Taxpatent vom 16.5.1815 bis 31.5.1817

  • Liebe Freunde,


    gut 2 Jahre nur dauerte die Laufzeit dieses Taxpatents, so dass man sich vorstellen kann, nicht so leicht Briefe mit bayer. Relevanz zu finden.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0012aa77eeb8jpg.jpg]


    Von den wenigen, die ich sah, habe ich den schönsten kaufen können - noch dazu ein Kuvert mit vollem Inhalt, wie es im frühen 19. Jahrhundert unüblich war (Faltbriefe waren die Regel).


    Der Absender vermerkte oben links "de Prague" auf gut französisch, was guter Väter Sitte war. Da dies sehr deutlich geschrieben und gar unterstrichen wurde, beließ es die Aufgabepost dabei und sparte sich einen Stempelabdruck. Der Absender frankierte (Siegelseite ist blanko) 24 Kr. nach o. g. Patent in der II. Stufe als Auslandsbrief bis 1/2 Loth. In Bayern schrieb Nürnberg (typische blassblaue Tinte) das bayer. Porto mit 12 Kr. an, welches in Bamberg mit einer kräftigen Rötel - 12 wiederholt wurde (genau auf der blauen 12 von Nürnberg).


    In die gleiche Patentzeit fällt ein weiterer Brief, der aber auch verschoben werden kann (Nils), wenn er hier nicht so gut aufgehoben sein sollte.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG00119272edccjpg.jpg]


    Jetzt sehen wir einen Teilfrankobrief aus München vom 2.8.1815, also voll im o. g. Zeitraum, der vom Absender mit 8 Kr. rh. grenzfrankiert worden war, ohne das dies vorderseitig zu sehen wäre.
    Hier notierte Österreich frontseitig das Porto von 16 Kr. WW mit Rötel.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Da dies sehr deutlich geschrieben und gar unterstrichen wurde, beließ es die Aufgabepost dabei und sparte sich einen Stempelabdruck.

    Hallo bayern klassisch


    Vor ich nach hause Radln, eine kurze Kommentar zu fehlende Stempel. Zwischen 1789 und 1817 gab es auf österreichischen Briefe keinen Stempel, weil es nicht notwendig war. Es gab kein Distanzporto, so es egal war woher der Brief herkommt um die Gebühre zu bestimmen.
    Also kam es wieder ab 1.6.1817 Stempeln in gebrauch.


    Noch einige Kommentare Später.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo bayern klassisch


    Ich habe jetzt nicht andere Kommentare hier, aber ein kurzer habe ich hier geschrieben Bayern-Tirol 1814-1819


    Der München Brief habe ich kopieren lassen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo bayern klassisch


    Vergessen zu erwähnen ist, dass der Brief nach Tirol nicht unter der Taxpatent von 16.5. fallen, weil es in Tirol eigene Gebühren gab. Der nachfolgende Gebührsystem war ab 1. März 1815 gültig, und mit restlichen Österreich 1. Juni 1817 vereint.


    Ich habe auch oben meinen Text zu fehlende Stempel geändert. Sah aus ob ein Stempel normal war, so war es aber eben nicht. :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgenden Brief möchte ich zeigen:
    Dienstbrief von Brixen in Tirol nach Günzburg (Bayern)
    vom 25. Februar 1817. Vom Absender bis zur österr.
    bayer. Grenze mit 16 Kreuzer W.W. bezahlt. In Bayern
    war der Brief portofrei. Auch die Nach - / Weitersendung
    nach Höchstädt (Bayern). Dabei wurde in Günzburg der
    Brief versiegelt.


    Beste Grüße von VorphilaBayerrn

  • Hallo VorphilaBayern


    Ein sehr interessanter Brief :)
    Diese sieht man seltener als gewünscht, leider.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo VorphilaBayern


    Schöner Brief :)


    Bist du sicher dass es hier 2 Kreuzer Bestellgeld ist?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo VorphilaBayern,


    bei deinem Brief wäre das genaue Briefdatum interessant. Der Taxe nach tippe ich auf Januar oder Februar 1815.


    Grüsse von liball

  • Hallo VorphilaBayern,


    wenn auch das genaue Datum nicht ermittelt werden kann, muss der Tarif vom 1.2.1814 angesetzt worden sein. Dieser Tarif kam ab 1.3.1815 in Vorarlberg zum Einsatz. Danach kostete ein Brief bis zu 1 Loth und bis zu 4 Poststationen 8 Kr.


    Grüsse von liball

  • Liebe Sammlerfreunde,


    Achim hat in seinem Vorphilablog im Juli 2014 folgenden
    Beitrag eingestellt:


    http://vorphila.blog.de/2014/07/21/tirol-italien-18931113/


    Hierzu kann ich folgenden Brief beisteuern:
    Brief aus Bozen (Tirol - Österreich) nach Brescia (Lombardei -
    Österreich) vom 3. Oktober 1815. In Tirol wurden 8 Kr. Franko
    vermerkt und in der Lombardei 5 Decimen Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein tolles Stück - besser kaum zu bekommen und der erstklassige Ankunftsstempel ist ein Traum.


    Vielen Dank fürs Zeigen dieser Rakete. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu drei weitere Briefe aus der Lombardei (Österreich)
    nach Bozen (Österreich). Thiene vom 2. Juni 1815 und
    Vicenza vom 29. Juli 1814 mit Franko von 3 Decimen
    und 8 Kreuzer Porto, sowie Brief von Chiari vom 27.
    März 1816 mit 20 Centimen Franko und 8 Kr. Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo V B,
    Ich glaube das Bozen von 1810 bis 1815 zur Italien gehörte...?


    Ich mag deine Vielfalt an Briefen. :)
    LG F

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Filigrana,


    vielen Dank für Ihre Anmerkung.
    Nach der Niederlage Napoleons zogen am 11. Oktober 1813 österreichische Truppen in Bozen ein.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Samnmlerfreunde

    hier ein Brief von Ollmütz/Mähren nach Lodi/Lombardei vom 3.11.1816.

    Halbfrankobrief über 4 Posten. Ich lese da zweimal 24x ES oder AS jeweils vom Absender und Empfänger zu zahlen. (trotz ex offo Vermerk, das war aber sowieso eine österreichische Spezialität, wo manchmal nicht mal die Postbeamten den Durchblick hatten) Damit wäre der Brief 1 Loth schwer. (1/2 Loth jeweils 12x). Dann ist noch eine weitere Zahl mit Tinte die ich nicht zuordnen kann.

    Ein Stempel von Ollmütz wurde nicht abgeschlagen, da es nur zwei Distanzstufen gab, bis 4 Posten und darüber.

    Was ist das für ein grüner Stempel mittig auf der Vorderseite? Ich lese da Lodlnova oder ähnlich. Ein Ankunftsstempel?

    Beste Grüße

    Torsten

  • Hallo Thorsten,

    ich nehme an, der Brief kostete dem Empfänger 14 Decimen (schwarze 14 ).

    Der Absender zahlte 24 x ES oder As Inlandsfranko.

    Die Lombardei war zwar seit 9.6.1815 Teil der österreichischen Monarchie, es galt aber bis 1.7.1819 der Brieftarif des alten italienischen Königreichs.

    Den Stempel kann ich leider auch nicht entziffern.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,

    auf Decimen wäre ich nie gekommen, danke für die Info. Könnte der Stempel ein Grenzübergangsstempel sein? Oder doch ein Ankunftsstempel? Hier wurde ja alles auf die Vorderseite vermerkt, auch das, was normalerweise auf der Rückseite steht!

    Torsten