Bayern - Thurn und Taxis

  • Hallo,


    nachdem es direkte Paketschlüsse zwischen Bayern und Thurn u. Taxis gab, kommen Briefe mit preußischen "Spuren" zu dieser Zeit nicht häufig vor.

    Dieser Portobrief aus Nürnberg vom 16. Juli 1842 nach Dillenburg wurde mit dem Bayerisch-Preußischen Kartenschluss Nürnberg-Wetzlar spediert. In Wetzlar wurde der Herkunftsstempel BAYERN abgeschlagen.

    10 Kr. (= 3 Sgr.) setzte Bayern an. Preußen berechnete für den Transit 2 1/2 Sgr. und verkaufte den Brief für 5 1/2 Sgr. an Taxis, welche vom Empfänger im Herzogtum Nassau 6 Batzen beanspruchte. Wie lange war der Batzen eigentlich in Gebrauch?


    Grüße von liball

  • Hallo liball,


    der Batzen war im Großherzogtum Nassau eine rein gewohnheitsmäßige Rechnungsgröße, ausgeprägte Münzen gab es nach dem Dresdner Münzvertrag von 1838 (und bereits vorher) nur als Heller, Kreuzer, Gulden und Vereinstaler.


    Es ist deshalb sehr schwer, die Verwendung solcher »umgangssprachlicher« Bezeichnungen einzugrenzen. Der Begriff Taler hielt sich zum Beispiel im Deutschen Reich noch, als es die Mark längst gab. Deshalb führte man Dreimarkstücke ein, die dem gewohnten Taler entsprachen, auch weil in manchen Gebieten noch alte Münzen im Umlauf waren.

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

    Einmal editiert, zuletzt von Erdinger ()

  • Hallo Karl,


    auf Briefe nach TT kenn ich noch Batzen - Notationen bis ca. 1848 als Portogröße bzw. zur Verrechnung. Am längsten konnte ich sie auf Briefen nach Südhessen sehen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Frankobrief von Mellrichstadt (Kgr. Bayern) vom 28. Dezember 1850 nach Ostheim vor der Rhön (Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach / Thurn und Taxis). Der Absender bezahlte 2 Kreuzer Franko bei der Briefaufgabe (ermäßigte Grenzbereichstaxe zwischen Bayern und Thurn und Taxis). Ankunftsstempel Ostheim vor der Rhön vom 29. Dezember 1850 siegelseitig. Am 30. Dezember 1850 wurde der Brief wiederum als Frankobrief neu aufgegeben nach Nordheim vor der Rhön (Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach). Franko 1/2 Silbergroschen wurden bei der Briefaufgabe bezahlt. Aufgabestempel siegelseitig Ostheim vor der Rhön (Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach) vom 30. Dezember 1850. Am 4. Mai 1839 wurde eine Thurn und Taxissche Kariol-Post zwischen Eisenach, Marksuhl, Tiefenort, Lengsfeld, Dermbach, Kaltennordheim, Fladungen (Bayern), Ostheim vor der Rhön und Mellrichstadt (Bayern) zur Beförderung von Personen, sowie Brief – und Paketsendungen eingerichtet. Der Brief lief mit dieser Kariolpost bis Mellrichstadt. Ankunftsstempel vom selben Tag (30. Dezember 1850. Von dort wurde der Brief mit einen Amts - oder privaten Boten aus Nordheim (einfache Strecke 12 km) nach Nordheim vor der Rhön befördert. Erst am 1. Mai 1851 trat das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach dem DÖPV bei,


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Teilportobrief von der Freiherr von Stein Gutsverwaltung Völkershausen bei Willmars (Kgr. Bayern), aufgegeben in Mellrichstadt (Kgr. Bayern) am 10. November 1845, an den Freiherrn von Stein in Gotha (Sachsen-Coburg-Gotha / Thurn und Taxissches Postgebiet). Der bayerische Portoanteil wurde mit 3 Kreuzer vermerkt. Nachdem Freiherr von Stein im Thurn und Taxisschen Postgebiet persönliche Portofreiheit genoß, wurden die 3 Kreuzer in 1 Silbergroschen Porto umgerechnet. Desweiteren fiel kein Ortsbestellgeld für den Freiherrn an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo zusammen,


    anbei eine Auflistung aus dem Verordnungs- und Anzeigeblatt für die Königlich Bayerischen Posten 1843-47.


    Es mag daran jeder selbst vertiefen, welche Großzügigkeit Bayern in Bezug auf die Portofreiheit verfolgt hat (link zur einschlägigen VO unten). Aktive und passive Postportofreiheit war in Bezug auf TuT nur für bayerische Staatsdiener der fürstlich thurn- und taxischen Lehensposten und der fürstlich thurn- und taxischen Beamten auf bayerischen Posten gewährt.


    Wenn es im beiderseitigigen Staatsinteresse lag, wurden vereinzelt auch auf TuT-Gebiet Ausnahmen gewährt: So genoss bspw. der bayerische Bevollmächtigte der Liquidationskommisssion (~ Staatsschuldverwalter) und der bayerische Grenzregulierungskommissär in Frankfurt a.M. Portofreiheit. Die Postportofreiheit auswärtiger Souveräne, ihrer Staats- und Hofdiener wurde in gegenseitigen Staatsverträgen festgelegt.


    Das geschah in der Regel für (noch) überschaubare Kreise wie Minister und sehr hoch gestellte Beamte. Eine gegenseitige Ausweitung der aktiven und passiven Postportofreiheit auf alle in einem Postgebiet davon Begünstigte wäre wohl kaum handhabbar gewesen.


    https://books.google.de/books?…freiheit%20bayern&f=false


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Liebe Sammlerfreunde,

    hierzu folgende Briefhülle als Frankobrief (9 Kreuzer für Bayern = bis 6 Meilen bei 1 1/2 bis 2 Loth = 5. Gewichtsstufe und 5 Kreuzer für Thurn und Taxis). Zuvor 6 - und 3 Kr. vermerkt, diese wurden überschrieben. Der Brief ging von Mellrichstadt (Bayern) nach Hünfeld (Kurfürstentum Hessen-Kassel) und ist vom 29. Juni 1847. Was bedeutet rechts oben das "N" oder "W" ?


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    sollte das nicht ein "H" für Hof sein? Wer hat sonst in roter (preussischer) Tinte in Bayern geschrieben?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Hermann,


    bliebe die Frage, wer in roter Tinte ein "N" geschrieben hatte? Was sollte ein N bedeuten? Nürnberg sicher nicht (die hatten auch blaue Tinte damals) und nach dem Grenzübergang zur Lehenspost wäre ein N nur dann sinnvoll, wenn man eine Nummer daneben notiert hätte; die fehlt aber ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus