• Liebe Freunde,


    zu dem gezeigten Brief aus Erding mit dem Mühlradstempel hätte ich noch ein Pendant aus gleicher Korrespondenz aus dem »Nachmärz« 1869 anzubieten. Der Stempelabschlag vom Typ Winkler 12b ist das Beste, was hier überhaupt zu bekommen ist. Das Gerät war weniger als ein Jahr im Einsatz. Die Buchstaben waren extrem fein geschnitten, das führte in der Praxis zu kaum leserlichen Abschlägen. Ein gescheiterter Versuch, eine zeitgemäße Lösung für den Halbkreisstempel zu finden.


    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo liebe Freunde,


    @Dietmar - sehr schönes Stück :thumbup:


    ich habe für heute auch noch einen Brief :


    OMr. 703 Wertach Sc. vom 09.10.1867 nach Neustadt


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo liebe Freunde,


    ... der hier liegt auch noch auf dem Schreibtisch - Marke leider nicht ganz perfekt, aber trotzdem landet er erst mal in der Sammlung:


    GMr. 462 Schmidtmühlen Op. auf Brief vom 23.01.1869 nach Amberg


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo liebe Freunde,


    ... und hier ist noch ein loses Exemplar, dann ist der Schreibtisch bald wieder komplett frei von bayerischem Material.


    OMr. 647 Bergen Ob.


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo liebe Freunde,


    .... und hier kommt noch eins:


    OMr. 780 Pretzfeld Of.


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Lieber Volker,

    schöne Stücke. Der Brief mit dem oMR 703 von Wertach ist ja ein "richtig dicker Hund" nach der Bewertung im Sem-Katalog.


    Lieber Dietmar,

    ein Klasse-Brief aus Erding. Der gefällt mir mindestens so gut wie meine Neuerwerbung mit dem MR-Stempel.


    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    wenn ich so schöne MRs sehe, komme ich in Versuchung, auch diese zu sammeln. Da ich aber Erwin nicht zu sehr stressen will, sage ich nein. Preußen gibt es hier eh schon zu wenige.

    Heute gab es ein interessantes Treffen mit dem Vorsitzenden der Emmericher Sammler. Das wird vermutlich einige Beiträge zu Stempeln bringen.


    viele Grüße


    Dieter

  • Lieber Dietmar,


    Dein Brief ist eine Wonne für jedes Auge, aber eine zeitgemäße Lösung war ein Stempel ohne Jahresangabe Ende der 60er-Jahre wahrlich nicht mehr. Da war man schon auf der Suche nach einem Stempeltyp, der auch das Jahr zeigen sollte. Dass es da manch misslungenen Versuch gab und es noch lange dauern sollte, bis aussagekräftige und dokumentarisch zufriedenstellende Stempel im ganzen Königreich im Einsatz waren, wissen wir natürlich auch.


    Liebe Grüße von maunzerleen

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber Wolfgang,


    den frühesten Abschlag des 20b habe ich vom 14. März 1870 registriert, den spätesten vom 12b am 2. März 1870. Irgendwo dazwischen liegt der Übergang.


    Liebe Grüße

    Dietmar

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Lieber Wolfgang,


    ja, so wird ein Schuh draus. Das sind Stempel, die die Anforderungen der 70er-Jahre erfüllen. Da haben sie in Erding schnell gemerkt, dass mit dem Halbkreiser nicht mehr viel Staat zu machen war. Zwei schöne Briefe von Dir!


    Viele Grüße von maunzerle

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo zusammen,


    das Thema der Einführung neuer Stempel-Typen erstaunt mich immer wieder. In Bayern gab es bereits vor 1820 L2 mit Jahreszahl. Nach Einführung der Halbkreis- und Einkreis-Stempel dauerte es dann bis 1870, als K1 mit Jahreszahl eingeführt wurden. Da hätte man sich mal bei den benachbarten Württembergern umsehen sollen. Die waren meiner Meinung nach bei der Einführung neuer Stempel fortschrittlich. Bereits seit dem 15.10.1851 waren zahlreiche K2 mit Jahreszahl im Einsatz und ab ca. 1870 wurden etliche Datumsbrücken-Stempel (Schweizer Stempel) in Betrieb genommen. Immerhin nutzte Preußen seit 1863 erfolgreich K2 mit Jahreszahl, manche bis ins neue Jahrhundert. In preußisch dominierten Deutschen Reich beschäftigte man sich immerhin seit 1887 durch einen Großversuch mit den Schweizer Stempeln, obwohl diese in der Schweiz und Württemberg seit über 20 Jahren erfolgreich im Einsatz waren. Außerhalb der deutschen Staaten war es meist auch so.

    Daher ist für mich das Verhalten der Bayern umso weniger verständlich.


    Dieter

  • Lieber Dieter,


    vermutlich taugt Preußen als größter Flächenstaat im Deutschen Bund bzw. im Norddeutschen Bund nur bedingt als Vergleichsmaßstab, was die Stringenz administrativer Maßnahmen angeht. Hier reicht die obrigkeitliche Tradition weiter zurück als sonstwo in Deutschland, bis ins 17. Jahrhundert. Die Militarisierung der männlichen Bevölkerung wirkte durchgreifend sozial disziplinierend, und wo das nicht so war, sorgte man durch Personalpolitik dafür, dass es so wurde.


    Bayern kann man sich nach einem auf Österreich bezogenen, aber gut übertragbaren Spruch von Victor Adler als »Absolutismus, gemildert durch Schlamperei« vorstellen. Vor Montgelas wurde buchstäblich dahingewurschtelt, und daran hatte sich auch nach Montgelas kaum etwas geändert. Alle zentralistischen Bestrebungen in der kurzen Zeit dazwischen blieben häufig darauf beschränkt, worauf sie gedruckt erschienen, nämlich auf das Papier. Ein sprunghafter König wie Ludwig I. mit ständig wechselnden Anwandlungen und Vorlieben tat das Seine dazu. Erst unter seinem Nachfolger Maximilian II. suchte man nach Lösungen, die aber – typisch bayerisch – meist pragmatischer Natur waren. Selbst diese bedächtigen Modernisierungsversuche stießen in weiten Bevölkerungskreisen auf Misstrauen oder sogar erheblichen Widerstand. Dazu kann man auch Staatsbeamte zählen, die Vorbehalte aufgrund von Konfession oder regionaler Herkunft hegten.


    Aufs Postalische und besonders die Stempelkunde heruntergebrochen heißt dies, dass sich ein zusammengestückelter Flächenstaat kaum zentralistisch steuern ließ. Die Oberpostämter hatten erstaunliche Spielräume, die sich unter anderem auch auf die Beauftragung von Stempelherstellern auswirkten. Nirgendwo scheint etwa die Dichte an Sondertypen so hoch wie in Oberfranken. Wer die Einleitung zu Dr. Joachim Helbigs Stempelhandbuch konzentriert durchliest, greift sich häufig an den Kopf und bedauert den Autor ob der selbstgestellten Aufgabe.


    Alles in allem war der Weg zum dokumentarischen Stempel bei den meisten deutschen Staaten lang und steinig. Erstaunlicherweise schauen die meisten Sammler selten über den Tellerrand der eigenen Ländersammlung. Württemberg kann man als Vorreiter betrachten, aber auch hier wurde experimentiert, ohne dass immer ein Fortschritt herauskam.


    Viele Grüße

    Dietmar

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Lieber Dietmar,


    vielen Dank für deine Ausführungen. Es stimmt allerdings, daß mit einem König wie Ludwig I. administrative Dinge viel schwieriger umzusetzen waren als in einem Staat wie Preußen. Speziell hier am Niederrhein waren zentralistische Strukturen seit der Franzosenzeit stark ausgeprägt.

    Das hat die Rheinländer später allerdings im Bereich der Stempel nicht daran gehindert, diverse Sondertypen auszuprobieren. Berlin war halt weit entfernt (fast so weit wie München).


    viele Grüße


    Dieter