Deutsche Besetzung Belgien (1914-1918)

  • Brüssel - Ludwigshafen a.Rh. 30.03.1915


    Hallo Sammlerfreunde,


    einen würdigen Bayern-IM-Auftakt für die Deutsche Landespost im Generalgouvernement Belgien während des 1.Weltkrieges hoffe ich mit dem nachstehenden Reco-Beleg gefunden zu haben. Schön wäre es, wenn mir jemand bei der Taxe helfen könnte, ich habe dazu leider keine Unterlagen.


    Sehr gefreut hat mich der rückseitge AK-Abschlag, der im Fern-Angebot leider nicht zu sehen war, nun aber bestätigt, dass der Beleg den Postweg auch wirklich durchlaufen hat. Ich habe den thread im Übrigen auch für andere Belege aus der Zeit der dt. Landespost Belgien offen gelassen, es muss dabei ja nicht immer nur um Bayern-IM gehen.


    Schönen Sammlergruß


    vom Pälzer

  • Gut dass du den Thread offen gelassen hast, sonst könnte ich jetzt nicht teilhaben. Von mir einen inner-belgischen Beleg :


    Einschreiben aus Namur frankiert mit 2 Germania Marken mit Belgien Überdruck, Gesamt Porto 35 centimes. Absender die Banque Centrale de Namur an den Comptoir d’Escompte de Paris in Bruxelles. Abgestempelt zwischen 10-11 Uhr am 18 IX , Jahreszahl unergründlich. Versehen mit einem Kastenstempel der Post-Ueberwachungsstelle Namur +einem Briefträgerstempel mit der n° 5. Kein Ankunftsstempel von Brüssel

  • Hallo Zockerpeppi,


    Gut dass du den Thread offen gelassen hast, sonst könnte ich jetzt nicht teilhaben.


    ...das da geht mir gerade runter wie Kokosoel... ^^ ...denn ich habe schon mehrere - z.T. verzweifelte - Debatten bzgl. der Aufrechterhaltung der Übersichtlichkeit/Benutzerfreundlichkeit des Forums geführt. Wenn wir jedesmal für ein spezifische Länder- bzw. Postgebietsdestination, einen eigenen thread aufmachen wollten, hier bspw. nach dem Motto Dt. Bes. Belgien > Belgien, Dt. Bes. Belgien > Bayern, Dt. Bes. Belgien > Ungarn, Dt. Bes. Belgien > Österreich, Dt. Bes. Belgien > Schweiz, Dt. Bes. Belgien > Dt. Reich usw. usw., dann würde das letztendlich wohl völlig unübersichtlich werden.


    Wichtig ist doch, dass man letztendlich ganz einfach, ganz gezielt in einem Landes- bzw. Postgebietsthread nach A) dessen Gebühren-/Portostufen suchen, B) dessen spezische Stempelformen/-verwendungen kennen lernen und C) nach sonstigen Zusatzleistungen/Besonderheiten eines bestimmten Landes bzw. Postgebiets nachschlagen kann, egal wohin dessen Belege in diese schöne Welt gelaufen sind.


    Auf Deinen - sehr schönen - Beleg tifft all das auch zu.


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Zockerpeppi,


    wenn mich meine alten, gleitsichtbrillenoptimierten Augen nicht trügen, sollte das Jahr 1916 sein. Kann das hinkommen?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Schön wäre es, wenn mir jemand bei der Taxe helfen könnte, ich habe dazu leider keine Unterlagen.


    Hallo Pälzer,


    der Brief ist überfankiert. Nach Deutschland kosteteten die ersten 20 g 25 c, für jede weiteren 20 g 15 c. Berücksichtigt man die 25 c für das Einschreiben, kommt man bei einem Gewicht bis 80 g auf 25 + 15 + 15 + 15 = 70 c Porto also insgesamt 95 c. Vermutlich wollte der Absender die erst wenige Tage vor der Verwendung herausgegebene 1 Franc (Vfg. Nr. 96 v. 18.3.1915) mal in die Heimat senden.


    Gruß
    Postarchiv

    Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.


    Ernst Freiherr von Feuchtersleben

    Einmal editiert, zuletzt von Postarchiv ()

  • Hallo postarchiv,


    genau das sind die feedbacks, die jeden IM-Sammler, der in diesem thread liest weiterbringt. Es gibt ja gerade aus diesem Postgebiet sehr viel Material, das überfrankiert daherkommt. Um insofern seine Kaufentscheidung besser danach ausrichten zu können braucht es an Beiträgen wie Deinem. Dafür recht herzlichen Dank + Gruß !


    vom Pälzer...der dann weiter auf seinen ersten portogerechten ausschaut :thumbsup:

  • einen hätte ich noch :


    Einschreiben des Comptoir nationale d’Escompte de Paris, Niederlassung Brüssel nach La Louviere +/-50km Entfernung, gelegen zwischen Mons und Charleroi. Abgestempelt am 28.4.17, frankiert mit 2 Germania Marken mit Belgien Überdruck (25 + 15cent.). Bemerken sollte man das kleine c auf dem R-Klebezettel, steht für den CNEP. Versehen mit einem ovalen Stempel Militärische Überwachungsstelle Ctr Brüssel. Interessanter Stempel auf der Rückseite : Gen. Kom. f.d. Banken i. Belgien Der Zwangsverwalter

  • Hallo Lulu,


    herzlichen Glückwunsch zu diesem sauberen Einschreiben des Zwangsverwalters. Banken, Industrieanlagen, vor allem auch Rohstoffbetriebe wie Kohlen- und Erzbergbau wurden in den besetzten Gebieten unter Zwangsverwaltung gestellt. Briefe an und von solchen Zwangsverwaltungen sind immer sehr interessant.


    Hinsichtlich des Einschreibzettels habe ich andere Informationen. Während der deutschen Besetzung in Belgien kamen sowohl deutsche, als auch belgische R-Zettel zum Einsatz. Hier ein deutscher R-Zettel mit dem Unterscheidungsbuchstaben "b". Unterschiedliche Buchstaben wurden in größeren Postämtern verwendet und bezeichnen die unterschiedlichen Schalter oder Annahmestellen. Selbstbucher, wie bei Paketen, gab es für Einschreiben nicht.


    Gruß
    Postarchiv

  • Hallo Lulu,



    Dein Brief ist mit 35 c frankiert d. h. 20 c für das Einschreiben und 15 c für einen Brief bis zu 20 g (Posttarif vom 1. Juni 1916). Er ist durch der Verwaltung des Generalkommissars für die Banken gegangen, weil die Briefe von Zweigstellen von Banken die ihre Geschäftssitz in feindlichen Ländern geprüft sein sollten.


    Dieser Brief ist von der Postüberwachungsstelle von Brüssel militärisch geprüft gewesen, und dann vom Zwangsverwalter (Stellvertreter des Generalkommissars) sachlich geprüft gewesen.
    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • @ Vals @ Postarchiv
    danke für die Zusatz Infos


    @ Postarchiv


    Frage noch : bist du sicher dass die Selbstbucher nur von großen Postämtern gebraucht wurden ? In den Niederlanden als auch in Luxemburg hatten sehr wohl große Betriebe diese Selbstbucher auch für Einschreiben. Der Buchstabe kennzeichnete zeweils das Unternehmen dem die Zettel zugute kamen. Bei Interesse stelle ich einige Beispiele im Luxemburg Thread ein


    Beispiel :
    A oder a = Internationale Bank
    Z oder z = General Bank


    @Vals


    der Überdruck ergibt ein Total von 40. War der Ü nicht maßgebend ? Ich bin von 25c fürs Einschreiben ausgegangen + 15c für den normalen Brief

    Phila-Gruß


    Lulu

  • bist du sicher dass die Selbstbucher nur von großen Postämtern gebraucht wurden ?


    Hallo Zockerpeppi,


    ja, ich bin mir sicher, daß es keine Selbstbucher für Einschreibsendungen gab. Man kann auch andere Postverwaltungen in Friedenszeiten nicht mit einem besetzten Gebiet vergleichen, bedenkt man, daß die Sendungen ja auch zensuriert werden mußten. In den mir vorliegenden Vorschriften über den Postverkehr sind keine Genehmigungen für Selbstbucher von Einschreibsendungen enthalten.


    Gruß
    Postarchiv

    Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.


    Ernst Freiherr von Feuchtersleben

  • Hallo an alle!


    Habe hier einen Brief von Verviers nach Berlin.
    Frankiert mit 2x Mi. Nr. 17 20c auf 25 Pf. Germania und 5x Mi. Nr. 10 2c auf 2 Pf. Germania.
    Also portogerecht wenn ich unterstelle, dass der Brief bis 20 Gramm hatte.
    Bis 20 Gramm 25c und einschreiben 25c somit 50 Centimes

    Gestempelt mit Einkreis Verviers 16. X. 1918 R - Zettel Prüfstempel "Überwachungsamt" schätze ich mal Lüttich.
    Kleiner Briefträgerstempel 3 (in der Art noch nicht gesehen).
    Rückseitig AKS Datumsbrückenstempel Berlin 18.10.18 6-7 N


    Schönen Tag noch an alle
    Heinrich d. Löwe

  • Hallo zusammen,


    nun auch einmal ein portogerechter Eilbrief ins Linksrheinische: 25 Centimes für den Auslands-Normalbrief bis 20gr und weitere 30 für die Eilbeförderung. Letzere ist nun nicht ganz so hoppla-hopp über die Bühne gegangen.


    Da in Kriegszeiten und deswegen durch die Zensur gelaufen, allerdings verständlich. Ein farbreicher Beleg, dazu noch für ein paar Groschen eine Reklamemarke des Adressaten arrangiert, dann ist das ja doch eine recht runde Sache.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    "nicht vor 8 Uhr morgens" - ja aufwecken wollte man natürlich niemanden. Wäre mal interessant zu sehen, ob es auch Briefe mit gegenteiligem Vermerk gibt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus