Österreich (Semiklassik)

  • Wien - Pirmasens 21.09.1915


    Hallo zusammen,


    den nachstehenden Doppelzensur-Beleg von Wien nach Pirmasens aus dem Jahre 1915 möchte ich unserem guten mannaro widmen, welcher vor wenigen Tagen leider von uns gegangen ist. Österreich war sein Thema und es ist mir eine besondere Ehre es ihm heute ein klein wenig gleichtun zu dürfen. Viel solcher Korrespondenz in die bayerische Pfalz kann ich jedenfalls noch nicht vorweisen, schon gar nicht in derart vorzüglicher Qualität.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    die Schuhfabrik in Österreich schrieb an eine Maschinenfabrik in Primasens - auch wenn es heute keinen Inhalt mehr geben dürfte, wette ich, dass es um eine Maschine ging, mit der man Schuhe bzw. deren Sohlen herstelllen konnte - Pirmasens war ja das Zentrum der deutschen Schuhindustrie (und ist es teils noch) und auch meine Familie besaß dort bis 1920 eine Schuhfabrik.


    Das sollte übrigens der Empfänger gewesen sein: http://www.google.de/url?sa=t&…PoEuLmCbdaV6jiPcOwzyQVryw


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    hübsch!


    Zitat

    weiter geht`s mit einer Ganzsachen-Postkarte gelaufen Ende 1908 aus der westlichen Reichshälfte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von Mährisch-Schönberg in Nordmähren (heute Šumperk / Tschechien) nach Kaiserslautern.


    Postalisch war das österreichisch. Ungarn wurde im Sommer 1867 postalisch von Österreich unabhängig, auch wenn das nicht gerade eine leichte Geburt war, die die Ungarn wollten, die Österreicher weniger. Bei einer postgeschichtlichen Beschreibung würde ich daher den Begriff "Ungarn" in Zusammenhang mit österreichischen Poststücken vermeiden.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    tja, 1881 konnte man noch gebundene Bücher für 30 und 40 Pfg. das Stück erwerben, zumindest erhoffte man sich dergleichen in Österreich.


    Als nächstes kommt ein IM - Beleg aus der Kreuzerzeit dran, da werde die aus Österreich (extrem selten: Ungarn) schon rarer.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    das braucht es nicht - ich könnte da noch etwas für dich zu Hause haben ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    der Absendeort Aquileja der nachstehend abgebildeten Ganzsache liegt in der norditalienischen Provinz Udine (Region Friaul-Julisch Venetien) nicht unweit der slowenischen Grenze. Dem nahe am Adriatischen Meer und den davor gelagerten Lagunen von Grado entstandenen Städtchen kam besondere Bedeutung für die Verbreitung des Christentums im Alpenraum zu.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ein feines Stück - der Absender scheint ein ganz großer gewesen zu sein, denn es sollen noch viele Tausend Belege von ihm existieren. In die Pfalz dürften aber nur die wenigsten gelaufen sein, von daher Glückwunsch zu diesem Spezialstück zu einer einmaligen Stempelform.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    zur Info - es handelt sich NICHT um einen Maschinenstempel sondern die Streifbänder des DÖAV wurden vorab entsprechend bedruckt und schon so ausgeliefert. (die gibt es über mehrere jahre)
    Um die Jahrhundertwende war ja der große Run auf alles was die Höhe einer Bodenwelle überstieg und so hatte auch der DÖAV entsprechenden Zulauf. Das Überdrucken des Wertstempels diente einfach der Arbeitserleichterung bei der Unmenge an Mitteilungsblättern die versandt wurden. Trotzdem hübsch und in eine IM-Sammlung passend.


    Beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser

  • Hallo Schorsch,


    man musste ja schon was an der Streifbandentwertung einstellen, sonst wäre keine ständig wechselnde Monats- und Jahresangabe möglich gewesen. Einen leichten Durchschlag sieht man rückseitig auch. Insofern bin ich von einer maschinellen Entwertung ausgegangen. Aber die sitzt dermaßen exakt zentriert über dem Wertstempel, dass das mit der druckenden Entwertung genau so sein wird, wie Du`s sagst. Beschreibung ist geändert.


    Dafür Dank + Greetz !


    Tim

  • Hallo Pälzer,

    Zitat

    Aber die sitzt dermaßen exakt zentriert über dem Wertstempel, dass das mit der druckenden Entwertung genau so sein wird,...

    Richtig - die Mitteilungsblätter wurden m.W. monatlich herausgegeben und zentral versandt. Durch die damaligen Maschinen konnte man noch keine Streifbänder mit Zeitungen "jagen" und eine manuelle Entwertung kam aufgrund der Mengen auch nicht in Frage. Daher eben komplett (monatlich) überdruckte Streifbänder.


    Beste Grüße
    Postegschichte-Kemser

  • Hallo Sammlerfreunde,


    anbei eine auf den ersten Blick recht gewöhnlich aussehende Postkarte, welche auf den zweiten einen doch recht interessanten Laufweg hinter sich gelassen hat.


    Zu verdanken haben wir dies einem offenbar "lässig" adressierenden Wiener Buchhändler. Jener war wohl der Auffassung, dass die - natürlich allwissende - Post seine Bücherbestellung mit der kurz und bündigen Adressierung S. Wilke Neustadt schon an das von ihm gemeinte Neustadt im linksrheinischen Bayern anzudienen wusste.


    So einfach war das dann ohne den Zusatz an der Haardt nun aber doch nicht und so lief das gute Stück erst einmal rd. 460 km ins nordböhmische Neustadt an der Tafelfichte (Nové Město pod Smrkem) nahe der schlesischen (heute polnischen) Grenze. Hier wußte man nichts mit einem Adressaten S. Wilke anzufangen und notierte dazu mit Bleistift a.d.Mettau ?


    Damit war dann das ca. 150 km weiter südöstlich, ebenfalls nahe der schlesischen Grenze gelegene Neustadt an der Mettau (Nové Město nad Metují) gemeint. Dort wurde am 13.05.1906 Durchgang gestempelt und offenbar auch die richtige Adressierung nach Neustadt a.d. Haardt nachgetragen, wo die Poka 3 Tage später dann eintraf...nach einem Umweg von ca. 1.000 km.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    manchmal ist Dämlichkeit von Vorteil - jedenfalls, wenn man 3 Generationen überspringen kann. :D


    Mich wundert, dass man ihn nicht in die Wiener Neustadt geschickt hat, wie man das oft zu tun pflegte. Neustadt - Orte gibt es sicher mehr als ein Dutzend, von daher war der 3. Ort schon ein Treffer (vermutlich wusste der 2. Empfänger, wer gemeint war und gab der Post einen Tipp).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ...so sind sie eben, die PO-power-Experten: Immer noch gleich eine Latte höher legen :thumbsup:


    Wäre der auch noch über die Wiener Neustadt gelaufen, bestünde prompt Verwunderung darüber, warum nicht auch gleich noch über Neustadt am Rübenberge gelaufen :D


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,

    Zitat

    So einfach war das dann ohne den Zusatz an der Haardt nun aber doch nicht und so lief das gute Stück erst einmal rd. 460 km ins nordböhmische Neustadt an der Tafelfichte (Nové Město pod Smrkem) nahe der russischen (heute polnischen) Grenze (siehe Karte Ziel B). Hier wußte man nichts mit einem Adressaten S. Wilke anzufangen und notierte dazu mit Bleistift a.d.Mettau ?


    Nur ein Hinweis:


    Die beiden böhmischen "Neustädte" lagen damals dicht an der deutschen (schlesischen) Grenze - so weit reicht Russland nie nach Westen.


    Beste Grüße


    Jürgen