• Liebe Sammlerfreunde,


    in der gestern gekommenen "philatelie Februar 2021" (Magazin des Bundes Deutscher Philatelisten) ist ein sehr interessanter Artikel "Die ersten Briefe mit Marken von den USA nach Bayern" veröffentlicht. Gezeigt und beschrieben sind ein frankierter Brief von 1845 !! und einer von 1850.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ja, ein toller Bericht, der mich auch sehr interessiert hat, zumal perfekt beschrieben.


    Vlt. kann einer den Autor dazu veranlassen, sich hier anzumelden? Ich kenne ihn leider nicht persönlich, aber bei unseren vielen Mitgliedern sollte das einer können ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,


    auch wenn von dem Dreierstreifen der linke Wert außen - "altbacken" - mit der Schere abgeschnitten daherkommt, ein ansehliches Bild gibt der kleine Überseebrief anbei ja schon noch ab. Gehe ich richtig in der Annahme, dass der Adressat vom Berufstand her Schlosser in Frankenthal / Pfalz, dem Empfangsort gewesen ist ?


    Vom Überseetransport her ist er für 15 cents franco via Bremen als Bremen Paket am 6. Juli 1861 ausgeschifft worden. Verwendet wurde - wenn ich mich nicht irre - scott no. 30 Type II (orange-brown). Sie wurde mit dem Konterfei des 3. Präsidenten der USA Thomas Jefferson (1743-1826) im Jahre 1861 verausgabt. Und genau in diesem Jahr lief der 1858 von der schottischen Werft Ciard & Co. / Greenock gebaute Segeldampfer Bremen der Norddeutschen Lloyd am 6. Juli in New York aus.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Bremen_(Schiff,_1858)


    Nach Zwischenstopp in Southampton am 18. Juli legte er am 19. Juli im Bremer Hafen an. Der innerdeutsche Weitertransport dauerte dann noch 2 Tage bis Frankfurt am Main und 1 Tag von dort ins pfälzische Frankenthal. Von den 15 cents blieben 3 für den inner-amerikanischen Transport in den USA, 12 cents gingen nach Bremen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Lieber Ralph,


    ja das sind so Dinger, die schaut man sich gerne länger an, wir schauen dann auch mal im Stadtarchiv FT nach, wo der Bamberger seine Schlosserei hatte 8o


    LG

    Tim :thumbup:

  • ... hoffentlich findet sich da noch etwas - möchte nur zu gerne wissen, was da noch alles gelagert sein wird ... :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    hier ein weiterer Brief in die Pfalz aus Belleville nach Kusel vom 7.12.1859.

    Mit 30 Cents voll frankiert, befördert über New York, mit der City of Manchester nach Liverpool.

    Das Franko setzt sich zusammen aus 5 Cents Vereinigte Staaten, 20 Cents Seeporto (britischer Transit 18 Cts., belgischer Transit 2 Cts.), 5 Cts. Preußen. Die Vereinigten Staaten vergüteten an Preußen insgesamt 7 Cents, nämlich 5 Cts. für Preußen und 2 Cts. belgischer Transit.

    Handelt es sich beim rückseitig abgeschlagenen Durchgangs-Stempel um Landstuhl?


    Grüße von liball

  • Hallo Liball,


    sehr schöner Beleg, organgene Marke auf gelben US-Kuvert, und auch alle Stempel klar präsentierend :thumbup:


    Sehr interessant auch hier wieder mal zu erkennen, dass wieder mal auf der linken Seite der/einer Marke mit der Schere abgetrennt wurde, obwohl es ja längst gezähnte Werte waren. Ich sinniere mehr und mehr nach einem tieferen Grund dessen. Nur die Gewöhnung aus der Vergangenheit ?


    Und ja, der HK ist auf jeden Fall der von Landstuhl. Da ist die Sendung von der Bahn runtergekommen. Die Bahnstrecke Landstuhl - Kusel wurde als Zweigstrecke der Ludwigsbahn Ludwigshafen - Bexbach erst 1868 eröffent.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Toller Brief Karl - kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen - eine Freude fürs Auge und auch sonst alles. :love::love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend liebe Freunde,


    der Aufgabeort Cincinnati / Ohio des Überseebriefs anbei ist eine der von frühen deutschen Auswanderern mitbegründeten Städte der USA.


    In dem heuer als ziemlich gefährlich geltenden Viertel "over the rhine" lag der Schwerpunkt der Niederlassungen deutscher Immigranten, die dort u.a. Gasthäuser, Hotels, Bäckereien und Bierbrauerein gründeten. Der Begriff "over the rhine" kommt, daher, dass das Viertel nur über den Miami Canal erreichbar war, so dass man ihn wegen der darüber hinweg hauptsächlich deutschstämmigen Bevölkerung spaßeshalber "rhine" nannte. Wahrscheinlich wird von dort aus auch der schöne 15 Cent-Beleg anbei mit drei verschiedenen Werten der banknote-issues (2, 3 und 10 Cents) auf den Weg nach Übersee gebracht worden sein.


    Er könnte vom November 1870 stammen, also aus inmitten der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges. Auch in den USA mussten deutsche Auswanderer um das Wohl ihrer daheim gebliebenen Verwandschaft fürchten. Am Anfang betraf dies fast die gesamte Bevölkerung im vorliegend adressierten linksrheinischen Bayern, später waren es noch angehörige Soldaten, die im Feld in Frankreich standen. Einige Auswanderer trafen sogar die Entscheidung zurückzugehen und sich freiwillig als Soldat zu melden, was, da im Prinzip wieder das zurückgelassene monarchisitische Sytem unterstützend von vielen US-Auswanderen zwielichtig betrachtet wurde.


    Bei dem Adressat handelte es sich um den Bürgermeister-Adjunkt und das Gemeinderatsmitglied Jalob Lambach der heute der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern angehörigen Weinbaugemeinde Niederhorbach (Südpfalz) . Der Brief weist kein Datum auf, der rote NEW YORK PAID ALL kommt der Type 233 im Hubbart / Winter gleich, der im Zeitraum August 1868 - Juli 1871 verwendet worden sein soll. Bei den Schiffsverbindungen passt dazu das eine oder andere mehr oder weniger, ich wage mich da aber im Moment noch nicht so richtig festzulegen. Wenn jemand mit Bestimmtheit raufkommt wäre das super, ansonsten frage ich mal bei den us-amerikanischen Sammlerfreunden.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Lieber Tim,


    beeindruckendes Briefchen - klasse!


    15 US Cents waren, wenn ich mich nicht täusche, die Rate über Bremen/Hamburg - mit Katze auf Bauch tippe ich auf den Laufweg des Norddeutschen Lloyds New York - Bremerhaven.


    Wenn das nicht stimmen sollte, gucke ich morgen mal im Winter nach ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo liebe Freunde,


    nach den ganzen schönen Briefen zeige ich hier mal ein häßliches Entlein;)


    Dieser auffrankierte Ganzsachenumschlag vom 13.02.1914 von der Automobile Chamber of Commerce nach München sieht wirklich ganz schön ramponiert aus, hat aber trotzdem seinen Reiz, denn wenn man sich die Rückseite anschaut, hat man es schriftlich, dass der Brief an der Auslandsbriefstelle in New York bereits im schlechten Zustand ankam und dann dort mit 4 Siegelmarken offiziell zugeklebt wurde.


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker


    .... ach ja, falls jemand Spaß an diesem Beleg hat .... ich würde gegen einen schönen Mühlradbeleg tauschen ...:)

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo zusammen,


    wozu hat man in den USA einmal einen 13 cent-Wert verausgabt ? Ab dem 2. November 1917 wurde der US-Inlandstarif von 2 auf 3 cents erhöht. In der Kombination mit einem Einschreiben (Gebühr dafür 10 cents) ergab sich die Zweckmäßigkeit einer solchen Marke, die später noch sehr lange angehalten hat. Für den Auslands-Normalbrief haben dann im Jahr der Aufgabe, hier 1920, nur noch 2 cents gefehlt, die vorliegend mit einer 1 cent-Ganzsache und den im Jahre 1913 verausgabten 1 cent-Wert Vasco Núñez de Balboafrankiert wurden, jenem spanischen Entdecker, welcher im Jahre 1513 den Pazifischen Ozean entdeckt hatte. Der mit dem Adressaten offensichtlich verwandte Absender vermerkte unten links das nach dem 1. WK von den französischen Streitkräften "occupied territory" in der bayerischen Pfalz, wahrscheinlich um klarzustellen dass man A) um diesen Umstand in Kenntnis war und B) damit indirekt zu erkennen gegeben hat, dass die Reco-Sendung nichts überprüf- oder sanktionierwürdiges enthielt. Was aber bedeutet der Vermerk unter dem Reco-Abschlag ??? Amt übergeben ?


    Viele Grüße

    vom Pälzer