Niederländisch-Ostindien

  • Semarang - Landau i.d.Pf. 31.01.1891


    Hallo Sammlerfreunde,


    es ist immer wieder eine Freude, einen neuen thread mit einem Belegstück in bester Erhaltung eröffnen zu dürfen. Der "Mäusebiss" am Oberrand der nachstehenden Postkarte stört mich bei deren Destination jedenfalls herzlich wenig. Im Januar 1891 von der Hafenstadt Semarang an der mittleren Nordküste der Insel Java aufgegeben lief sie dort entlang zunächst rd. 460 km in westl. Richtung nach Weltevreden, dem Regionalzentrum der niederländischen Kolonialherrschaft rd. 10 km südöstlich von Jakarta. Etwas mehr als einen Monat später traf des Poststück an seinem Bestimmungsort in Landau / Pfalz ein.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    wohl dem, der solche Poststücke in die Pfalz zeigen kann. Wenn ich mir das aus der Kreuzerzeit vorstelle, dann muss ich mich vorher setzen, nicht dass ich noch weiche Knie bekomme ...


    Von dort nach Bayern kenne ich genau einen Brief, den ich hier mal einstellen kann - leider nicht in die Pfalz, das wärs noch gewesen. ;)


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    ich hatte wegen dem Adressaten-Namen zuerst ein wenig weiche Knie bekommen, dass da evtl. was nicht ganz stimmen kann, aber das hat sich dann gleich wieder gelegt.


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer ;)

  • Hallo Pälzer,


    der große Ludwig Erhard war es leider nicht, weil noch nicht geboren (war aber auch königlich bayerische, nur halt aus Fürth).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    trau mich fast nicht, den hier schon mal besprochenen Brief von Pamakassan (Java) nach Prag nochmals einzustellen, da er bereits hier


    Der Deutsche Krieg 1866


    besprochen wurde.


    Ging zwar nicht nach, wohl aber durch Bayern (von Strassburg via Baden/Bayern über Eger nach Prag). Als Ostindien-Brief im 66er Krieg durch die Südstaaten nach Prag befördert, verdient er vielleicht aber wohl eine Erwähnung in diesem Ostindien-thread...

  • Lieber mikrokern,


    den darfst du von mir aus jeden Tag zeigen - eine Obergranate! :P:P:P


    Es gibt wenige Briefe, von denen man behaupten kann, das gibts nur einmal, das kommt nicht wieder, aber hier stimmts wirklich.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo mikrokern,


    finde der passt hier auch als Bayern-Durchläufer und in der Qualität noch mit allen Siegeln (!) alle mal. Da kann man gut und gerne weiche Knie von kriegen. 8o


    Danke für`s zeigen + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    anbei einmal ein Semiklassik-Brief aus Niederländisch-Ostindien und diesmal nicht wie die o.a. Poka von der Insel Java aus aufgegeben, sondern von der nördlich davon liegenden Insel Sumatra. Der dort im Nordosten gelegene Absendeort Medan gewann unter niederländischer Kolonialherrschaft ab ca. 1860 insbesondere wegen dem umliegenden Tabakanbau an Bedeutung. Medan ist heute Hauptstadt der Provinz Nord-Sumatra (Sumatra-Utara).


    Der mit 25 ct freigemachte Beleg lief offenbar zunächst nach Osten über die Straße von Malakka auf die malaiische Insel Penang. Von der dort ansässigen niederländischen Postagentur wurde dann nach Europa weiter verschifft. Rund 2 Wochen später traf die Geschäftskorrespondenz dann am Zielort, dem pfälzischen Kaiserlautern ein. Hierzu notierte man noch vorderseitg korrekt Bavaria, dem ich mir erlaube ein cisrhenanus beizuzufügen. ^^


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ein ausnehmend attraktiver Brief, wie es ihn früher schon nicht oft gegeben haben dürfte.


    Gut auch, dass die Post dort genau gelesen hat - denn oft las man "Batavia", der alte Name der großen Stadt, welche heute Jakarte heißt und Hauptstadt Indonesiens wurde. Auch gab es mehrere Schiffe, die Batavia und Bavaria hießen und Fehlleitungen daher waren an der Tagesordnung (ich übertreibe jetzt ein bißchen). Dass ein Brief wirklich nach Bayern ging, dürften die dortigen Postler auch nur alle Jubeljahre erlebt haben.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    es freut mich mit dem nachstehenden MEF-Beleg eine sicherlich nicht so häufige Portostufe zeigen zu können: Eine eingeschriebene Drucksache bis 50 gr zu 15 cent.


    Auf dem entsprechend unverschlossenen Briefkuvert liest man auf der Vorderseite unten links Documente ! = Drucksache und Aangeteekend ! = Einschreiben.


    Die Transportdauer belief sich ausweislich des rückseitigen Ankunftsabschlages in Speyer auf etwas weniger als einen Monat.


    Schönen Sammlergruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    es gab meines Erachtens einen Sondertarif für Geschäftspapiere = Dokumente. Leider ist das nicht meine Zeit, daher bin ich hier nicht bewandert. Viele Briefe dieser Art, noch dazu rekommandirt, dürfte es aber schon damals nicht gegeben haben - Glückwunsch zu dieser Rosine mit tollem Eindruck!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    ich bin hin und hergerissen: Geschäftbriefe sind m.W. - wie hier ganz klar erkennbar - offen aufgegebene Briefsendungen, die Vordrucke, Prospekte, Durchschriften mit nicht gedruckten Zusätzen geschäftlicher Art beinhalten dürfen.


    Dabei dürfen nicht gedruckte Zusätze höchstenfalls eine kurze Mitteilung geschäftlicher Art ergeben. Ferner muss der Brief mit einer gedruckten Absenderangabe versehen sein, was vorliegend wiederum nicht der Fall ist. Auch die Adressatenaufschrift ist nicht gedruckt.


    Drucksache heißt nun auf niederländisch drukwerk und Geschäftsbrief zakenbrief. Insofern bin ich aufgrund des o.a. Sachverhaltes davon ausgegangen, dass die eingelegten documente denen einer Drucksache gleich gekommen sind.


    Leider läßt sich das ohne den Inhalt und die einschlägige Postordnung nicht nachvollziehen. Hilfreich wäre natürlich auch die Gebührentabelle der Zeit, die werde ich auf jeden Fall in der nächsten Zeit recherchieren.


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Liebe Freunde,


    anlässlich des 2. Jahrestages unseres tollen Forums möchte ich einen Brief aus Semarang des Jahres 1872 zeigen, der mir heute morgen, ganz früh, in der Bucht ins Netz ging. Die postgeschichtliche Beschreibung wird später folgen, wenn er hier sein wird ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bk,


    wenn - wie wir so schön sagen - eine Beleg ein "Gesicht hat", dann so einer wie der hier; Glückwunsch ! Ich sehe rückseitig in Blaustift eine Aufaddierung 48 + 8 was die Zahl 56 ergibt. Diese vorderseitig 2 x in schwarzer Tinte und 3 x mit Blaustift wiederholt.


    Ferner glaube ich einen franz. Taxstempel (90 Centimes ?) zu erkennen, dem rechts nebenan eine ausgestrichene Taxierung gestellt ist. Auch die rücks. spiegelverkehrt ersichtlichen Abdrücke lassen darauf schließen, dass Frankreich mit im Spiel war, was ja allein schon der Kastenstempel mit "Via Marseille" klarstellt.


    Wie sich das im einzelnen erklärt (evtl. franz. Transitporto ?) werden wir ja noch sehen, aber gehe ich in der richtigen (Basis-)Annahme, dass hier aus irgend einem Grund beim Empfänger 56 Kr Nachtaxe erhoben werden mussten ? Schließlich sehe ich in Blaustift vorderseitig noch eine 16, deren Bedeutung mir völlig unklar ist.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ich habe mich mit dem Brief noch gar nicht beschäftigt und weiß nur, woher er stammt, wohin er lief und dass er offensichtlich unterfrankiert war und den Empfänger satte 56x Nachporto kostete, was ja schon ein stattlicher Betrag war.


    Ob Stempel mit Laufwegsangabe diese nach sich zogen, weiß ich nicht. Ich habe einen weiteren von dort der 2. Gewichtsstufe und einen bayerischen nach dahin. Für meine kleine Bayern - Frankreich - Sammlung werde ich sie alle drei gebrauchen können, hoffe ich.


    Erst wenn er da ist, werde ich ihn zu knacken versuchen, was sicher nicht leicht werden wird.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,


    anbei eine nette Variation zum post1, eine zusätzliche Entwertung mit Ruralstempel - hier Gombong im mittleren Südteil Javas. Der darüber noch abgeschlagene Einkreiser-Poststationsstempel ist schwer leserlich, aber es ist vom etwas weiter nördlich gelegenen Banjarnergana auszugehen.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ein manierliches Stück aus einer anderen Welt damals (wohl auch heute noch). Der Inhalt lässt phil. Tendenzen erkennen, aber das muss nicht sein. Unglaublich, wie viele Sammler es vor 130 - 120 Jahren es schon gab und das niederste Bildungsniveau sprachen die frühen Marken ja wohl eher nicht an, wenn ich mir den weiten Kreis von Akademikern ansehe, die die Adressanten waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    wieder auch an den Herren Ludwig Erhard, 1889 noch Kgl. Amtrichter in Pirmasens und wie wir dann in post1 sehen 1891 schon Kgl. Landgerichtsrath in Landau. Die roten röm. Ziffen deuten mir langsam aber sicher in Richtung Privat-Durchnummerierung der eingegangenen Korrespondenz. Der Transport von Nr. VII von Gombong nach Banjarnergana muss wirklich durch eine - für damalige Begriffe - andere Welt, d.h. vorliegend durch den tiefsten Urwald gegangen sein.


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    ich kann auch eine wahnsinnige Destination zeigen, die ich letztlich auf einer schwedischen Auktion gefunden habe!!



    Brief von Niederländisch Ostindien nach Schweden.


    Handschriftlicher Leitweg: „pr. Overlandmail“ - „via Trieste“.


    K3 Abgangsstempel „BATAVIA“ 23/5 – FRANCO (heute Jakarta, Hauptstadt Indonesiens),


    war bis Hamburg bezahlt. Rs. Transitstempel Hamburg 15.7.58 + vs. in Rötel 2 H.sh.


    Hds. wurden in blauer Tinte 6¼ Sgr. notiert.


    Interessant ist der dazugehörige Quadratstempel “6¼ “.


    Berechnet wurden für den Brief in Stockholm = 46 Öre.



    Gruß Lothar


    zwar Pfälzer aber kein waschechter!!