wurde. Das Datum des Briefes liegt zwischen dem 1. - und 9.10.1812.
    Muster ohne Wert wollte ich noch erwähnen.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo Dieter,


    vielen Dank.
    Die Monatsangabe im Brief ist vom 6ten 8bris 1812 = 6. Oktober 1812.
    Am 1. Oktober 1812 wurde bereits der Postbotengang zwischen Röthenbach und Weiler installiert,
    obwohl die Postexpedition in Röthenbach erst am 9. Oktober 1812 eröffnet wurde.
    Der Brief vom 6. Oktober 1812 wurde bereits mit dem Postboten von Röthenbach nach Weiler befördert,
    bevor die Postexpedition in Röthenbach am 9. Oktober 1812 eröffnet wurde.


    Beste Grüße,
    Hermann

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgenden Brief:
    Frankobrief (siegelseitig 3 Kreuzer) von Baron Langenmantel aus Kempten an Joseph Grießer
    in Weiler vom 16. März 1818. Der Brief ging nach Röthenbach und wurde vom Postboten von
    da bis Weiler befördert. Er erhielt dafür vom Empfänger 2 Kreuzer Botenlohn.
    Wie in Abschnitt 11 vermerkt, wurde erst am 26.1.1819 mit Österreich eine Einigung zum
    Amt Weiler erzielt und alle Akten an Bayern übergeben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern