Deutsche Besetzung Belgien 1. Weltkrieg

  • Der Beleg ist etwas ramponiert :


    Banque de Bruxelles nach Wiltz in Luxemburg. Frankiert mit 4 roten Germania Marken mit Belgien Überdruck à 10 centimes. Abgestempelt in Brüssel am 30.1.15. Unten links ein Kastenstempel : Ctr Militärische Überwachungsstelle Brüssel. Bei meinem Inlandbrief aus dem Jahre 17 in Post 8 war der Stempel Oval. Auf der Rückseite lediglich der Wiltzer Ankunftsstempel vom 3.2.15.


    Phila-Gruß


    Lulu

  • Ich hätte da einen Neuzugang: Inland


    Banque nationale de Belgique Brüssel nach Menin. Stempel vom 23.11.1916, Ankunft beim Händler Werbrouch am 12.12.1916 also fast 3 Wochen später. Frankiert à 15c Germania mit Belgien Überdruck, portogerecht gemäß dem Tarif vom 1.6.1916 für Briefe der 1 Gewichtsstufe


    Mehrere Stempel sind auf dem Beleg abgeschlagen:


    1. ein Stempel der Bank: en cas d'absence (?), prière de renvoyer à la Banque Nationale de Belgique à Bruxelles
    2. den Kastenstempel Postprüfungsstelle Etappen-Inspektion Gent vom 4.12.16
    3. unten links DURCH DIE ETAPPEN INSPEKTION GENT
    4. der runde Stempel der Kaiserliche Generalkommissiar f.d Banken in Belgien
    5. einen Einzeiler: Inhalt geprüft

  • Wieder einmal ein Bankenbeleg.


    Stempel von Brüssel vom 15.12.16 nach Liege (Lüttig). Frankiert à 15 Cent für den Brief bis 20 g (Posttarif vom 1. Juni 1916), Germania Marke mit Belgien Überdruck.
    Auffallend wieder die beiden violetten Stempel:


    1. Militärische Überwaschungsstelle - geprüft - Brüssel im Oval
    2. Gen. Kom. f.d. Banken i. Belgien (General Kommissar für die Banken in Belgien) - der Zwangsverwalter.


    Laut meinen Recherchen war besagter Kommissar Karl von Lumm: Reichsbankdirektor (1864-1930), 1903–1920 Mitglied des Reichsbankdirektoriums, 1914–1919 Generalkommissar
    für die Banken in Belgien, Geheimer Oberfinanzrat. Im Web habe ich ein Bild gefunden, von Lumm ist der Mann in der Mitte




    Hier noch ein Link betreff der deutschen Verwaltung des Generalgouvernements in Belgien 1914-1918, Abteilung Banken


    http://www.wintersonnenwende.c…iv/weltkampf/wer0805.html

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo Sammlerfreunde,


    diesmal dann also auch einmal ein Einschreiben ins linksrheinische Bayern, hier gelaufen über die Auslandstelle Aachen. Der Zensurstempel zeigt unten ein Kreuz, im Gegensatz zu den gleichartigen früheren und späteren Zweikreisstempeln mit achtstrahligem Stern Gehe von 25 Cent für das Einschreiben und 25 Cent für den Normalbrief bis 20 gr aus.


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Guten Morgen liebe Sammlerfreunde,

    .

    hier nun also auch einmal eine Postkarte, zwar um eine Centime überfrankiert, aber was macht das bei dieser noch taufrisch gebliebenen Erhaltung noch groß aus. Der etwas weiter südwestlich von Lüttich liegende Aufgabeort Huy (Wallonien), mit einer ca. 100 m über dem linken Ufer der Maas liegenden Zitadelle, wurde im Zuge der Ausführung des Schlieffen-Plans unter Missachtung der belgischen Neutralität schon kurz nach Kriegsausbruchvon Einheiten der 2. Armee besetzt.

    .

    Das Postkartenmotiv auf der Rückseite zeigt eine Kampfszenerie zwischen deutschen und französischen Dragonern, welche es auch in Belgien nur noch vereinzelt gegeben hat, da sich berittene Soldaten zunehmend als wirkungslos gegenüber der Feuerkraft von Artillerie und Maschinengewehren zeigten. In Belgien waren es zu Beginn des Krieges 10 Kavallerieregimenter Führer, Jäger und Lanzenreiter.

    .

    Eines der damit noch dominant geführten Gefechte war jenes bei Halem am 12. August 1914, ca. 60 km nördlich von Huy gelegen. Hier gelang es trotz mehrfacher Vorstöße der deutschen Kavallerievorhut nicht, eine einzige belgische Kavalleriedivision zu schlagen, welche die Brücke über die Gette bei Halem bewachte.

    .

    Die Postkarte wurde von einem Offiziers-Stellvertreter, d.h. einem Vizefeldwebel oder Feldwebel adressiert an den Königlichen Postadjunkt im pfälzischen Schifferstadt und ist damit sonnenklar sammlerisch bedingt. Mit Datum vom 19. Dezember 1914 zeigt sich daran aber eindrucksvoll, wie schnell hier schon die Verfügbarkeit der Besetzungsausgaben (Germania-Überdruck) vorgelegen hat.

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    Die deutschen Truppen standen seit 4. August auf belgischem Boden und das noch etwas später, d.h. zum 26. August 1914 mit Zentralsitz in Brüssel eingerichtete Kaiserlich Deutsche Generalgouvernement hatte den deutschen Landespostdienst in Belgien zum 1. Oktober 1914 seine Arbeit aufnehmen lassen. Dessen Aufbau war erst Anfang Mai 1915 abgeschlossen. Er sollte von deutschen Truppenagehörigen eigentlich nicht genutzt werden, aber wenn ein Sammler etwas haben will, dann findet sich - wie man sieht - anscheinend doch irgendwie ein Weg.


    Viele Grüße
    vom Pälzer.


    verwendete Quellen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_bei_Halen
    http://www.arge-dt-besetzung-w…te/landespost-in-belgien/
    https://books.google.de/books?…gien%20Kavallerie&f=false

  • Hallo Pälzer,


    Glückwunsch zu dieser Seltenheit - alle Briefe von und nach Schifferstadt sind selten und solche Stücke, auch wenn sie sammlerisch beeinflußt waren, sind es allemal wert, intensiv gesammelt zu werden. Das schreibt ein langjähriger Heimatsammler von Schifferstadt, der nach 25 Jahren gerade mal einen Rahmen hätte zeigen können ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Morgen allerseits,


    nicht nur das bisher nicht belegte Formular des - mit 25 Centimes korrekt freigemachten - Kartenbriefs erfreut mit dem Neuzugang anbei, sondern auch dessen vorzügliche Erhaltung. Dass es sich ferner um Bedarf handelt, ist ebenfalls eindeutig. Da kann man den fehlenden Ankunfststempel mit wegstecken. Allerdings sieht es wohl so aus, als ob die Sendung irgendwie an der Zensur vorbeigeschlittert ist.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Pälzer

    Hat den Titel des Themas von „Deutsche Besetzung Belgien (1914-1918)“ zu „Deutsche Besetzung Belgien 1. Weltkrieg“ geändert.
  • Hallo Sammlerfreunde,


    so einfach wie der Beleg anbei auf den ersten Blick daherkommt, ein wenig tanzt er ja dann schon aus der Reihe...so ohne jeden Ortsaufgabestempel. Umso besser, dass der für die Entwertung eigentlich nicht gedachte Zensurstempel das volle Datum führt und insofern die Zuordnung erleichtert. Die Geschichte des Aufgabeorts Alost ist eng mit dem Textilherstellung verbunden. Schon im 19 Jhr. haben viele Einwohner in Spinnereien, Zwirnereien und Webereien der Stadt gearbeitet. Darunter auch der Absender Filature & Filteries Réunies, welche aus einem Zusammenschluss mehrerer Unternehmen entstand und hpts. Nähgarn produzierte.


    Viele Grüße

    vom Pälzer


    verwendete Quellen:

    http://www.ethesis.net/aalst_t…st_textiel_deel_I_2_g.htm

    https://defilatuur.be/fr/home/