Frankreich-Österreich Vorphilazeit

  • Lieber Planke,


    vorab: Der 1. Brief wurde in Paris mit 15 Decimes voll frankiert, siehe auch P.D. und das Kreuz auf der Vorderseite aus Österreich.


    Der 2. Brief lief ganz unfrei, weil das nun möglich geworden war (Wegfall des Küstenfrankozwanges von GB - Festland et vice versa) und kostete Purger 38 Kr. CM, die zwischen Österreich, Frankreich und GB aufzuteilen waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Planke,


    die Briefe wurden nach der Vereinbarung zwischen Frankreich und Österreich vom 30.11.1843 behandelt.
    Beide Postverwaltungen rechneten im Paket ab (je 30 g Nettogewicht).
    Für Frankobriefe erstattete Frankreich an Österreich 2 Francs 80 Centimes je 30 g (1. Brief). Hiervon waren 1 Francs 60 Centimes bestimmt für Österreich und 1 Francs 20 Centimes für den Transit entweder über Deutschland oder die Schweiz.
    Für Portobriefe aus England musste Österreich an Frankreich 3 Francs 20 Centimes je 30 g bezahlen (2. Brief).


    Grüsse von liball

  • Hallo Werter Ralph und Liball!
    Recht vielen Dank für Eure Mühe. Den Franco Brief hatte ich schon als Franco Brief eingeschätzt nur mit der Aufteilung der Gebühren bin ich überrascht.Hätte ich nicht vermutet. So auch beim 2. Brief. Nochmals vielen Dank.
    Viele Grüße: Planke

  • Liebe Freunde,


    heute zeige ich einen Teilfrankobrief aus dem wunderschönen Strasbourg (sicher eine der 10 schönsten Städte der Welt) vom 19.01.1818 nach Steyr in Österreich.


    Der Absender des unter 6g wiegenden Briefes zahlte 2 Decimes = 6 Kreuzer rheinisch = 5 Kreuzer CM siegelseitig bis zur Postgrenze bei Kehl in Baden. Der Transit erfolgte geschlossenen Briefpaketes durch Baden und Württemberg und erst in Augsburg wurde das französische Paket geöffnet und die Briefe diesem entnommen.


    Ein herzlich mieser Abschlag des frühen, schwarzen Auslagestempels von Augsburg kündet noch von dieser Maßnahme. Man stempelte auf 14 Kreuzern rheinisch ab und sandte ihn weiter nach Österreich (wohl via Bregenz, Innsbruck, Salzburg oder Passau). Österreich setzte jetzt P(orto) 24 Kreuzer Conventionsmünze für Bayern an (die 29 Kreuzern rheinisch entsprachen und die Differenz von diesem Betrag und dem Wert im Auslagestempel war Bayerns Umsatz) und addierte satte 30 Kr. CM für sich hinzu, so dass die Rötel - Addition mit 54 Kr. CM stimmig war.


    Der Stempel P(ort) 67 P(ayé) Strasbourg sagte nicht aus, dass der Brief bis zum Empfänger ganz bezahlt war, sondern nur, dass er frankiert Deutschland erreicht hatte.

  • Hallo werte Sammler!
    Heute hätte ich eine große Bitte an Ralph oder Frankreich Kenner. Ich habe ein Provisorium an meiner Beschreibung zu den gezeigten Briefen. Herr Ralph hat mir die Briefe hier im Forum schon beschrieben, ich bin mir nicht sicher ob ich diese Beschreibung hier richtig wiedergegeben habe deshalb ein Provisorium. Es sind nicht so schöne Briefe, ein Porto Brief und ein Franko Brief auf einer Seite ???. Dir herr Ralph nochmals meinen großen Dank hir Deine Hilfe.
    Viele Grüße : Planke


    In Anhang: ein Blatt mit 2 Briefen.

  • Lieber Planke,


    gerne doch!


    Bitte beim obigen Brief einfügen 2 Franken je Unze Briefgewichte (30g).


    Bitte beim unteren Brief weglassen "an Deutschland". Diese Briefe wurden über die Schweiz geschickt, da hatten deutsche Postverwaltungen kein Hand drauf.


    Ansonsten ist das eine schöne Seite.


    Ich habe dir mal eine PN geschickt.


    Liebe Grüsse,
    Ralph

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Morgen Herr Ralph!
    Recht vielen Dank für die Richtigstellung. Es sind immer gut eine Richtigstellung zu erleben da die Verordnungen richtig umzusetzen für einen Laien wie mich schwierig sind. Als normal Sterblicher tue ich mich schwer die Pv richtig auszulegen da auch die Beschreibung der Pv. für mich nicht immer klar ist.
    Mit Dank und Grüßen: Planke


    Pn kommt.

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Halbfranco-Brief vom 12.4.1840, von Le Havre nach Dornbirn (Vorarlberg).

    Der Absender zahlte 4 oder 6 Decimes Franko bis zur Schweizer Grenze (siegelseitig notiert).

    Der Empfänger zahlte 2 Kreuzer CM Inlandsgebühr + 14 CM Auslandszuschlag (für Briefe, die durch die Schweiz gingen) = Gesamt 16 Kreuzer CM Empfängergebühr, vorderseitig durch 14/2 notiert.

    Vorderseitiger roter PP-Stempel und handschriftlicher franco Vermerk

    Aufgabestempel LE HAVRE 12 AVRIL, Ankunftstempel Dornbirn 16. APR

    Wofür steht das (T) vor 14/2?

    Bitte um eure Korrektur.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,

    so wie du ganz richtig beschrieben hast: Transit - denn es handelt sich um den Schweizer Transit, der damals noch so teuer war.

    Schönen Faschingssonn- und Valentinstag

    Gerald

  • Lieber Franz,


    ein schöner Brief mit einem ungewöhnlich sauberen LE HAVRE-Stempel. Im Jahr 1840 war der noch recht neu. Auf stampsx erfasst seit 1839.


    liebe Grüße


    Dieter

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ?(Grenzfranko)? - Brief von Soultz nach Dornbirn, am 14.6.1838.

    Der Empfänger zahlte 16 Kreuzer C.M. 2 Kreuzer CM Inlandsgebühr + 14 CM Auslandszuschlag (schwarze 16)

    Der Absender zahlte 9 Decimes InlandsFranko bis zur Schweizer Grenze (siegelseitig schwarze 9). Roter PP Stempel.

    Vorne links oben wurde eine rote 22 notiert.

    Wofür steht die 22?

    Bitte um eure Hilfe?

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    in Vorarlberg wurde zu dieser Zeit meist noch in die Reichswährung umgerechnet.

    16 Kr. C.M. x 1,2 = aufgerundet 20 Kr. rh. Da in Dornbirn erst 1840 ein Postamt eingerichtet wurde und der Brief mit dem direkten Paketschluss Hüningen-Bregenz nach Vorarlberg kam, sind zusätzlich 2 Kr. rh. Botenlohn nach Dornbirn hinzu gekommen. Daher Gesamtporto in Dornbirn 22 Kr. rh.

    Das Franko in Frankreich sieht eher nach 3 Decimes aus.


    Grüße von liball