Auslagen-Briefe

  • Hallo Alle


    Habe dieser Auslagen Brief bekommen. Ich habe einige Probleme mit dem Porto und Gebühren.


    Auslagen Brief aus Gravenstein S/H nach Kolding in DK, sendet am 10.9.1871.


    Oben steht 1023 Postforskud (Postvorschuss) 3 Mark 4 Skilling R.M. = 12 (Tolv = zwölf) Groschen, mit rot 51/S oder 5 ½?


    Mit blau Pro(?) 12 / 3 lese ich als 12 Gr. zu erhoben und 3 Gr. in Porto für Unfrankiertes Brief = 2 Gr. und 1 Gr. Gebühr für Auslagen. Dieser wurde in Gravenstein bezahlt.


    Mit rot geschrieben M(ark) 3 / 8 Skilling zu erhoben 3 Mark und 8 Skilling ist 56 Skilling, oder steht 13 / 8 ?


    Kann jemand mir helfen?


    Viele Grüße, Jørgen in Dänemark

  • Der Wertbrief (bis 15 Loth) von 15-25 Meilen entfernung kostete 3 Sgr.


    Pro 12 = die Procuragebühr, diese war mit 1/2 Sgr. je Thaler anzusetzen.


    Rot müsste dann die Umrechnung von Sgr. auf Skilling sein, was in Dänemark eingehoben wurde.

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • Hallo woermi


    Schönen Dank für Dein Antwort.


    Es ist kein Wertbrief sondern ein Auslagenbrief mit Postvorschuss auf 12 Groschen oder 3 Mark 4 Schilling dänisch.
    Die blaue 12 sind in Groschen zu erhoben, die blau 3 muss das Porto sein, Fahrpost von Gravenstein bis Woyens (Taxgrenzpunkt nach Dänemark) aber nach NDP Post und Telegraphen Handbuch 1868 Porto für Postvorschusssendungen bis 4 Meilen war 1½ Gr. und dazu die Vorschuss Gebühr 1 Gr. zusammen 2½ Gr. Wenn die Entfernung ist zwischen 5 und 15 Meilen dann sind der Porto 2 Gr. Dann stimmet die blaue 3. ???????
    Das dänische Porto var für Fahrpostsendungen in Grenz-Rayon 8 Schilling dänisch dieser mit rot geschrieben, der rote 13(?) weisst ich nicht was ist, 12 Gr = 50 Schillinge dänisch. So was sind erhoben?


    Viele Grüße
    Jørgen

  • Hallo Alle


    Hier ist der lösung. :thumbup:


    Der Auslagenbrief geht mit dem Fahrpost. Deutsches Porto in Progressionsatz 1&2 (Grenzzone 1-10 Meilen) war 2 Sgr. für Sendungen bis 8 Pfund von Gravenstein nach Woyens (Taxtgrenzpunkt nach Dänemark) und Prokuragebühr ½ Sgr. je Thaler mindesten 1 Sgr. Zusammen 3 Sgr. mit blau geschrieben. Dieser sind umgerechnet bis 13 (Skilling) mit rot geschrieben. Der dänische Porto war 8 Skilling mit rot geschrieben, in Dänemark war keine Procuragebühr.


    Nachnahmebetrag 51 Skilling und 13 Skilling deutsche Porto und 8 Skilling dänische Porto, zusammen 72 Skilling erhoben beim Empfänger.


    Viele Grüße, Jørgen

  • Hierzu ein Auslagenbrief aus Löwenberg in Schlesien nach Potsdam


    An

    den Herrschaftlichen Diener

    Christian Gottlieb

    Wieland

    zu

    Potsdam


    Zwei Thaler

    Postvorschuß ad

    at. 4168

    Portofreie Justizsache


    Hat jemand eine Erklärung, warum dieses eine portofreie Dienstsache war? Immerhin findet sich links unten der Namensstempel Beamten Werth.

    Der Inhalt bezieht sich auf eine Gerichtsverhandlung in einer Vormundschaftssache.

    Herr Wieland hatte insgesamt 61 Sgr zu zahlen, weil 1 Sgr für Procura anfiel.


    Dieter