Teils oder ganz portobefreite Briefe der bayerischen Zeit 1806-1814

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    Hallo Freunde


    Unter teils oder ganz Portobefreiten Briefe gehören die verschiedenen Typen Dienstbriefe, die vom Staat als portobefreit gewünscht waren. Und welche Briefe hat der Staat als portobefreit gewünscht? Darüber habe ich noch keine Übersicht. Aber man kann hoffen dass es hier etwas heller wird und nicht so dunkel wie es jetzt bei mir ist :)


    Die erste bayerische Zeit in Tirol ist eine Weiterführung von österreichischen Gewohnheiten. Mir helft diese Tatsache wenig, weil ich auch nicht über die Österreichische Gewohnheiten kenne. Auch weiss ich nicht wenn Bayern sein Fingerabdruck hier sichtbar gemacht hat. Aber lass uns über die Zeit zu besseren Kenntnis kommen. Und ob es jemand gibt die schon alle Geheimnisse kenne, dann bitte erzähl es mir ;)


    Ich fange jetzt mit ein "Militaria" an. Dass ein "Militaria" Brief portofrei war, war für mich neu. Ich muss auch ganz ehrlich sagen dass ich verhältnismässig wenige gesehen habe mit eben dieser Franchise. Es sollte aber viele geben. Obwohl es nur Oktober 1806 war, hat der Absender schon gewusst dass dieser Brief als portobefreit behandelt sollten und ohne Ärger den Empfänger ankommen, mit eben dieser Franchise. Hat man sonst in Bayern dieser Franchise benutzt?


    Ja, ja. Der Brief war 10. Oktober in Trient geschrieben und war an der königlichen bayerischen Landgericht in Innigen (Innichen) in Pustertal. Der Absender war "2. Leichtes Infanterie Battalione von Diethfurth". Der Brief ging über ein Soldat der in Innichen Geboren war und ob der Soldat schon Soldat unter fremden Machten teilgenommen hatten.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    dein bayerischer Brief wurde nach damalien bayer. Vorschriften portofrei belassen. Ich habe viele Briefe mit der Franchise "Militaria" gesehen - kein einziger war mit Porto belastet worden.


    Bedingung war, dass man von/an Mitlärbehörden in reinen Dienstesangelegenheiten schrieb. Manchmal kommen auch 2 Franchiesen vor: Mitlitaria + KDS, + DS oder + R.S.. Dies wäre nicht nötig gewesen, denn jede einzelne hätte schon die Postportofreiheit nach sich gezogen, aber doppelt gemoppelt hielt schon damals besser.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

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    Hallo bayern klassisch


    Danke für die Antwort. :) Bisher habe ich nur österreichische Dienstbriefe mit "Militaria" gesehen. Auf bayerische Briefe kannte ich nur die normalen wie DS, KDS, RS und so weiter.


    Hast du eine Überschicht über die Portofreiheiten in 1806 und diese Zeit? Also die Vorschriften? Dann will ich gern etwas mehr dazu erfahren ;)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich habe von 1806ff die Unterlagen - aber im Moment keine Zeit. Ich versuche es in dieser Woche zu klären, ob es Primärunterlagen hierzu gibt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Bayern-Nils,
    Liebe Sammlerfreunde,


    möchte dazu zwei Briefe zeigen:
    Dienstbrief (C.D. = Causa Domini = Sache des Landesherrn) von München nach Bruneck (Tirol) vom 31. März 1806, sowie "Armensache" von Salzburg (Bayern) nach Telfs (Tirol) vom 12. November 1812.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

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    Hallo VorphilaBayern


    Auch hier zeigst du interessante Briefe. Un obwohl der armensache wohl der seltener ist, ist der 1806 für mich momentan der interessanterer. Sofort wenn ich der Querstrichgeheimnis gelöst habe, will ich es hier kommentieren. Sollte wohl eigentlich nicht so schwierig sein. Interessant ist auch wie lange dieser Querstrich auf Dienstbriefe in bayerischen Tirol benutzt war. In 1812 dann auf jeden Fall nicht.


    Danke fürs Zeigen :)


    Viele Grüsse
    Nils

    • Offizieller Beitrag

    Hallo VorphilaBayern


    Ja, wenn der Brief nach Österreich ist, heist es hier dass es auch ein Österreicher ist. Also kann man ein Gebührteiling vermuten, hier wie dein Militaria Brief. Ich habe der Militaria Brief hierhier kopieren lassen - sehe Post 5.
    Zu dein Militaria Brief: Vor 1.7.1808 gab es ja in Bayern zwei Postsysteme, ein für Altbayern von Taxis getrieben und die bayerische Staatspost in Tirol und Vorarlberg. Wohl auch deswegen der Teilstrich bei deinem Brief und nicht bei meinem. Auf jeden Fall ein vorläufigen Hypothese.


    Viele Grüsse und danke fürs Zeigen :)
    Nils

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Freunde


    Man sieht bei die früheren Dienstbriefe dass den später eingeführte Pflicht die Absenderbehördenname vorne oben zu notieren, noch nicht völlig in brauch genommen ist, obwohl es schon zu sehen ist.


    Hier zeige ich zwei Briefe aus Innsbruck die beiden in 1810 abgeschickt waren, ein nach Freising und ein nach Kitzbühl. Für mich interessante Briefe weil es hier zwei verschiedenen Stempel benutzt ist. Beide Briefe mit Franchise KDS.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    tolle Briefe! Da schrieb man unten bei dem 1. "Beruht einsweilen" - habe ich so außer diesem Brief auch noch nicht gesehen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

    • Offizieller Beitrag

    Hallo bayern klassisch


    Ja, dieser Vermerk ist interessant. Was es eigentlich heisst weiss ich aber noch nicht. Was Beruht? Weil der Brief kein Innhalt oder anderen Datumsangaben als der Presentationsvermerk hat, kann ich nicht beurteilen wo eventuell der Brief zurückgehalten war. Wegen kriegerische Handlungen sicher nicht, wenn der Brief nicht Monaten zurückgehalten war.


    Vielleicht war der Brief in Freising zurückgehalten? Ja, ja, wer kann es wissen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    3.9. Aufgabe und 7.9. Abgabe = Präsentation in Freising - das war für knapp 190 km eine passable Zeit und würde bei mir nicht unter Postverzögerung fallen. Außerdem hat dies der Absender notiert, das heißt, er gab es an für die Post oder, wenn der Brief schon verschlossen war, für den Empfänger (gewissermaßen ein "Nach Abgang" von Absenderseite).


    Vlt. hat man ihn einen oder zwei Tage liegen lassen, weil täglich neue Tatsachen geschaffen wurden und man nicht wusste, ob man ihn abschicken soll? Oder hätte er dort liegen bleiben sollen? Poste restante hätte Geld gekostet ...


    Vlt. findet sich mal ein ähnlicher oder einer in Gegenrichtung aus dieser Zeit und man kann dann anhand der Laufzeit auf die ein oder andere Möglichkeit schließen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

    • Offizieller Beitrag

    Außerdem hat dies der Absender notiert, das heißt, er gab es an für die Post oder

    Hallo bayern klassisch


    Meinst du dass es so sein musste? Ich habe auch an eine Möglichkeit in Freising gedacht, der eher Amtlich war. Man hat also in Freising auf was anderes oder jemand gewartet vor der Brief behandelt war, also nicht postalisch aber im General Vikariat.
    So wie so kann man ein Verfahren nicht bestätigen vor es anderen Beispielen vor uns kommen.


    Viele Grüsse
    Nils

    • Offizieller Beitrag

    Hallo die Runde


    VorphilaBayern - Ein interessanter Brief, leider schaffe ich nicht den ganzen Text unten zu deuten. Aber der Brief lieft nicht nach Heutigen Bressanone, also der mehr bekannte Brixen, sondern nach Brixenthal ostlich von Wörgl.



    Jetzt will ich einen Brief zeigen der bestimmt nach österreichischen Muster geschickt war. Ein Teilporto Dienstsache. In Tirol wie den Rest von Österreich gab es teilfrankierter oder teilporto Dienstbriefe wie auch ganz Portofrei. Wer den Portofreiheit hatte bestimmt den Gebührenstruktur.


    Leider kann ich vorläufig hier nur ein Teilporto Dienstbrief zeigen, wie ich es verstanden habe auch gewöhnlicher als die Teilfrankierter.


    Dieser Brief lief in Februar 1807 von Bozen nach Klaussen. Der Brief war von Absenderbehörde in Bozen Portofrei. Empfängerbehörde in Klaussen musste aber 10 Kreuzer Porto bezahlen. Der Francise benutzt war "Dienst Sache". (Brief war auch mal anderswo gezeigt). Die Rückseite ist ohne Vermerke.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Sammlerfreunde,


    in Brunneck in Tirol wurde eine Trompete vom Königlich Bayerischen 7. Linien Infanterie Regiment aus Neuburg an der Donau wiedergefunden, die der Einheit sicherlich im Einsatz gegen den Andreas Hofer Aufstand abhanden gekommen war. Daher schrieb der Oberst in Neuburg am 16. Juli 1810 einen Dienstbrief an das königlich bayerische Landgericht in Brunneck und bat um "portofreie" Zusendung derselben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern