Boite Briefe: die Rückkehr

  • Hallo zusammen,


    Infolge eines Austausches zwischen Ralph und mir auf der Erwähnung "Boite" der hauptsächlich in Bayern am Anfang der Erscheinung der Marke benutzt ist, lassen Sie mir sich die Benutzung derselben Erwähnung in Frankreich, aber in jedem anderem Zusammenhang vorstellen.


    Wirklich hat sich das Postnetz im 19. Jahrhundert dank der Entwicklung des Eisenbahnnetzes fest entwickelt.
    In Frankreich hatte die Postverwaltung Briefkästen innerhalb der Bahnhöfe eingerichten lassen. Die Briefe die in diese Briefkästen, waren von den Bahnpostbeamten versammeln.
    Die Postverwaltung hatte das Publikum vorgebeugt, daß die in diese Schachteln geworfenen Briefe für andere Städte bestimmt sein sollten, als diejenige, wo sich der Bahnhof fand, weil sie den Zug übernahmen.
    Jedoch und trotz dies Warnung setzte das Publikum fort, Briefe der Stadt für die Stadt in diese Briefkästen zu legen.
    In Frankreich wie in anderen Ländern, profitiert eine Post, die innerhalb der Grenzen der Stadt des Postamtes und ihres Postbezirkes zirkuliert, von einem reduzierten Gebühr: 10 c bis zum 31/08/1871 und 15 c von 01/09/1871 bis zum 31/03/1878.
    Auf Grund dieser Tatsache und am Anfang der Eisenbahnpost, übernahmen die örtlichen Briefe, die versehentlich in diese Schachteln geworfen waren, den Zug und waren also von den Bahnpostämter (auch versehentlich) wie territoriale Briefe etrachtet und also, die für Ungenugend Franco nachtaxiert sind. Außerdem waren diese Briefe Opfer einer großen Verteilung Verspätung.


    Dementsprechend am 15. September 1855 hat die Postverwaltung um die Bahnpostahnpostämter gebeten, den Namen des Bahnhofes auf der Vorderseite der örtlichen Briefe zu bemerken, die mobile Bahnhofsbriefkasten gefunden wären.
    Diese Erwähnung hatte zum Ziel, den Eingangspunkt des Briefes im Postdienst anzugeben. Mit nur der Anschlag den Bahnpoststempel kannte man nicht wo der Brief in den Postdienst eintreten können und also in abwesenheit, konnte er als ein territorialer Brief betrachtet sein.
    Im Laufe der Zeit hat sich diese Erwähnung daher in "Boîte de....." verwandelt, gefolgt des namens der Bahnhof.


    Das ist also ein Brief in der mobile Briefkasten des Bahnhofes von Lille am Ende des Tages postiert gewesen ist, und die nach den Viertel von Fives-Lille bestimmt. Das Bahnpostamt hat bemerkt " Boîte de Lille " und ist der Brief über den Nacht-Bahnpostamt Lille-Paris bis zu Paris gegangen, um dann nach Lille zurückzukehren und so nächste Tag in Fives verteilt zu sein.
    Grüss aus Frankreich.
    Emmanuel.

  • Hallo Emmanuel,


    das ist ein sehr schöner und interessanter Brief, vor allem dann, wenn man die Hintergründe kennt, die du geschildert hast.


    Es dürfte auch nicht sehr viele Briefe dieser Art geben, auch wenn das Postaufkommen Frankreichs vieldutzendfach höher gewesen sein dürfte, als das von Bayern, wo ich dergleichen nicht kenne.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo an alle,


    Die Erwähnung "Boîte" oder lieber " Trouvé à la boîte " (In Briefkasten gefunden) ist auch in einem anderen Fall benutzt.
    Das sind einige Beispiele dieses Falles.
    In Frankreich, wie anderen Ländern das Prinzip des Nachsendens eines Briefes kostenlos ist, außer wenn die Frankatur wegen des Nachsendens nicht ausreichend ist, um den neuen Postgebühr zu decken. So wird z. B. ein Inlandsbrief im Ausland nachzusenden, wahrscheinlich nachtaxiert sein.
    Im Fall eines Nachsendens blieb die Frankatur also rechtsgültig, der Briefträger strich genau die Adresse und schrieb eine Nachricht, wenn man kannte, wo sich der Empfänger des Briefes fand.Ein Brief, der den Gegenstand eines Nachsendens ist, verläßt keinen Postdienst, um verteilt zu sein.
    Aber was geschah, wenn der Brief an die über den Brief geschriebene Adresse eingereicht gewesen war und wenn der Empfänger nicht mehr da war, diese Brief mit eine neue Adresse in Schachtel geworfen gewesen ist?
    Die französische Postverwaltung antwortet auf diese Frage mit Zirkular n° 147 von November 1859:
    " BRIEFE DIE SICH IN DER SCHACHTEL GEFUNDEN WAREN UND DIE SCHON MIT EIN STEMPEL DER POSTVERWALTUNG GESCHLAGEN WAREN.
    § 6. Es kommt manchmal an, daß Briefe, die aus dem Postdienst ausgegangen gewesen sind, in der Schachtel wieder geworfen sind. Sie tragen dann noch die Stempel, mit denen sie während ihrer verteilung verkleidet waren. Meistens kommt die Rückkehr im Postdienst der Briefe aus dem Wohnsitzwechsel der Personen her. Wohnsitzwechsel von der man den Briefträger während der Verteilung nicht benachrichtigt hat. Aber, manchmal auch kann die die Rückkehr im Postdienst einigen Betrug verstecken oder einiger Mißbrauch, gegen die es notwendig ist, daß die Postverwaltung gefechtsbereit stattfindet.
    § 7. Die Postbeamten selbst haben verstanden, wieviel es wichtig war, daß die Briefe, die sich in diesen Bedingungen finden, mit den nachgesandten Briefen nicht verwechselt sein sollen. In diesem Ziel hat sich der Gebrauch in den meisten der Postämter, von eines doppelten Federstriches in Form eines Kreuzes auf jede der Stempel, einschließlich der Entwertungsstempel durchzustreichen, mit der sogenannte Briefe verkleidet sind, und auf der Adresse die Wörter einzuschreiben: "Trouvée à la boîte" .
    § 8. Es empfiehlt sich heute, in die Regel diesen Gebrauch zu verwandeln. Zu diesem Zweck werden die folgenden Absätze zum Artikel 405 der allgemeinen Anweisung hinzugefügt sein:
    Jeder in der Schachtel gefundene Brief, der von ein Stempel, ein Nachporto schon geschlagen oder mit einer abgestempelten Briefmarke verkleidet ist, ist behandelt, sowie er folgt:
    1 ° Die Stempel und Nachporto, oder die Briefmarke, sind im Kreuz durchgestrichen und mit den datumstempel ersetzt;
    2 ° Die Anmerkung, "Trouvée à la boîte", mit Benennung dieser Schachtel, ist auf der Adresse eingeschrieben;
    3 ° ........."


    Hier ist also ein konkreter Anwendungsfall dieses Verfahrens:
    Ein Francobrief von Paris für Paris die in der Postamt E (rue de Sèze) postiert gewesen ist.
    Der Empfänger ist an diese Adresse nicht, aber der Brief hat, dennoch verteilt gewesen. Sie ist dann in der Schachtel ohne zusätzlichen Marken geworgen gewesen. Wir sind, also 1857, das Rundenschreiber n ° 147, ist noch nicht angewandt.
    Jedoch sieht man gut, daß in Paris, die Postämter ein Stempel "Trouvée à la boîte" benützten.
    In diesem Fall ist der Brief vom Potsamt K (rue de Londres) behandelt gewesen weil der Brief in eine Schachtel von diesem Postamt zugeteilt gelegt gewesen ist. Das Postamt K hat auch sein Nachporto-Datum stempel geschlagt. Einen Francobrief von Paris, für Paris kostete 10 c, eine Portobrief 15 c

    Der 2. Brief von Hautmont nach Paris gegangen. Die frankatur, 20 c, deckt das territorial Gebühr eines Briefes in erster Gewichtsstufe (Tarif vom 01/07/1854).

    In Paris angekommen, ist sie in die Fabrik (oder im Sitz eines Unternehmens) eingereicht, wo der Empfänger sich zu finden war. In 1861, die Champs Elysees hatten noch nie das selbe Aussehen wie heute.
    Der Empfänger ist abwesend und der Brief scheint wichtig genug zu sein, damit seine Kollegen ihn schickt, wo er sich findet, das heißt in Pantin.
    Die ehemalige Adresse ist also durchgestrichen und eine neue Adresse ist geschrieben.
    Der Brief ist also erneut frankiert und in einem Briefkasten geworfen die vom Postamt ES2 (rue de Chaillot) zugeteilt ist. Dieses Postamt entwertete die Stempel von Hautmont (Datumu-und Etwertungstempel) mit seinen Stempel "Trouvée à la boîte E.S.2",
    Dieser Fall ist interessant, weil die Person, die den Brief bekommen hat, hat sich bemüht den Brief für den guten Empfänger zu frankieren.
    Viele Grüsse.
    Emmanuel.

  • Hallo Emmanuel,


    vielen Dank für diesen lehrreichen Aufsatz über diese speziellen Briefe - gefällt mir sehr gut. Auch deine Briefe passen perfekt in diesen Kontext. Leider kann ich keinen mit Boite - Vermerk von / nach Frankreich zeigen. Wenn ich mal einen sehen sollte, weiß ich jetzt, wie er behandelt wurde. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Emmanuel,


    wir reden hier dann von der Markenzeit und der Einfachheit halber von Inlandsbriefen:


    Frankobrief von A nach B. Dort ausgeliefert aber wieder in die Boite eingeworfen mit neuem Zielort, ohne Frankatur - Weiterleitung war das portopflichtig, aber es wurde nur der günstige Frankosatz genommen, also ohne 3x je Gewichtstufe Portozuschlag. Solche Briefe kamen vor (s. Thread hier Weiterleitungen).


    Frankobrief von A nach B. Dort ausgeliefert und mit Marke versehen. Das nennt sich "Nachsendefrankatur" und ist nicht häufig bei Bayern, weil man in der Regel nicht frankierte. Als neue Postaufgabe musste für die Strecke von B nach C frankiert werden, da die Marke für die Strecke von A nach B verbraucht war.


    Spezielle Vermerke gab es hierfür nicht. Oft hat man nur die Adresse verändert und den Brief wieder eingeworfen, fertig. Die Post sollte als Zeichen der neuen Postaufgabe den Aufgabestempel anbrigen, aber auch das wurde oft vergessen.


    Nur wenn Briefe mit poste restante - Vermerk von der Post weiter zu leiten waren, musste man "Auf Verlangen nach ..." vorne auf den Brief schreiben, aber auch das wurde hin und wieder vergessen (s. Contra - Sammlung hier).


    Ab 1861 mussten sogar Briefe mit Vermerk "Chargé", auch wenn sie unfrankiert in die Boite eingeworfen worden waren, unter Recommandation abgesandt werden. Zuvor musste man das nicht (s. meine Contraventions - Sammlung, wo ich so etwas zeige). Für solche Fälle gab es auch an ganz wenigen Orten den Stempel "Aus dem Briefkasten", aber erst in den 1860er Jahren in München, zuvor waren das so seltene Fälle, dass sich die Anschaffung eines eigenen Stempels hierfür nicht gelohnt hätte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus