Tarif für Inlandbriefe 1770 - 31.10.1789

  • Hallo Freunde


    Dann will ich mein erster Brief hier zeigen der ein normaler halbporto/halbfranko Brief war. Der einfacher Brief kostet der Absender 3 Kreuzer CM und der Empfänger 3 Kreuzer CM, der doppelte 6 Kreuzer CM + 6 Kreuzer CM, dann 9 + 9 und so weiter. In den Rest von Österreich war es ein etwas komplizierter (nicht viel) Distanzporto und etwas anders gestaffelt als in Tirol.


    Dieser Brief lief von Hall in Tirol 19. Mai 1786, und oben links ist es auch mit Rötel vermerkt geworden. Dann lief der Brief nach Innsbruck wo er gestempelt ist und dann weiter nach Bozen gebracht. Der Absenderfranko ist hier wie normal nicht notiert geworden. Rückseitig können wir aber der normale Bozener Ankunftsstempel sehen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Ein zweiten Brief will ich auch Heute zeigen. Und jetzt ein seltener Variante.


    Dieser Brief aus Innsbruck 21.7.1785 nach Bozen abgeschickt ist ganz frankiert abgeschickt, was man nicht so oft sieht. Und dazu hatte der Brief die 2. Gewichtsstufe. Der Postbeamter hat der Brief zuerst als ganz Porto verstanden und vorderseitig 12 Kreuzer CM notiert. Dann ist es aber korrigiert und gestrichen, und 12 Kreuzer rückseitig notiert. Um ganz sicher zu sein, dass der Empfänger nicht 12 Kreuzer bezahlen mussten, ist ein Frankokreuz vermerkt + "Franko Tutto" notiert- kein Zweifel der Brief war frankiert.


    Also 2. Gewichtsstufe bis 1 Loth = 6 + 6 Kreuzer CM = 12 Kreuzer Absenderfranko.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein außergewöhnlich schöner Brief. :)


    Ab wann sollte das Franko hinten bzw. vorne notiert werden? Ich kenne viele Briefe aus dem frühen 19. Jahrhundert, da hat man das Franko vorne notiert. Später (wann genau?) hat man das Franko siegelseitig angeschrieben, so wie wir es regelmässig kennen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    So lange es in Österreich ein Halbfranko/Halbporto gab (1751-1817), hat man meistens nur die Halbporto vorne vermerkt. Es kommt aber vor dass man beiden vorne notiert hatten. Wenn der Brief ganz frankiert war, sieht man es normalerweise nur rückseitig. Es gibt wohl auch hier ausnahmen. Alles hier also bei Inlandbriefe.


    Erst in 1817 ist es wichtig geworden die frankierte Briefe als solche zu vermerken, und dann sind auch die Frankokreuze bestimmend. Wenn ein Frankokreuz da ist, war der Brief in Österreich fertig frankiert. Rote Stempelfarbe für die Frankobriefe ist auch introduziert, und ab 1833 auch die Frankostempel. Dann ist auch die Frankogebühre nur rückseitig vermerkt geworden.


    Ausnahmen zu die reinen Porto- oder Frankobriefe, gibt es bei Briefe wo entweder der Absender oder der Empfänger Portobefreit war.



    Viele Grüsse


    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    danke sehr für die Auflistung - habe ich so noch nicht gelesen. :)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Es ist lange her dass ich einen Brief aus Tirol gezeigt habe. Und dank Herr Jungwirt kann ich den Brief postgeschichtlich besser beschreiben.


    Der Brief lief von Stams im Inntal nach Trento in Süd-Tirol im Jahr 1773. Es war ein Halbfranko-/Halbportobrief wo der Absender wie der Empfänger 3 Kreuzer CM bezahlt hat. Wie viel der Bote bekommen hatte, ist nicht zu sehen.


    Der Aufgabeortvermerk ist oben links zu sehen. Stams hatte kein eigenen Post, und ist mit Bote nach Obermieming gebracht. Obermieming lag auf der Poststrasse zwischen Füssen und Innsbruck durch den Fernpass. Von Obermieming ist der Brief über Innsbruck und Brenner nach Trento gebracht.
    Trento war noch kein österreichisches Land sondern ein Fürstbistum. Der Postverwaltung hier hat aber Österreich ab 1770 in besitzt genommen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein hübscher Brief, interessant und von dir gut beschrieben. Aber was hat das "#" Zeichen oben zu bedeuten? Recommandirt? Ich kenne leider zu wenig Briefe, als das ich das beurteilen könnte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Der Kreuz ist wohl ein Andreaskreuz, aber hier nicht als Zeichen für ein vollfrankiertes Brief. Vielleicht dient das Zeichen hier nur für den Halbfranko. Ganz Porto zu senden war ja nicht möglich, nur Halbfranko oder Ganz Franko.
    Es kann auch sein dass es ein Privater Vermerk ist.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    im Handbuch von Dr. Joachim Helbig "Postvermerke auf Briefen 15.-18. Jahrhundert" ist ein Brief von 1751 (Tafel 165) mit so einen Zeichen abgebildet. Herr Helbig schreibt: "... und für die Ablieferung mit einem Andreaskreuz versehen". Ich denke, daß dieses Zeichen bei deinem Brief der Vermerk ist, daß er dem Empfänger übergeben wurde.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo VorphilaBayern


    Ja, vielleicht hast du hier recht.
    Mit nur diese wenige Beispiele, wage ich es nicht so ganz zu beurteilen.


    Danke für die Antwort :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Freunde


    Hier ein nicht ungewöhnlicher Brief, sieht aber gut aus.


    Es ist ein typischer Halbfrankobrief/Halbportobrief von Bozen nach Trento wo der Absender und Empfänger je 3 Kreuzer CM bezahlt hatten.
    Hier auch ein relativ klarer Bozen Stempel aus 5. Oktober 1786.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Dieser Brief ist nicht per Briefpost geschickt. Ich meine trotzdem dass der Brief sich sehen lässt :)


    Von Pillersee in ganz nordöstlichen Tirol ist dieser Brief nach Trient den 2. November 1775 geschickt.


    Der Text ist auch interessant finde ich.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Filigrana


    Ich habe noch keine Zeit gehabt um den Absender genauer zu untersuchen, aber ich denke schon dass du den Richtigen gefunden hast.
    Besten Dank :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Ihr Werten Forumler!
    Meine Erziehung sagte mir immer wieder Sei Dankbar für alles was du bekommst. So habe mich heute entschlossen, Euch allen meinen großen Dank zu vermelden für die Hilfe die ich für
    meine Sammlung erfahren habe. Wie schon berichtet habe ich meine Sammlung ( 60 Blätter) bei einer 3 Rang Austellung in Kaltern gezeigt mit den Vorwand, die Briefmarkensammler
    sollen sehen wie schön und interessant die Vorphila sein kann. Doch eine solche Bewertung für meine erste Sammlungs Ausstellung habe ich nicht erwartet. Ich hatte für meine Sammlung
    85 Punkte und Gold bekommen. Das war für mich eine wirklich große Überraschung. Deshalb gilt mein Dank die sich zu meiner Sammlung geäussert haben und mir weitergeholfen haben. Recht einen Großen Dank an Alle hier im Forum.
    Nun möchte ich ein Sammlungblatt zeigen das ich erst kürzlich gefertigt habe. Hier müßen Sie die Beshreibung lesen um den Brief zu verstehen. Hier hat das Kreisamt in St Lorenzen
    die Briefe der Post übergeben. Die Stempel aus dem Kreisamt St Lozenzen galten nur für wenige Jahre dann wurde das Kreisamt nach Bruneck verlegt. (ca.2 - 3 Km entfernt). Dazu hätte ich gerne Stellungnahme von einigen Mitgliedern. Werde noch weitere Blätter gestalten daich noch einige Briefe aus dieser Zeit bekommen habe. Für Heute gilt Euch mein Dank.
    Liebe Grüsse: Planke

  • Herzlichen Glückwunsch zu 85 Punkten und einer Goldmedaille bei deiner 1. Ausstellung - so fangen Karrieren an! :P:P:P


    Ich bin sicher, dass du vielen Sammlern und Betrachtern viel Freude mit deinen schönen Briefen machen konntest und sie einiges lernen konnten. Weiter so! :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Planke
    ich denke das nicht nur Briefmarkensammler deine Seiten angesprochen haben und werden.. :)
    Das ich mich von ganzen Herzen für dich freue, weißt du. :):):)


    Frage zur deine Beschreibung: In Enddefekt sparte sich hier das Amt als Absender das aufschreiben, wie es bei ex offo Briefe kennen oben auf die Adressenseite. Aber würde diese Stempel nur für diese Zweck benutzt?? Können wir belegen das solche Stempel nur für Briefe bestimmt waren? Vielleicht auch für Quittungen, Protokolle irgendwelche Akten Beläge...also in Amt inneren..
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Werter Ralph und Frau Adriana!
    Ich möchte Euch Danken fürEuren Betrag.Zur Begründung des Stempels. Sicher ist, wie Adriana schreibt, dass der stempel als Schreibhilfe für das
    Kreisamt benutzt wurde. Das Kreisamt soll schon 1754 gegründet worden sein da sich um St Lorenzen 2 Burgen befunden haben und noch befinden. Hier muss ich mich erst mit einem Historiker unterhalten wechen Bezug dazu das Kreisamt hat. Bruneck hat den ersten Stempel während der Bayrischen Besetzung gekommen. Also muss das Kreisamt St. Lorenzen bis ungefähr zur Bayrischen Zeit das Kreisamt geführt haben,obwohl die Stempel nur bis 1792 verwendet wurden. Bis jetzt sind noch keine weiteren aufgetaucht. Hier gibt es noch viel für mich zu erforschen. Ist doch gut so.
    Nur kurz noch eins: Einer dieser Briefe beinhaltet einen Steckbrief aus Prag. Dieser gibt mir auch Rätzel auf.
    Viele Grüße Planke

  • Lieber Planke,


    zeig doch bitte mal den Steckbrief - da habe ich ein bisserl Erfahrung in diesen Dingen ... ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Werter Ralph!
    Anbei habe ich den gewünschenen Steckbrief angehängt. Er handelt von einem Pferdedieb in Prag. Weiteres kannst Du sicher heraus lesen. Ich hätte interessanterweise die Tschechische Übersetzung anhängen sollen. Für Dich wäre es vieleicht ein bisschen Knobbeln gewesen und unsere geehrte Dame aus Tschechien hätte sicher wieder Ihre Sprache auffrischen können.
    Da ich das Anhängen hier noch nicht beherrsche muß ich meine Enkelin heranziehen, das Zeitmäßig auch nicht so leicht ist.
    Schöne Grüße: Planke