Niederlande - Bayern

  • Amsterdam-Ludwigshafen am Rhein 23.03.1881


    Hallo zusammen,


    hier kommen Grüße aus Holland.


    Zum Adreassten Hofmann u. Schoetensack in Ludwigshafen a.Rh. kurz aus Wikipedia zusammegefasst das wichtigeste: Im Herbst 1877 gründete der Drogist und spätere Naturwissenschaftler Otto Schoetensack die Firma Hofmann & Schoetensack oHG.


    Im selben Jahr ging daraus die Chemische Fabrik vormals Hofmann u. Schoetensack AG mit Hauptsitz in Mannheim und dem Werk in Ludwigshafen hervor.


    Das Aktienkapital des Unternehmens betrug 900.000 Mark, es beschäftigte rd. 200 Arbeiter in der Produktion. Die Firma stellte u.a. Äther, Chloralhydrat, Chloroform und Gallussäuren her.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer


    Solche Karten sieht man gern :)


    Hat diese Firman seine Archiven geöffnet so dass man Post aus den ganzen Welt finden kann?


    Und eine Frage zu dem Stempel in der Mitte, ein Firmenstempel?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    im Wikipedia ist nachzulesen, dass Otto Schoetensack um 1883 aus gesundheiltichen Gründen gezwungen war, die Chemische Fabrik vormals Hofmann u. Schoetensack AG zu verkaufen.


    An wen die Firma gegangen ist konnte ich im Internet bisher nicht finden...bin aber gerne bereit dort im Archiv nach schönen bunten Briefmarken aus aller Welt nachzuschauen. :rolleyes: :D


    Der zentrisch auf der Poka abgeschlagene Stempel ist ganz klar ein Eingangsstempel der o.a. Firma, insofern nichts postalisches (was man auf den ersten Blick vielleicht vermuten könnte).


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    zunächst noch einmal besten Dank an @Bayern-Nils für das freundliche Firmengeschichte-research ^^ Weiter geht`s mit einem Minibrief zu 12 1/2 ct aus Deventer ins pfälzische Zweibrücken. Da während des 1. WK aus dem Ausland kommend, trägt der Beleg den Rundstempel der deutschen Eingangzensur in Emmerich am Rhein, nicht unweit der deutsch-niederländischen Grenze.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    auch wenn ich kein Experte der niederländischen Postgebühren bin, bei der nachstehenden Briefkaart bin ich mir sehr sicher, dass diese mit 5 1/2 ct um 1/2 ct überfrankiert wurde. Macht eigentlich auch nix, denn ein bischen mehr hatte man damit bei der Post auch zu tun.


    Der Adressatin Lisbeth Fitz musste man die Poka von Freiburg im Breisgau (Ankunft 30.09.1909) über Neustadt a.d.Haardt ins etwas weiter nördlich gelegene Forst a.d.Haardt hinter her schicken (Ankunft 01.10.1909). Der nierderländische Aufgabort Brummen liegt etwas weiter nordöstlich von Arnheim in der Provinz Gelderland.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    hier verhielt es sich wohl so, wie in Bayern, wenn 3 Pfg. Ganzsachen auf 5 Pfg. aufzufrankieren waren. Dann klebte man eben eine weitere 3 Pfg. Marke auf und hatte - 6 Pfg..


    Das tut der Attraktivität der Karte aber keinen Abbruch - doppelt nachgeschickt ist ja nicht übel ... NL - Reich - Bayern hat schon was und gratis war es obendrein.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    die sieht aber auch schmeckig aus - das wäre eine schöne Seite NL - Pfalz! :P


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    auch unter Berücksichtigung Deiner geschätzten Vorrede bin ich mir fast sicher, dass Du zu dem nachstehenden Beleg an den Herrn Grundbuch-Comishär Born in Bergzabern zumindest "noch ein Stück schmeckiger" sagen wirst, richtig ? :rolleyes:


    Mit insgesamt 13 ct - wahrscheinlich unter irrtümlicherweise Zusatzverwendung der violetten 1/2 ct Marke - überfrankiert, gleichwohl eine recht ansehliche MEF-Mehrfarbenfankatur geworden. So hübsch kann (auch) Semiklassik sein !


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ja, das kann man so sehen - 4 Marken waren ja im 19. Jahrhundert bei einfachen Bedarfsbriefen nicht die Regel und 3farbige Frankaturen auch nicht gerade. Ein schönes Stück in die Südpfalz. :P


    Die Mini-Überfrankatur ist nicht schlimm - sie zeigt, dass man auf kleine Münzen verzichten konnte und spiegelt den neuen Zeitgeist wider.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,


    auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar auf den zweiten doch ein recht nettes Rosinchen: Ein Rückantwort-Postkartenteil gelaufen von Kaiserslautern in die Niederlande.


    Besondere Charme an diesem Beleg ist, A) dass der Ankunfts-Abschlag 30.09.1892 - 8-9 Uhr vormittags der ehem. in den Niederlanden aufgegebenen Doppelkarte auf dem Antwortteil niedergebracht wurde und B) dessen Aufgabe-Abschlag 30.09.1892 - 7-8 Uhr nachmittags voll auf dem niederländischen Wertstempel sitzt, wozu man C) einen Tag später noch den niederländischen Empfangsstempel (Den Haag = amtlich s`GRAVENHAGE) arrangiert hat.


    So gefällt es uns. :thumbsup:


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Sammlerfreunde,


    um was es sich für einen Absender der nachstehenden Auslandsbrief-Ganzsache zu 12 1/2 ct handelt, werden wir leider nicht mehr erfahren können. Bei dem Adressaten Kuhn & Adler im pfälzischen Ludwigshafen handelte es sich um eine Kunstwollfabrik. Der schlicht-pastellfarbene Wertstempel zeigt das Konterfei des zwischen 1849-1890 amtierenden Königs Wilhelm III Alexander Paul Friedrich Ludwig von Oranien-Nassau.


    Die Entwertung mit dem Nummernstempel (106) in "gekappter Rombe" erzeugt auf den ersten Blick den Eindruck eines weit älteren Belegs. Solche wurden allerdings mit einem vollständigen Romben-Nummernstempel entwertet. Ich kann nur vermuten, dass die über die Zeit am stärksten beanspruckten Rombenspitzen irgendwann einmal gekappt wurden, um die Stempel so noch längere Zeit weiter verwenden zu können.


    Vielleicht haben wir hier ja einen Niederlande-Experten unter uns, der Licht ins Dunkle dieser Thematik bringen kann ? :huh:


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    wer hätte das gedacht: Der 12 1/2 ct Ganzsache folgt die 12 1/2 ct Freimarke auf dem Tritt, hier entwertet in Vaals in der Provinz Limburg. Vaals liegt unmittelbar an der deutschen Grenze und geht in den Aachener Ortsteil Vaalserquartier über. Auf dem Vaalserberg kommt das Dreiländereck (Drielandenpunt) zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden zu liegen.


    Schönen Gruß


    vom Päzer

  • Hallo Pälzer,


    und wenn ich die Geschichte noch ein wenig ergänzen darf: Limburg war Teil des Deutschen Bundes und wäre berechtigt gewesen, Mitglied des Deutsch - Österreichischen - Postvereins zu werden. Aber das wollte man nicht, sonst hätten wir recht gemischte Verhältnisse gehabt (man denke an Schleswig, Holstein und Lauenburg mit seinen zahlreichen Facetten).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,


    nachdem die Kreuzerzeit in diesem thread noch etwas zu kurz kommt, freut es mich dazu mit einem - auch optisch - ansprechenden Beleg "auftakten" zu dürfen. Es wäre schön, wenn sich noch weitere aus anderen Sammlungen hinzu gesellen würden, denn bzgl. der damaligen Taxverhältnisse wird der eine oder andere Sammler evtl. auch noch - zumindest ein grundlegendes - Verständnis entwickeln wollen.


    Hier haben wir also eine MEF mit 4 x Niederlande Mi-Nr. 4 - König Wilhelm III zu insgesamt 20 cent. Nachdem bereits Briefe ins benachbarte Preussen zu 10 cents auszumachen waren, und der nachstehende mit vollem - kurzen - Inhalt sicherlich in der 1. Gewichtsstufe zu liegen kommt, ist davon auszugehen, dass sich die hier verklebten 20 cents entfernungsbedingt begründen, oder ?


    Er ging noch am Tag der Aufgabe bei Emmerich am Niederrheim über die Grenze und mit der preussischen Bahnpost Richtung Oberhausen. Wie er dann - wie man sieht so richtig schnell - weiter in bayerische Pfalz gelangte, müsste noch ein bischen weiter konkretisiert werden.


    Bezüglich des Absenders Schleussner & Staengle / Rotterdam konnte ein Kaffeehandel ausfindig gemacht werden, der von 1884 bis 1907 als C. Staengle en Co en Schleussner en Co / Rotterdam weiter geführt wurde. Zum Adressaten in Speyer konnte bislang leider nichts Erhellendes ermittelt werden. Wider Erwarten handelt es sich auch eher um eine Privat- als um eine Geschäftskorrespondenz.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    dein Brief wurde nach dem niederländisch-preußischen PV von 1863 behandelt.
    Demzufolge kostete ein Franko-Brief bis 15 Gramm Gewicht in den 2. preußischen Rayon 20 Cents. Postvereinsbriefe waren dieser Taxe gleichgestellt (§ 18 ).
    Von diesen 20 Cents verblieben 5 Cents bei den Niederlanden.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten