Großherzogtum Würzburg (1.2.1806 bis 25.6.1814)

  • Lieber VorphilaBayern,


    wenn ich es richtig sehe, war der Brief im Ghzt. Würzburg portofrei, in Baden aber mit 6 Kr. portopflichtig.


    Schöner Brief!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo VorphilaBayern


    Danke fürs Zeigen. Ein interessanter Brief wie immer von dir. :P


    Eine Frage habe ich. War Würzburg zu dieser Zeit unter österreichischen Posthoheit, oder hatte das Grossherzogtum ein eigenen Posthoheit hier?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo bayern klassisch


    Ja, schon, aber wer hat die TT instruiert, oder wer hat die Einkommen genommen, wohl nicht TT allein?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo die Runde


    Ich will meine Frage auch etwas anders Formulieren.


    Gehört Briefe von Bayern nach Grossherzogtum Würzburg (und umgekehrt) auch unter meine Bayern-Österreich Sammlung?
    Was meinen die Postgeschichtler dazu. Für mich wäre es OK so, habe aber nie in diese Richtung gedacht.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    Frankfurt und Regensburg waren die historischen Zentren der Macht von TT. Der Fürst der Toskana oder ein anderer Potentat konnte seine Rechte an der Post, also das Postregal, als Lehen vergeben. Hier hat Würzburg an TT das Postregal verliehen.


    Würzburg mit Österreich kann man meines Erachtens nicht gleichsetzen, weil sie staatsrechtlich nichts miteinander zu tun hatten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für die Antwort.
    So habe ich es auch gedacht. :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    die damaligen Postbeamten mussten ihre Dienstkleidung (Uniform) wechseln, obwohl der Fürst von Thurn und Taxis das Postregal verliehen bekam. Ich habe gelesen, dass unter dem Großherzog Toskana die Kleidung rot - weiß - war. Wäre auch erklärlich, weil Österreich ja diese Landesfarben noch heute hat. Ich glaube, dass die kaiserliche Post - also Thurn & Taxis gelbe Farbe hatte. Als dann die Bayern "einmarschierten" musste die Jacke wieder gewechselt werden: weiß/blau - so wie der Himmel. Vielleicht wäre das bis heute so, wenn der Kaiser Wilhelm (äh Bismarck) ... aber das ist eine andere Geschichte. Auf den Postscheinen unterschrieben ja die Beamten. Da ist zumindest ein Name dabei der diesen Wechsel mitmachte! Entscheidender war aber, dass die Beamten immer den Diensteid auf den neuen Landesherrn leisten mussten. Also immer eine Prozedur und die Urkunden von damals (liegen im Staatsarchiv) zeugen heute noch davon.


    Beste Grüße


    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Teilfrankobrief /Frei Gr. = Franko Grenze) von Schweinfurt (ab 11.9.1810 bis 25.6.1814 im Großherzogtum Würzburg) nach Kirchberg (ab 6.10.1810 im Königreich Württemberg) mit Präsentiertvermerk vom 28. Januar 1811. Der Absender bezahlte bei der Briefaufgabe 5 Kreuzer (bis zur württ. Grenze.
    Von da bis Kirchberg bezahlte der Empfänger 4 Kreuzer Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo Freunde


    Ich habe dank Mikrokern dieser Brief erwerben, und freue mich sehr darüber :)


    Vorderseitig sieht es so aus als ob der Brief in 1804 geschickt war, aber innenseitig ist es eher wie 1807. Man sollte eher der Absender trauen als ein späteren Vermerk. Das JAhr 1807 ist auch von Taxierung bestätigt.


    Aus Würzburg in Mai 1807 nach bayerisch Bozen geschickt. Der Absender hat "frey" vermerkt, es heisst also frankiert bis Grenze zu Bayern, hier mit 5 Kreuzer Rh. Der Empfänger hat 19 Kreuzer Rheinisch bezahlt, was nach dem Tarif für Auslandsbriefe war.
    Der Brief war aber zuerst falsch Taxiert geworden mit 24?? Kreuzer??. Wie man zu dieses Ergebnis (24) gekommen ist, weiss ich nicht


    Warum gibt es keine Taxierung für Bayern hier? Oder hatte Taxis hier eine eigene Taxierung?


    Kennt jemand den Siegel?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Bayern-Nils


    Sowohl Würzburg als auch Bayern selbst standen zu diesem Zeitpunkt unter taxisscher Postregie, also konnte bis zur Grenze Tirols frankiert werden.
    In Tirol kam dann die "Auslandsgebühr" zum Tragen.
    Liebe Gruesse H


    Ein wichtiger Brief, von dem ich liebend gerne eine Farbkopie (gegen Erstattung der Kosten) hätte, um ihn in das geplante Tirolbuch aufzunehmen.

  • Hallo Helbig


    Besten Dank für die Antwort.
    Ein PN ist geschickt.


    Hallo mikrokern


    Ja, kein Zweifel :)


    Viele Grüsse
    NIls

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    gratuliere recht herzlich zu diesen sehr seltenen Stück.
    Man muß schon sehr lange suchen, bis man einen solchen Brief findet. Ich konnte noch Keinen erwischen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,
    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Unfrankierter Brief aus Rudolstadt (Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt / Kaiserliche Reichspostanstalt) nach Kreuzwertheim (Großherzogtum Frankfurt) über Würzburg (Großherzogtum Würzburg) und Esselbach (Großherzogtum Frankfurt / Thurn und Taxissche Lehenspostanstalt ) aus dem Jahr 1812. Von Esselbach erfolgte die Bestellung des Briefes nach Kreuzwertheim. 4 Kreuzer fielen im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt an. Dazu kamen noch 8 Kreuzer für die Großherzogtümer Würzburg und Frankfurt. Für die gesamte Poststrecke war Thurn und Taxis zuständig. Bayerisches Gebiet wurde nicht berührt.
    Esselbach und Kreuzwertheim kamen am 3. Juni 1814 zu Bayern. Würzburg am 26. Juni 1814.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Bayerisches Gebiet wurde
    nicht berührt. Esselbach und Kreuzwertheim kamen am 3. Juni 1814 zu Bayern. Würzburg am 26. Juni 1814.
    Beste Grüße von VorphilaBayern



    Hallo, mal nur eine Frage: steht der Beitrag nicht im falschen Thema? Den interessanten Brief hätte ich übersehen, da Österreich eigentlich nicht mein Sammelgebiet ist.
    Nachdem richtig der Brief nichts mit der bayerischen Post zu tun hatte, wäre doch das Thema eher angesiedelt unter Postgeschichte nach Themen und hier unter einem Thema "Lehenspost Thurn & Taxis" . Dabei wäre zu diskutieren, ob eine zeitliche Eingrenzung sinnvoll und hilfreich ist. Unter dem Thema kann dann als Unterthema die Post aus dem jeweiligen Staat gezeigt werden (z.B. Großherzogtum Würzburg - 1814 / Bayern - 1808 usw.).
    Warum meine Frage bzw. mein Vorschlag.


    Das vorhandene Thema "Kaiserliche Reichspost" http://www.altpostgeschichte.c…php?page=Board&boardID=8& wird wohl für Belege bis 1805 dienen. Danach "bot das Postwesen ein trauriges Bild der deutschen Zerrissenheit in jenen Zeiten, und die ehemalige Reichspost lag auf dem Areal des rheinischen Bundes allein in nicht weniger als 26 ganz verschiedene Postanstalten zerstückelt, die sämtlich fast nach mehr oder weniger verschiedenen Grundsätzen und nach verschiedenem Interesse arbeiteten; außerdem gab es noch dänische, schwedische, pommerische, preußische und österreichische Posten; also im Umfange des weiland deutschen Reichs 31 verschiedene Postverwaltungen".


    "Taxis rettete aus dem Schiffbruche was noch zu retten war; er schloss wenigstens mit den meisten Fürsten der ihm noch verbliebenen Postbezirke, bzw. in deren Staaten der status quo der Reichspost durch den Reichsdeputationsschluss geboten war, besondere Verträge; so 1804 mit Nassau und Hessen-Darmstadt, 1805 mit Baden, Württemberg, Pfalz, Bayern, Würzburg, Sachsen, Hildburghausen, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Coburg und den Fürsten von Reuß, auch SachsenGotha und Sachsen-Meiningen."


    Das nur nebenbei bemerkt von einem der auch "Altpapier" sammelt
    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Liebe Sammlerfreunde,


    Herr Dr. Helbig berichtet im "vorphila blog" von einer Verordnung vom 30. August 1814, wonach trotz, nachdem die Großherzogtümer Würzburg und Aschaffenburg am 26. Juni 1814 zu Bayern kamen, der Grenzfrankozwang noch bis 30. September 1814 weiterbestand.
    Siehe Artikel im vorphila blog:


    http://vorphila.blog.de/2011/0…es-datum-bayern-10411568/


    Ich konnte nun aus dieser kurzen Zeitspanne folgenden Beleg finden:
    Unfrankierter Brief aus Würzburg vom 23. September 1814 nach Weissendorf. 4 Kreuzer fielen bis zur Grenze "Großherzogtum Würzburg - Bayern" - und 8 Kreuzer von da bis Weissendorf als Porto an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern