Taxpatent 1817

  • Lieber Franz,


    wie berechneten die Postler damals die Taxierung? Gab es Listen, wieviel Posten der Zielort entfernt war? Es gab doch sicher dünn besiedelte Gegenden, in denen die Poststationen weit auseinander lagen. Andernorts gab es doch sicher alle paar Meilen eine.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Michael,

    ...ja, gerade die in der Vormarkenzeit verwendeten Poststempel zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. Wenn dann noch ein besonders klarer und sauberer Stempelabschlag, wie auf den gezeigten Brief dazukommt, ist die Freude groß.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Portobrief vom 26.7.1837, von Güns (Ungarn) nach Neuberg (Steiermark).

    Der Empfänger zahlte 14 kr. C.M Briefgebühr

    Kőszeg (deutsch Güns, kroatisch Kiseg) ist eine Stadt in Ungarn

    Sie liegt im Westen des Komitats Vas, zwei Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

    Brieftarif vom 1. Juni 1817 bis 31. Juli 1842 = 14 kr. CM über 18 Posten (bis 1/2 Lot).

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher Frankobrief vom 27.5.1839, von Kemelbach (NÖ) nach Austerlitz (Mähren).

    Der Absender zahlte 12 Kreuzer Franko.

    Siegelseitiger Ankunftsstempel AUSTERLITZ.

    Austerlitz (Slavkov u Brna) ist eine Kleinstadt 20 km östlich von Brünn in Mähren.

    Brieftarif vom 1.6.1817 bis 31.7.1842 = 12 Kreuzer ( 1/2 Lot) Entfernung 16 bis 18 Posten.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Dieter,

    ich habe deine Frage leider erst jetzt gesehen.

    Ab 1810 wurde die Entfernung zwischen Aufgabe und Abgabepostamt nach durchlaufenen Poststationen bemessen.

    Der Abstand zwischen zwei Poststationen betrug in der Regel 2 Postmeilen.

    Eine Postmeile, wie sie bis zum Jahre 1878 in Österreich gesetzlich war, entsprach 7,5 km.

    Das System für die Anlage von Poststationen für die reitende Post basierte demnach auf Entfernungen von jeweils rund 15 km.

    Aufgrund örtlicher Gegebenheiten gab es jedoch häufig Abweichungen von diesen 15 km nach oben oder unten.

    Bei der Tarifberechnung spielten allfällige Überschreitungen der 2 Meilen - Distanz aber keine Rolle, Rechenbasis waren die Anzahl der durchlaufenen Poststationen (Posten).

    Den Postbeamten standen Tabellen, mit der genauen Anzahl der durchlaufenen Posten, für die jeweilige Postroute zur Verfügung. Anhand dieser Tabellen konnte der Postbeamte den Taxtarif schnell und sicher bestimmen.

    Das System der Posten bestand bis 1842.

    Ab 1842 wurde die Entfernung zwischen Aufgabe und Abgabepostamt nach der unveränderlichen Luftlinie bemessen , nicht mehr nach durchlaufenen Posten, die sich durch neue Poststraßen ständig verändern konnten.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Mir war bisher nicht bekannt, wie das mit den Posten eigeteilt war.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher Frankobrief vom 21.5.1840, von Poysdorf (NÖ) nach Schloßhof (NÖ).

    Der Absender zahlte 6 Kreuzer CM Franko (Siegelseitig notiert).

    Auf der Briefvorderseite Frankokreuz und Stempel Franco.

    Brieftarif vom 1.6.1817 bis 31.7.1842 = 6x (1/2 Lot) Entfernung 7 bis 9 Posten.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    zuerst haben ich links unten in der letzten Zeil "Franz" gelesen, aber es heißt natürlich Franco. Da siehst du schon, wie sehr du mit deinen österreichischen (und zahllosen anderen) Schmankerl in mein kleines Gehirn eingegriffen hast ... :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    ..ich hoffe, dass ich dich mit meinen zahlreichen Beiträgen nicht zu sehr verwirre, denn sonst müsste ich mich ein wenig zurückhalten;)

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    ich erbäte selbst dann noch die Erstellung neuer Beiträge von dir, wenn bei mir der Stand cerebraler Verwirrtheit unheilbar wäre. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Portobrief vom 24.5.1830, von Marburg (Untersteiermark) nach Klagenfurt (Kärnten).

    Der Empfänger zahlte 4 Kreuzer CM. Porto

    Brieftarif vom 1.6.1817 bis 31.7.1842 = 4x (1/2 Lot) Entfernung 4 bis 6 Posten.

    Sehr schöner Ortsstempel "MARBURG in STEYER"

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    wunderschöner Stempel - mal schrieb man wohl Steyr und mal Steyer - aber diese Alternativen gab es ja damals in mehreren Ländern.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    vielen herzlichen Dank:thumbup::thumbup:


    mal schrieb man wohl Steyr und mal Steyer

    Ist so nicht ganz richtig;)

    Die Marburger Vorphilastempel wurden immer mit "Marburg in STEYER" oder mit "Marburg in UNTERSTEYER" abgekürzt.

    Mit Steyr ist eine Stadt in Oberösterreich gemeint.

    Liebe Grüße

    Franz