Frankreich - Bayern et vice versa vor 1822

  • Liebe Lulu,


    verrate doch nicht alles, sonst wollen sie alle noch dieses Gewächshaus auch haben ... :thumbsup:


    Danke für den Inhalt - interessant; meist sind ja nur Wechselkurse weiter gegeben worden, die postalisch weniger interessant sind, weil die Postverträge diese ja fixiert hatten. Aber man lernt ja immer dazu ... ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    dieser Brief aus Lyon nach Eltersdorf bei Erlangen vom 24.4.1817 wurde mit 7 Decimes bis zur Grenze bezahlt, obwohl meines Wissens Teilfrankaturen im noch gültigen Postvertrag Taxis-Frankreich von 1801 gar nicht zulässig waren (Ausnahme Pfalz).
    Wahrscheinlich wurden in Nürnberg daher 10 Kr. in Auslage genommen. Mit dem bayerischen Porto von 6 Kr. ergab dies ein Gesamtporto von 16 Kr.


    Grüsse von liball

  • Hallo Karl,


    die 10 Kreuzer sehen mir nicht bayerisch aus - vermutlich hatte ein Transitstaat diese aufgeschrieben (Baden, weil Frankfurt damals glaube ich weniger in schwarz taxierte und wenn, dann in Batzen), so dass der Brief mit dieser Belastung an der bayer. Grenze einlief. Nürnberg musste daher seinen Auslagestempel auf dieser Forderung abschlagen und seine 6 Kr. dazu addieren. Erlangen hat dann auf 16 summiert, wie ich es sehe.


    Ich vermute, dass auf Grund der deutschen Schreibweise, die man in Frankreich eher nicht lesen konnte, dass man den Brief entweder Baden, oder Taxis zuleitete und damit die Besonderheit zustanden kam.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    ich hoffe ich bin im richtigen Threat. Bordeaux - Muenchen, sollte kurz nach 1817 sein (Montgelas war bis 1817 bayrischer Aussenminister, nach seiner Absetzung uebernimmt v. Rechberg diese Position)
    Ich stelle dann auch noch einen Pendant ein, welcher von Nancy nach Donzdorf geht, demnach nicht Bayern, aber er ist halt an den gleichen Adressenten. Sei bemerkt, dass Donzdorf von 1803 bis 1810 bayrisch war in Folge der Mediatisierung, erst ab 1810 endgueltig zu Wuerttemberg kam und durch diese besondere Stellung die Rechbergs sowohl in der bayrrischen als auch in wuerttembergischen Regierung mitgespielt haben (nicht nur, spaeter wird der Sohn von Aloys auch noch Aussenminister von Oesterreich und steigt in Fusstapfen von Metternich)


    Da gibt es einige Taxvermerke, aber ich denke nichts Ungewoehnliches. Fuer den Brief Nancy - Donzdorf 16 / 4 = 20, denke ich 16 fuer Frankreich und Durchreise bis W, 4 fuer W. Gehe ich richtig in der Annahme?
    Fuer den Brief Bordeaux . Muenchen, war es teurer, 25 x. Aber ist das eine Teilgebuehr und der Rest ist verblichen/vergessen?


    LG Andreas


    PS der Brief von Ralph von Strassburg nach Augsbourg an das Bankhaus Carlo Carli ist fantastisch !!!!

  • Hallo Andreas,


    danke für dein Lob zu meinen Brief nach Augsburg - ja, nicht jeden Tag bekommt man solch ein Stück!


    Deine sind aber auch nicht zu verachten ...


    Der Brief nach Donzdorf kostete 16x für Frankreich = 6 Decimes und 4 Kreuzer für Baden Transit - ein Inlandsporto fiel nicht an, der Empfänger war ja ein Honoratior, aber die ausländischen Porti hatte er zu berichtigen, war also nicht vollständig passiv portobefreit.


    Der Brief nach München sollte über Kehl gelaufen sein, wo man mit typisch roter Tinte 25 Kreuzer = 9 Decimes als Forderung von Frankreich notierte. Ab da war er portofrei gestellt worden, aber auch hier musste man die 25 Kreuzer in München entrichten.


    Ein solcher Brief an den König von Bayern sähe genau so aus, nur wäre bei ihm noch die Taxe abgestrichen worden, da seine Majestät vollständig gebührenbereit war und man auch das fremde Porto nicht zu entrichten hatte (zu Lasten der Staatskasse versteht sich).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph


    Vielen Dank fuer Deine Beschreibung! Jetzt bleibt aber eine FRage offen: wieso rechnet Baden nach Donzdorf 4 kr ab, aber nach Muenchen nicht? Muss man davon ausgehen dass der Brief von Kehl im geschlossenem Paket lief und daher keine Gebuehr verrechnet wurde?


    LG
    Andreas

  • Lieber Andreas,


    so ist es in der Tat. Kehl schickte das Paket nach Augsburg - München, während Baden natürlich für die unbeliebte Taxis - Post in Württemberg nicht geschlossene Briefpakete zuließ, was bedeutete, mehr Arbeit, aber auch mehr Geld.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    dieser Portobrief vom 29.11.1817 aus Bethune lief zunächst nach Bayreuth und wurde von dort nach Bamberg weitergeleitet.

    Jetzt stellt sich für mich die Frage, wo wurden die Taxierungen angeschrieben.

    Ich gehe davon aus, dass die 20 in Rötel in Mainz für den französischen Anteil angeschrieben wurden, da Kehl in der Regel mit Tinte taxierte. In Nürnberg wurde in blau taxiert und in Bayreuth nochmals mit schwarzer Tinte.

    Wer kann weiterhelfen?


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    danke für die Siegelseite - hier hätte ich 7 Decimes = 20x für Frankreich erwartet, oder doch 5 Batzen. Aber diese Rötekrüppel kann ich auch nicht sicher deuten.


    Von daher wohl Rötel, schwarz, blau, dunkelrot - als TT, Würzburg (?) oder Aschaffenburg, Nürnberg und Bamberg/Bayreuth.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus