Deutsche Auslandspostämter

  • Liebe Sammlerfreunde,


    In der Türkei bestand seit dem 1. März 1870 in Konstantinopel ein deutsches Postamt.
    Es lag im Stadtteil Galata, das dem Reichspostamt in Berlin unterstellt war. Mit dem Ein-
    tritt in der Ersten Weltkrieg setzte die Türkei diese Verträge außer Kraft. Am 30. Sep-
    tember 1914 stellten die deutschen Postanstalten ihren Betrieb in der Türkei ein.
    Hier zwei Belege aus diesen kurzen Zeitraum vom 1.8. - bis 30.9.1914:
    Zwei Ganzsachen aus Neckarsulm in Württemberg vom 24.8. - und 10.9.1914 an Herrn
    Edmund Ruff bei der Deutschen Post in Konstantinopel, die sich im Stadtteil Galata be-
    fand. Die Karte vom 10. Sept. kam am 21. Sept. an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hier zwei Belege aus diesen kurzen Zeitraum vom 1.8. - bis 30.9.1918:

    Hallo VorphilaBayern


    Interessante Karten wäre es wenn ich gewusst hätte was du mit "diesen kurzen Zeitraum" gemeint hast. Was war in diesen kurzen Zeitraum so speziell?


    Nachträglich - jetzt sehe ich es, du hast falschen Jahr geschrieben. Soll 1914 sein.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,


    anbei ein interessanter Beleg aus dem osmanischen Reich, gelaufen von Beirut ins linksrheinische Bayern nach Ludwigshafen a.Rh. im Frühjahr 1902 mit DAP Türkei Mi-Nr. 17I.


    Der als Einschreiben gelaufene Brief wird ausweislich der siegelseitigen Aufschrift - höchstwahrscheinlich - von einer französischen Bankfiliale aufgegeben worden sein, welche von Beirut aus in Geschäftsbeziehungen mit den Gebrüdern Albert und Hans Knoll in Ludwigshafen gestanden hat.


    Diese hatten dort schon am 23.10.1886 ein pharmazeutisches Unternehmen, die Chemische Fabrik Knoll & Compagnie gegründet. Kleines Schmankerl am Rande: Der in französischer Sprache adressierende Absender bezeichnete Ludwigshafen mit "Ludwigshaffen". ^^


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Lieber Pälzer,


    eine wirklich toller Beleg, den Du uns da ins Forum bringst.... :P:P


    Auch wenn ich selbst nur bis 1872 sammel. könnte ich als ehemaliger
    Sammler der deutschen Kolonien schwach werden.


    Eingeschriebene, bedarfsmässige Post ist generell nicht so häufig
    aus den Kolonien/Auslandspostämtern, dann noch in DEIN Sammel-
    gebiet, mit den von Dir beschriebenen Besonderheiten, Glückwunsch!!


    Ich kann mich bisher nicht errinern, bei einem Einschreiben aus der Türkei
    den Stempel "Recommande" gesehen zu haben.
    Aus meiner Kolonialsammlerzeit habe noch ein wenig Literatur und ein kurzer
    Blick in die tolle "Romanow" Sammlung, von Kruschel 1991 zeigt mir bestätigt,
    daß bei keinem einzigen Einschreiben aus der deutschen Post i.d. Türkei der
    Stempel verwendet wurde. 8)


    Wer weiss, vielleicht verbirgt sich da noch eine andere Besonderheit?
    So oder so, ein ganz schöner Brief.


    Danke Dir fürs zeigen des Briefes..... :thumbup:


    Viele Grüsse :)
    Bayern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo Bayern-Social,


    vier Augen sehen eben mehr als zwei. :thumbsup: Das mit dem R-Stempel war mir bis dato in keinster Weise bewußt, freudige Überraschung also ob Deiner Feststellungen ! Insofern wieder ein Beleg, der zeigt, dass auch die Pfennigzeit ihre ganz besonders eigenen Reize haben kann.


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    Chapeau zu dieser Rosine von Konstantinopel in die Pfalz - dekorativer habe ich das noch nicht gesehen und das Attest sagt alles aus - Perfetto!


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    und weil`s grad so schön ist gleich ein weiterer Beleg aus Konstantinopel, bei welchem mir der Prüfer (nebenbei erwähnt gleichen Names wie der Adressat ^^ ) die Verwendung des ersatzweise für carte postale notierten Imprimé = Drucksache so wie hier abgebildet als zulässig bestätigt hat.


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    nur weiter mit dem Reigen von der Levante in die Pfalz - sieht man gerne.


    Eine Frage hätte ich, weil ich es nicht gut lesen kann: Wie lange dauerte die Fahrt 1905 von dort bis Landau? Da ich ja gerade an einer großen Sachen Bayern - Levante der Kreuzerzeit arbeite und mir die damaligen Streckenverhältnisse geläufig sind, wäre es interessant zu erfahren, welche Zeitspannen 30 oder 40 Jahre später bei den Korrespondenzen gegeben waren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    die Aufgabe am Bosporus erfolgte am 13.05.1905, der Ankunftsabschlag im Landau am 22.05.1905, also 9 Tage später. Jetzt würde mich wiederum interessieren wie Deiner Einschätzung nach wie der Laufweg war.


    Gruß !


    vom Pälzer

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer ()

  • Da es seit 1888 eine durchgehende Bahnverbindung nach Constantinopel bestand wäre die Eisenbahn als Beförderungsmittel naheliegend.

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • Hallo,


    danke für die Zuginfo - aber warum dauerte es hier so lange, wenn der Brief in Post #7 nur scheinbar 3 Tage unterwegs war?


    Aus meinen Studien vergangener Zeiten waren 3 Tage bis Bayern unmöglich, aber 9 Tage lagen im Maß.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Aus Friedemann: Eröffnung 1.3.1870, Postweg Postdampfer nach Triest und Warna weiter Landweg via Wien nach Deutschland 6 bis 6 1/2 Tage
    Bis Dezember 1871 Landweg über Belgrad 7-8 Tage.
    Wesentliche Verbesserung ab 1888, seit 13.8.1888 empfing und versandte das Postamt in Konstantinopel täglich einmal seine Post. Ausserdem ab 1889 zweimal wöchentlich eine Postdampferverbindung des Österreichischen Lloyds. Beförderungsdauer Berlin - Konstantinopel 1898 53 - 62 Stunden. Ausserdem wurden auch andere Dampferverbindungen regelmäßig zur beförderung der Post benutzt (ins Ausland nicht nach D-land).

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • Ich habe folgende Belege:
    Constantinopel - Maruil-sur-Ay (Frankreich) VIA Bahnbost Mühlacker - Strassburg ab 20.6.1873 an 28.6.1873
    Constantinopel - Audincourt (Frankreich) Vermerk via Varna ab 2.8.1883 an 6.8. (schlecht leserlich)
    Constantinopel - Sarajevo (Ö) ab 28.2.89 an 4.3.89
    Coeln - Constantinopel ab 19.3. an 23.3.89
    Constantinopel - Arnsberg ab 5.3.91 an 9.3.91
    Constantinopel - Budapedst ab 12.8. an 14.8.1893
    Constantinopel - Wien ab 2.6.00 an 5.6.1900
    Constantinopel - Witschdorf (Sachsen) ab 19.10.1900 an 22.10.1900
    Constantinopel - Wien ab 8.2.01 an 11.2.1901
    Constantinopel - Helsingfor ab 15.4.02 an 21.4.02
    Constantinopel - Cairo ab 30.4.02 an 10.5.02
    Constantinopel - Berlin ab 17.4.05 an 20.4.1905
    Constantinopel - Bucarest ab 20.4.05 an 23.4.05
    Jerusalem - München ab 4.8.04 an 9.8.04
    Constantinopel - Salzburg ab 15.4.07 an 18.4.07
    Constantinopel - Salzburg ab 18.3.09 an 21.3.09
    Constantinopel - Brüssel ab 31.6.07 an 3.9.07

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

  • Hallo Pälzer,


    sehe ich auch so - man darf halt nicht vergessen, dass, wenn es diese sammlerischen Interessen um die Jahrhundertwende nicht gegeben hätte, Belege von/nach kaum vorhanden wären. Insofern sollte man Nachsicht walten lassen, wenn von fremden Gegenden Poststücke aus diesem Grund initiiert wurden, weil der Spatz im eigenen Album immer noch besser ist, als die Taube in einer fremden Kollektion.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Pälzer,


    sehe ich auch so und erst jetzt habe ich die weiter oben von Dir gezeigetn Rosinen gesehen,
    chapeau fürs zeigen dieser tollen Pfalz Stücke :):)


    Viele grüsse
    BAyern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo bk, hallo BS,


    Danke für die Einschätzung, jetzt könnt`auch gerne auch mal was von Togo, Samoa, Marianen usw. über den Weg ....in die Pfalz... eiern. :D


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    wir sind dran ... :D


    Zuwerfen werden wir dich aber nicht können.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus