Frankreich-Österreich Vorphilazeit

  • Hallo Freunde


    Eigentlich wollte ich dieser Zeit etwas eingrenzen, aber vorläufig steht die Überschrift.


    Ich zeige Heute ein Brief der in Paris zum Post gebracht war. Der Brief war an der späteren bekannte deutsch Maler und in Wien studierende Johann Friedrich Overbeck. Leider hat der Brief kein Innhalt.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Overbeck



    Der Brief kostete 7 Decimes von Paris bis Kehl und war von Absender bezahlt. Also 1. Gewichtsstufe bis 6 Gram und 6. Entfernungsstufe 401-500 Kilometer.


    Die Reststrecke über Baden, Württemberg, Bayern hat der Empfänger 24 Kreuzer Bankozettel gekostet + Inlandgebühr 24 Kreuzer B. dazu - insgesamt 48 Kreuzer B.


    Oben rechts ist es 14 (KreuzerCM) vermerkt welche die Transitkosten an Bayern entsprach. Laut Jürgen Vogel hat Taxis von dieses Geld 3/7 bekommen und Bayern 4/7 behalten.


    Vertraglich liegt der bayerisch-österreichische Transitabkommen zu Grunde. Dieser war ab 1. Februar gültig. Dieser Brief sollte also ein Früheren sein, wenn ich das Datum 9. Fevr richtig deuten. Andere Vorschlage/Deutungen zu rückseitigen Vermerk?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich würde den Brief genau so auch beschreiben und auch das Datum lese ich so. Schönes Stück, gerade auch mit dem attraktiven französischen Stempel. :P:P:P


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für die Antwort.


    Vor das Transitgebühr ist es TP vermerkt. Heisst es ganz einfach TransitPorto? Oder was anderes?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ja, Transit Porto ist richtig. Hat man bis in die 40er Jahre (teils) notiert, weil man unterschied zwischen fremden und eigenem Porto, da die Kundschaft oft gerne wusste, wie sich die Porti zusammen setzten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ja, einige spätern Briefe habe ich schon aus die 40-er Jahren und ich habe es dann auch als Transit Porto gedeutet. Aber aus dieser früheren Zeiten wo französisch beliebt war, wäre es auch möglich dass es etwas anders sein konnte. Deswegen die Frage.


    Danke für die Antwort :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Emmanuel


    Danke für die Übersetzung. :)


    Auf diese Genauigkeit der Adresse habe ich nicht gedacht. Aber wenn du es so für mich übersetzt, dann .... ja, besser kann man wohl die Adresse nicht angeben.


    Ob es Briefträger in Wien in 1809 gab weiss ich ganz ehrlich nicht. Gute Frage :)



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    ich meine, dass es schon im 18. Jahrhundert Briefträger in Wien gab - es war damals eine Weltstadt (heute kommt dazu: Mit Herz) und aus Bayern liegen viele Briefe an große Behörden in Wien vor, die Botenlohnvermerke tragen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Hallo,


    hier ein Brief aus Narbonne vom 10.12.1810 der in den nächsten österreichische Tarif fällt.


    Bis zur Grenze in Straßburg bezahlte der Absender 11 Decimes (einf. Brief bis 1200 km, Tarif v. 9.4.1810). Ab dem 1.7.1810 kostete ein einfacher Auslandsbrief in Österreich 48 Kr. Bancozettel. Nachdem das Transitporto aufgrund der starken österreichischen Inflation mit 36 Kr. Bancozettel angesetzt wurde, ergab sich für den Empfänger ein Gesamtporto von 1 fl. 24 Kr. Bancozettel. Zum Vergleich, das Porto beim Brief von Nils lag ein gutes Jahr vorher noch bei 48 Kr. Bancozettel.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball und VorphilaBayern


    Danke fürs Zeigen :)


    Gute Literatur und Traumbrief :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Emmanuel,


    vielen Dank für deine Berichtigung. Vielleicht könntest du auch einen Blick auf diesen Brief werfen.


    Hier habe ich noch einen Brief aus Steyr nach Paris vom 29.3.1810. Mit 24 Kr. (Tarif v. 1.11.1806) wurde dieser einfache Teilfrankobrief bis zur bayerischen Grenze bezahlt. Bei der Auswechslung in Augsburg wurde der Herkunftsstempel d`autriche abgeschlagen.


    Einfache Briefe aus Österreich nach Paris wurden immer mit 12 Decimes belastet, obwohl Frankreich bis Straßburg ansonsten immer 7 Decimes zzgl. das jeweilige Inlandsporto berechnete. Dies wären bei Paris 6 Decimes gewesen (einf. Brief bis 400 km, Tarif 24.4.1806). Da Frankreich im Paket abrechnete, ist kein bayerischer Portoansatz vorhanden. Bayern erhielt für Briefe aus Österreich 46 Kr. pro 30 Gramm (Art. 47).


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    Ich lenke deine Aufmerksamkeit, daß die Posttarife des Reiches und die anderen bis zum 1828, sich entsprechend mit die Luftlinie nicht berechnet, sondern der kürzesten Distanz unter 2 Postämtern . Diese Distanz ist von der Postverwaltung festgelegt, sie ist unmißverständlich, weil unkontrollierbar.
    Also ist die Distanz zwischen Straßburg und Paris zwischen 400 Km / 500 Km lieber gelegt als zwischen 300/400 Km.
    Bezüglich Deinen Brief kenne ich nicht, welches Postübervertrag für die Berechnung des Portos benutzt gewesen ist. Das porto war auf Beträge pauschal gestützt. Das kam an, daß die Strecke von der Grenze bis innerhalb des Landes für einen ausländischen Brief teurer ist als dieselbe Strecke für ein Inlandbrief.
    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • Hallo die Runde


    Ich brauche wieder etwas Hilfe von dem Frankreich-Fraktion.


    Dieser Brief ist in 1790 von Reims nach damals österreichischen Bolzano. Die österreichische Taxen ist für den einfachen Brief taxiert und hat der Empfänger 8 Kreuzer Cm gekostet. Der Absender hat für den Brief 16 Sols bezahlt bis Grenze Österreichs.
    Da ich gern wissen möchte wohin der Brief geschickt war, also der Leitweg, bitte ich um etwas Hilfe.


    Die Taxen hier http://atrinquier.pagesperso-o…fs/bureau/introtarif.html kann wohl gar nicht stimmen?Gab es auch hier eine Taxe für Inlandbriefe und eine für Auslandsbriefe?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Auch dieser Brief zeige ich hier gern.


    Aus Mons (Bergen) den 9. Oktober 1814 geschickt lief der Brief von immer noch nicht niederländischen Gebiet (Heute Belgien) nach Österreich. Napoleon war schon geschlagen und Taxis war wohl immer noch für den Post verantwortlich. Ganz sicher bin ich aber hier nicht. Die Taxierung aber folgt den alten Muster auch im Post 1 gezeigt.


    Der Absender bezahlt 6 Decimes für den weg durch Frankreich, wohl dann bis Strasbourg. Und weiter ging es über Baden, Württemberg und Bayern vor der Brief Österreich überliefert war. Für die Strecke über Altdeutschland hat Österreich 14 Kreuzer vergütet.


    Der Empfänger aber hat hier 12 Kreuzer WW Transitgebühr + 16 Kreuzer Inlandgebühr bei Auslandsbriefe bezahlt, also insgesamt 28 Kreuzer WW.


    Sehe gern eure Kommentare.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich halte den Weg über Strasbourg für nicht wahrscheinlich - eher über Frankfurt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Dein Vorschlag finde ich gut.


    Wie ich dann die französische Taxierung verstehen soll, weiss ich nicht. Du meinst wohl das Frankreich nicht als Absenderland zu sehen ist, sondern das Generalgouvernement in Belgien 1814-15 und das Taxis daher nicht der Weg über Frankreich gewählt hatte?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    so ist es - die "Leitungen" waren ja gekappt. Wenn TT den Brief in Händen hatte, und das war nicht erst im Süden der Fall, hätte man ihn nicht mehr den verhaßten Badenern gegeben. Bayern war damals unumgänglich, aber die beiden westlichen Südstaaten blieben hier sicher außen vor.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Ich zeige hier ein bemerkenswerter Brief.


    Im Blog ist es ein interessanter Brief gezeigt: http://vorphila.blog.de/2014/12/19/frankreich-wien-19864860/
    Es hat sich bei diesem Brief gezeigt dass den bayerischen Gebührenanteil nicht da ist. Wahrscheinlich weil der Brief an eine bayerische Prinzessin gerichtet war und diese Gebührenfreiheit in Bayern hatte. Also brauchte sie die bayerische Gebühre zu bezahlen.


    Dieser hier gezeigte Brief aus 1818 lief auch in die vorvertragliche Zeit, und hier ist die bayerische Auslage gestrichen geworden. Warum? Weil der Empfänger (Polizei Direction) keine Gebühre bezahlen musste, auch nicht die bayerische?
    Der Brief ist 13.10.1818 geschrieben und kam 21.10 Wien an. Der hat ein PStrasbourgP Stempel aber kein Diagonalstrich wie man oft sehen kann. Der Brief war ja auch nicht voll frankiert von Frankreich aus. Rückseitig finden wir, was zu erwarten ist, die 2 Decimes Gebührenanteil von Strasbourg bis Grenze Frankreichs. Es ist aber auch 2:- / 10 zu finden welche ich nicht ganz verstehen kann, und rückseitig als ob franko vermerkt. 2 1/2 Batzen und 10 Kreuzer? Vorschlag?


    Viele Grüsse


    Nils