Wiederverwendung einer Briefmarke. Teil 1.

  • .......Die Posterwaltung mit Hilfe des Departementsinspektors wird Klage beim Kaiserstaatsanwalt des Bezirkes von VALENCIENNES abstellen (Darunter VALENCIENNES gehört).
    Diese Klage ist via das beiliegende Dokument abgestellt:


    Honorine Chopin ist am 6. Juli im Polizeiwache von Valenciennes gehört.Sie erkennt keine Tatsache, daß die Marke schon verwendet gewesen war, aber nur sagt, daß sie sie beschädigt hatte, darauf gehend, weil er auf dem Boden gefallen war.

    Ein Monat nach dem Versand des Briefes ist Honorine Chopin vor dem Strafgericht Valenciennes erschienen. Dieses Gericht erkennt sie, von Wiederverwendung einer Briefmarke schuldig, und verurteilt sie, 7,25 fr Geldstrafe und der Gerichtskosten zu bezahlen mit einer Erzwingungshaft abgestimmt.
    Diese Geldstrafe stellte damals 36 Mal den Betrag des Portos eines einfachen Briefes dar. Das war eine riesige Summe für eine Dienerin.


    Diese alten Akte sind sehr interessant, weil sie die Postgeschichte "mehr lebendig" machen.


    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • Hallo Emmanuel,


    das ist eine ganz wunderbare Dokumentation, die jeder Sammler gerne von seinem Sammelgebiet zeigen würde - wenn es sie denn gäbe ...


    Hier im Forum habe ich meine Contraventions - Sammlung Bayern teilweise eingestellt - auch dort wirst du Briefe finden, die nicht korrekt frankiert wurden, weil es Postbetrug auch in Bayern gab.


    Die Strafen waren ähnlich wie in Frankreich - es war eine Straftat und der Staat war nicht so locker und nachsichtig wie heute.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    Ich besitze 2 dieser Akten, die man in Frankreich " ziemlich " leicht finden kann. Es gaben ungefähr 2000 Prozessordnungen pro Jahr. Das schwierigste seiend, sie vollständig zu finden.
    Ende des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert sind diese Akten viel seltener.
    Ich habe gesehen, daß Du Briefe mit Marke, die wiederverwendet gewesen ist, vorstelltest. Jedoch ist es in Deutschland möglich, diese Akten (wie meine) zu finden?
    Du hast Recht, heutzutage kann man die Briefe mit fast fast irgend etwas frankieren und die Post bemerkt nichts.
    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • Hallo Emmanuel,


    wenn man diese Sachen in Frankreich legal erwerben kann, dann lebst du im glückseligsten Land Europas! :P:P:P


    Hier kann es diese Akten auch geben (beim Oberpostamt Regensburg weiß ich, dass es sie gibt), aber man darf nichts heraus holen und kann demzufolge auch nichts hier zeigen, was schade ist.
    Vermutlich geht in ein paar Jahren irgend jemand hin und lässt die ganzen, alten Akten vernichten - wie so oft schon geschehen. Da lobe ich mir unsere westlichen Nachbarn, wenn sie diese Akten dem Sammlermark zur Verfügung zu stellen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Es ist möglich, diese Akten in Frankreich legal zu kaufen. Man kann die unterschiedlichen Auktionen anzusehen. Diese Akten sind aus Archiven der Gerichte seit sehr lange ausgegangen. Die Gerichte haben diese Akten als wenig wichtig betrachten sollen.Die Prozessakten nehmen sehr viel Platz und allein die Berichte des Urteils waren wie bedeutend betrachtet.
    Man muß wissen, daß Frankreich in, an den 2 Weltkriegen viel ertragen. Am Ende jeder von ihnen sind Mangel erschienen und besonders Papiermangel.
    Riesige Mengen von alt Papiere sind den öffentlichen und privaten Archiven ausgegangen (Betrieben besonders) um wiederverwertet zu sein. Eben da ist das Drama, weil sehr viele schöne Stücke für immer verschwunden sind.
    Die Sammler haben sich natürlich in der wiederzuverwertenden Papiermasse "interessiert" und haben einen Teil entnommen. Teil, die sich gegenwärtig in unseren Sammlungen findet.
    Heutzutage wie in Deutschland, ist es streng verboten, ein kleines Papier eines öffentlichen Archivs sogar herauszuholen.
    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • Hallo Emmanuel,


    wenn hier ein gescheites Archiv der Post oder eines Geichts aufgemacht würde, würde ich meinen Jahresurlaub nehmen und mich dort einnisten. Leider bleibt das wohl ein Traum - da habt ihr es besser, wie in vielen Dingen (ich war letzte Woche im Elsass - wunderschön dort, wie immer).


    In Deutschland wirft man die Sachen heute noch weg, statt sie dem Markt anzubieten. Aber wir sind ja reich, da kann man Millionen Briefe für die Sammler und die Forschung schon mal vernichten, auch wenn gerade das wieder viel Geld kostet. :cursing::cursing::cursing:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus