• Lieber Achim - ist 15 Jahre her und seitdem habe ich nur in alten Katalogen noch 2 oder 3 Frankierte gesehen (leider s/w Bilder), also lassen wir es mal ein halbes Dutzend sein. Viel ist anders ... und das trotz der dynastischen Verbindungen zwischen Bayern und GR!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Naja, lieber Ralph,

    die dynastischen Verbindungen brachen ja 1862 ziemlich abrupt ab, nachdem Otto flüchten musste. Eine Liebesgeschichte zwischen Otto und den Griechen war seine Herrschaft ja nicht gerade... Daher finden wir in den 40er und noch in den 50er Jahren viel mehr Briefe zwischen Bayern und Griechenland als später in der (griechischen) Markenzeit.

    Die Nachfolge durch die Dynastie Schleswig-Holstein etc. hat meines Wissens keine massenhafte Korrespondenz zwischen Kopenhagen und Athen hervorgebracht ;-)

    Liebe Grüße, Gerald

  • Lieber Gerald,


    es gab auch zu Zeiten von König Otto wenig private Korrespondenz, so dass es selbst in der Vormarkenzeit kaum Briefe hin und her heute noch gibt.


    Aber es gab ja Bayern (Deutsche aus anderen Ländern ebenfalls), denen der Panhellenismus sehr nahe ging, die dorthin auswanderten (und erst spät bemerkten, was auch Griechenland geworden war) und sicher auch korrespondierten. Von daher blieben auch nach dem Rückzug Ottos noch eine gewisse Zahl von Deutschen dort, allerdings ohne größere Briefbestände in heutiger Zeit zu hinterlassen.


    Eher kennen wir Dienstbriefe bzw. Briefe von Handelshäusern, die sich Richtung Orient-Okzident-Handel spezialisiert hatten und im Mittelmeerraum Geschäfte machten. Das dürfte heute die Hauptquelle für noch vorhandenes Briefmaterial sein (und die meisten GR-Briefe wurden eh in Triest aufgegeben, die Gründe dieser Defraudationen sind ja geläufig).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Dankeschön

    Will mich aber nicht mit fremden Federn schmücken.

    Der Brief kommt an der Corinphila Auktion unter den Hammer.

  • Hallo José,


    das sind späte Poststücke, nicht aus den 1860er oder 1870er Jahren - die sind in jeder Hinsicht eine andere Liga, wenngleich die morderneren auch attraktiv und begehrlich daher kommen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    schon ab der Inthronisation von Otto gibt es durchaus Poststücke aus Griechenland nach Deutschland. Zumeist von Offizieren, Wissenschaftlern oder Wirtschaftstreibenden, die ihn begleiteten. Viele Briefe zeugen aber von einer herben Enttäuschung: Man hat sich mehr "Liebe" des Volkes für seinen jungen Herrscher erwartet bzw. höhere Profite. Bekannt ist ja die Würtzburg-Korrespondenz. Hier ist ein anderes frühes Beispiel. Der Brief an Jenny Lilienstern wurde 1835 aus Patras ("via Patron") mit dem österreichischen Marinepaketboot voll frankiert nach Triest befördert. Von Triest wurde er nach Berlin weitergesandt, wo ihn Preussen mit 7 SGr taxierte. Die Beförderung basiert auf dem ersten Postvertrag Österreich-Griechenland aus 1834.

    Liebe Grüße, Gerald

  • Lieber Gerald,


    ja genau - die Liebe zu Hellas erkaltete in dem Maße, wie die Liebe zu den Deutschen eigentlich nie da war.


    Ein schönes Briefbeispiel hast du da - ich habe nur noch ein Attest einen Briefes Bayern - Griechenland, weil das Original an einen Sammlerfreund ging.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Ja, Briefe sind was Schönes. Aber noch besser gefällt mir eigentlich dieser Recommandationsschein für ein Schreiben nach Chalkis/Griechenland...

    Übrigens war der Adressat Johann Georg von Hahn eine interessante Persönlichkeit: Er ist gebürtiger Frankfurter und zog mit Otto nach Griechenland. 1843 schied er aus dem Staatsdienst aus und wurde Unternehmer (Ölhändler mit Olivenöl), was aber auch nicht sehr erfolgreich war. 1847 wechselte er in österreichische Dienste und wurde Konsul in Janina, wo er die Grundlagen der albanischen Sprache studierte und verschriftlichte. Er ist somit Begründer der Albanistik und in Albanien angeblich eine Berühmtheit! 1851 wurde er österreichischer Generalkonsul in Syra und starb dort 1869. Ich habe noch ein paar Briefe von ihm... Aber das wirklich Schöne ist die Geschichte dahinter.

    Liebe Grüße, Gerald

  • Lieber Gerald,


    ich habe noch keine Reco-Brief nach dorthin gesehen, geschweige denn ein Postschein für eine Sendung nach GR. Glückwunsch zu dieser Besonderheit und die Story dahinter ist ja wahrlich auch nicht ohne ... :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus