Bayern - Schweiz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    hier ein unterfrankierter Brief aus Straubing nach Zürich vom 11.1.1856.

    Die Vermerke 0 / 3 und 10 sind soweit klar und stellen das für die Schweiz erforderliche Porto von 3 Kreuzer bzw. 10 Rappen dar.

    Aber was bedeutet die gestrichene 9?

    Gruß

    bayernjäger


  • Hallo Sammlerfreunde,

    schön sieht anders aus, die doppelte Taxierung auf der Rückseite machte den Brief aber für mich interessant.

    Würzburg - Basel vom 15. MÄR. 1853

    Laut VO vom 1.10.1852 waren Briefe aus Bayern rechts des Rheins über den Taxpunkt Lindau - Konstanz zu befördern und hätte 6 xr Schweizer Portoanteil erfordert. Basel war nicht unter dem I. Rayon aufgeführt.

    Lediglich für Unterfranken gab es die Ausnahme über Würzburg und Baden über den Taxgrenzpunkt Basel - Schaffhausen zu instradieren. Von da an war der Schweizer Portoanteil nach Basel nur 3 xr.

    Auf diesem Brief wurde das bar kassierte Weiterfanko mit 6 angeschrieben, jedoch mit einer 3 überschrieben.

    Offensichtlich hat man in Würzburg sich nochmal in den VO informiert und die Taxe auf 3 ausgebessert.

    Gruß

    bayernjäger

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  • Hallo zusammen,


    der untenstehende Brief wurde am 01.08.1866 mittags in Lindau aufgegeben und mit 9 Kreuzern frankiert. Bereits am nächsten Tag kam er in Chêne, heute Ortsteil von Genf, an.


    Zwei Fragen an die Experten hätte ich noch dazu:


    - Bedeutet die vorderseitige schwache Rötel "6" den schweizerischen Anteil (in Kreuzern) ?


    - War der nicht komplett lesbare Durchgangsstempel SION-GENEVE T.4 ein Bahnpoststempel ?



    Rückseite:



    Viele Grüße von der Frankenhöhe

    Gerd

  • Hallo Gerd,


    mit der roten 6 sollte im Jahr 1866 der schweizer Anteil gemeint sein. 9 Kr bis zur Grenze wäre doch etwas viel.

    Den Bahnpoststempel T4 SION-GENEVE-??? hast du korrekt erkannt. Allerdings kommt dahinter noch etwas. Vielleicht SUD. Kann man auf einem 1200 dpi-Scan des Stempels mehr erkennen?

    Bei einem Bahnpoststempel sollte man allerdings m.E. nicht von einem Durchgangsstempel sprechen.

    Dein Brief wurde wahrscheinlich in Vevey auf den Zug der Strecke Sion - Genf umgeladen, mit vielen anderen bearbeitet und das durch den Stempel dokumentiert.


    beste Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter,

    vielen Dank auch noch für den mutmasslichen Leitweg.
    Leider bringt auch ein 1200er Scan nicht mehr, aber ich vermute, daß Du mit dem ...-SUD recht hast, denn weiter unten im Stempel fehlt dann wohl nur noch das schweizer Kreuz.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Brief 10-150 Gramm über 2 Wegstunden frankiert 20 Rappen oder 6 Kreuzer.

    Lieber José,


    das galt innerschweizerisch - hier bei einem Brief aus Lindau in Bayern nach der CH galt bis 15g über 10 Meilen vom Grenztaxpunkt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Ralph

    Das ist wohl richtig aber wollte einfach noch dies dazuschreiben

    Und es passt ja so oder so mit 20 Rappen respektive 6 Kreuzer…..

  • Hallo José,


    herzlichen Dank noch für die Restklärungen zum Tarif und Bahnpoststempel.

    Jetzt dürfte alles klar sein.


    Viele Grüße aus Mittelfranken in die Schweiz

    Gerd

  • Liebe Freunde,


    heute zeige ich einen Brief aus dem lieblichen Lindau im Bodensee vom 30.9.1862 an den Weinhändler Amman in Ermatingen am Bodensee. Der Absender frankierte mit 3x blau am letzten Ausgabetag dieser Ausgabe, wir wissen, dass am Folgetag schon die 3x rot (Nr. 9) an die Schalter kam.

    Leider hielt er seinen Brief trotz Luftlinie von fast 48 km für einen Grenzrayonbrief, der tatsächlich nur 3x gekostet hätte; aber der Grenzrayon betrug nur 5 Meilen = 27,5 km und war daher nicht zur Frankoberechnung geeignet. Vielmehr war es ein Brief aus dem 1. bayer. Rayon in den 1. Schweizerischen Rayon, der je Land 3x gekostet hätte.

    Lindau notierte in blau einen Strich für "Grenze" und danach die fehlenden 3x.

    Die CH in Romanshorn sah das genauso und konvertierte diese fehlenden 3x in 10 Rappen, die der Empfänger am 1.10.1862 zu zahlen hatte.

    Geschrieben wurde der Brief im nahen Schachen (heute: Bad Schachen) von Sebastian Eglin und bei einem Weinhändler ging es natürlich um Wein, was sonst.