Halbkreisstempel

  • Liebe Freunde,


    ich habe den Titel neutral gehalten, weil wir bisher des bayerischen Standardstempels threadmässig noch nicht gedacht haben.


    Einleiten möchte ich diesen Thread mit einem derzeitigen Unikat, das ich aus einer Wühlkiste fischte (und Gott allein weiß, warum ich bei diesem Brief auf die Siegelseite schaute, da er doch höchst banal und langweilig ist).


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    Der einfache Brief aus Offenbach am Main datiert wohl von 1869 oder 1870, das müssten andere beurteilen. Von vorn zeigt er eine simple 3 Kr. Frankatur, die man sogar bei eBay findet. ;)


    Nur hinten zeigt er eine Stempeltype, den weder Peter Sem noch ich (bisher) zu Gesicht bekommen haben und das bei der Destination Fürth, also einem Zielort mit Tausenden von Briefen täglich.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMGf824fd3bjpg.jpg]


    Sie zeigt sich als Winkler Type 11b, aber mit 3 Einsätzen, nämlich 30. III. Vm für Vormittags.


    Nun kenne ich mich nicht sonderlich gut bei Halbkreisstempeln aus, aber eine Vm - Angabe habe ich noch nie gesehen. Kennt jemand diesen Stempel und kann Daten liefern, wann er in Gebrauch war?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    Eine wahrhaft sensationelle Entdeckung :thumbup: , zu deren Erhellung ich allerdings nichts beitragen kann. Aber auf jeden Fall vielen Dank für's Zeigen!


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber maunzerle,


    vielen Dank - vom Stempelpapst so etwas zu lesen ist natürich ein ganz besondere Freude.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ein interessanter Stempel. Glückwünsche.


    Ich habe meine Belege schnell durchgesucht, aber weil ich kaum einen Brief nach Fürth habe, ist mein Beitrag hier wenig wert.


    Falls dieser wenig bekannt ist, kann es vielleicht sein dass der Stempel nur bei Ankunft benutzt war - nur ein Hypothese. Die Rückseiten sind leider wenig beachtet bei den meisten, so solche Stempeln dürften dann lange unerkannt leben.


    Mal sehen was wir hier im Forum herausfinden können.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    Herr Sem, den ich angemailt hatte, kennt mehrere Stempel von Fürth aus dieser Zeit, aber nicht den hier. Bei einem Ankunftsstempel, wenn es ein solcher sein sollte, hätte man ja eine morderne Forum wählen können (20a, 20b), bei dem ja alle erforderlichen Daten steckbar waren. Bauartbedingt hatte man ja 3 Zeilen eingerichtet und welcher Halbkreisstempel der Kreuzerzeit hatte 3 Zeilen? Ich kenne nur ganz wenige Halbkreiser mit Jahreszahl in der 3. Zeile - aber aus den 1880er Jahren.


    Es wäre sehr schön, wenn sich mehrere finden lassen könnten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Nun kenne ich mich nicht sonderlich gut bei Halbkreisstempeln aus, aber eine Vm - Angabe habe ich noch nie gesehen. Kennt jemand diesen Stempel und kann Daten liefern, wann er in Gebrauch war?
    Liebe Grüsse von bayern klassisch



    Tja, da muss ich mich leider einloggen und AUFGEMERKT rufen:


    Zitat von bayern klassisch am Sonntag, 7. März 2010 14:45: "der 2. Fürther Stempel ist wirklich sehr auffällig - ich kenne ihn zwar, habe aber sicher noch keine 5 Stück gesehen davon. So ähnliche gibt es ein paar, aber alle sind m. E. selten (so selten, dass ich mich der wenigen Orte gar nicht mehr erinnere und ich kann auch keinen vorzeigen)."


    Und auch Erdinger wird - wenn er Zeit dazu finden kann - sich hier melden. Zitat von ihm am Samstag, 6. März 2010 18:37
    "Wegen Fürth habe ich im Helbig nachgesehen - die Stadt ist knifflig, auch Helbig konnte nicht alle Stempel lückenlos nachweisen, aber dieser
    Halbkreiser ist bei ihm nicht belegt!!!"


    Die Frage stellte ich den beiden Experten, weil ich auf einem Brief den von bayern klassisch hier präsentierten Fürther-Stempel gefunden hatte (ebenfalls als Ankunftstempel).


    Ich hoffe, dass die beiden Experten keinen Einwand auf die Veröffentlichung ihrer Antworten hier haben (wenn doch dann entferne ich diese gleich wieder).


    Einen schönen "Tag der Arbeit" wünscht
    Luitpold

  • Lieber Luitpold,


    ui, hatte ich ganz vergessen! Jetzt haben wir schon zwei Fürther - prima!


    Hr. Sem hatte ich meinen gemailt - bitte schicke ihm einen Scan von dem anderen; ich bin sicher, er nimmt diese Stempeltype in seinen Katalog auf.


    Toll gemacht!!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Tja, vielleicht sollte man nicht so ofte Wendungen die etwas über den Seltenheit geht benutzen. Es ist ja selten von einem Wert ausser für den Absender. So ist auf jeden Fall meine Erfahrungen von eigenen Erinnerungspotenziale, aber auch bei anderen. Ich denke keine hier im Forum hier Ausnamen sind :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo liebe Freunde!


    Bei der Durchsicht eines Albums ging gerade meine Farbvielfaltverrücktverspieltverliebtheit mit mir durch - ich hoffe, niemand nimmt mir das übel!


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

    Bilder

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo Volker,


    diese Collage kann Dir niemand übel nehmen. Jedem Sammler seine Weise, hier beherrscht jemand augenscheinlich eine Kunst.


    Eine Wohltat für`s Auge + Gruß !


    vom Pälzer :thumbup:

  • Liebe Freunde,


    vielleicht sollten wir uns überlegen, ob solche Sonderformen wie die von bayern klassisch und Luitpold gezeigten nicht als eigener Typ, sondern als Variation/Variante charakterisiert werden.
    Das macht die Klassifikation zwar auf den ersten Blick nicht übersichtlicher, aber man kann mit guten Gründen argumentieren.


    Es gibt Stempel, die eben nur in einem sehr beschränkten Zeitraum zum Einsatz kamen, und das in einer Form, die ihr Schöpfer eigentlich nicht vorgesehen hatte.
    Dazu würde ich den 11b aus Fürth rechnen.


    Der mich besonders interessierende 20a/b-Typ hat in späteren Lebenszyklen viele "Frankenstein-Formen" aufzuweisen, bei denen eindeutige Merkmale (Datums- oder Stundengruppe) durch andere ersetzt wurden, wegfielen oder später wieder hinzukamen (Jahreszahl). Denken wir an die Sonderform von Lambrecht, die 1876 einige Monate lang auf eine Uhrzeit verzichtete und mit den zur Verfügung stehenden Zifferntypen eine Jahreszahl gesteckt bekam.
    Machen solche nachträglichen oder zwischenzeitlichen Änderungen einen Stempel damit zum neuen Typ?
    Das Stempelwerkzeug blieb schließlich immer dasselbe.



    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Lieber VorphilaBayern,


    wo ein "Vorphila - Sammler" solche Seltenheiten hervor zaubert, wundert wohl nicht nur mich. :P


    Toll, jetzt haben wir schon 3 Stempel dieser Sondertype hier im Forum zeigen können und vlt. kommen noch mehr hinzu.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber VorphilaBayern,


    wunderbar - ich habe eben einer aus der Ziegler Korrespondenz Kreuzhütte nach Fürth von Anfang 1867 gekauft, da zeigt es noch den alten Stempel.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    einen schlichten Dienstbrief aus 1875 möchte ich heute zeigen, der eine Besonderheit bei dem HKS Passau zeigt - das Fehlen etwa eines Zentimeters der unteren Umrandung. Der Brief hatte noch "Mit Plan" einen solchen umgebunden (Unterbund), aber dessen Verlauf konnte nicht so sein, dass der Stempel nicht hätte vollständig abgeschlagen werden können, denn wenn der Plan "auflag", hätte die "5" und das "S" von Passau auch nicht abdrucken dürfen.


    Warum auch immer - gerade von Passau sind mir mehrere Stempeltypen - alles HKS - bekannt, die diese Aussparungen aufweisen. Gerne sehe ich mehr Stempel, die vergleichbare Abdrucke ergaben.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo zusammen,
    nach über 2 Jahren ist es an der Zeit, diesen thread wieder mal zu beleben. Gezeigt wird einer der seltensten Halbkreisstempel
    der Pfennigzeit, Steinach am Endsbach (heute Ensbach). Es handelt sich um einen sehr kleinen Ort zwischen Bad Windsheim und
    Rothenburg o.T., der 1864 zur Expedition wurde. Ich habe diesen Stempel noch nie zuvor gesehen und dank des Umstandes, dass
    es offenbar kaum Stempelsammler der Pfennigzeit gibt, konnte ich die Postkarte seeeehr (einstellig) günstig in der Bucht
    bekommen. Die Karte datiert aus 1876.
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    Schönen Abend wünscht die

    weite Welle