Österreich-Bayern 1819-1842

  • Liebe Sammlerfreunde,


    einen Brief mit doppelten Bestellgeld 3 - und 2 Kreuzer, kann ich zeigen:
    Brief aus Wien nach Weiler (Kgr. Bayern) vom 8. Februar 1838. Der Absender
    bezahlte 28 Kreuzer C.M. bis zur österr. bayerischen Grenze bei der Briefauf-
    gabe. In Bayern fiel ein Porto von 18 Kreuzer rh. an. Dazu kam ein Bestellgeld
    von zuerst 3 Kreuzer und noch eines von 2 Kreuzer, so daß der Empfänger ins-
    gesamt 23 Kreuzer rh. bezahlte.
    Das verwundert.
    Als Beispiele zwei Briefe von Wien nach Weiler vom 26. Juni 1835 und vom
    26. Mai 1838, bei denen jeweils 14 Kreuzer C.M. Franko und 14 Kreuzer rh.
    Porto vermerkt wurden. Dazu kamen jeweils nur 2 Kreuzer rh Bestellgeld.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    ein Brief mit Fragezeichen, weil undatiert und doch hat er einige Extras, die ihn vlt. zeitlich einordenbarer machen sollten, als die meisten Briefe ohne Datierung.


    Der Absender benennt sich selbst siegelseitig mit: k. k. Oberfeldarzt Pachner in med(izinischer) chirurgischen Josephs Academie.


    Der Aufgabestempel V:WIEN ist nicht sonderlich klar abgeschlagen - wer kennt seinen Verwendungszeitraum? Oben hat man noch "Von Wien in Österreich" vermerkt, ehe als Adresse angegeben wurde: An Eine löbliche königliche bairische medizinisch - chirurgische hohe Schul - Direction zu Erlangen über Nürnberg.


    Der Absender zahlte - ja, wie viel eigentlich? Oben wurde eine 45 gestrichen unten eine 14 oder 14/4 oder 4/4 auch.


    In blau notierte Nürnberg oben 2 und unten 15 Kreuzer als Porto ab der bayer. Grenze.

  • Liebe Freunde,


    einen netten Brief aus Mattighofen vom 20.5.1841 mit 2 Kreuzer Conventionsmünze Franko bis zur Grenze und ab da 3 Kreuzer rheinisch bis Bad Reichenhall darf ich vorstellen, der an die Baronin von Malsen in Marzoll gerichtet war. Da die Post in diesem Ort nicht zustellten, vermerkte der Absender: "pr Salzburg Reichenhall poste restante".


    Es war vor 1847 nicht klar, welche Kosten poste restante nach sich zogen, weil diese überhaupt zu erheben jedem Postexpeditor allein zustand. Möglich wäre auch ein Postfach der Baronin in Reichenhall gewesen, aber all das wissen wir nicht. In jedem Fall ein hübscher Damenbrief mit Postsonderdienst, der nicht leicht zu finden ist.

  • Liebe Freunde,


    der folgende Brief erschließt sich mir nicht ganz:


    Verfasst in Wien am 26.5.1838 lief er als Portobrief nach Markt Weiler pr. Bregenz. Wüßte man nicht, dass Weiler im Allgäu bayerische war, hätte man ihn als österreichischen Inlandsbrief nach dem Taxpatent vom 1.6.1817 als Brief über 1/2 bis 1 Loth über 9 bis 12 Poststantionen mit 16 Kreuzer Conventionsmünze (Kr. CM) vorne zu taxieren gehabt haben.


    Hätte man ihn gleich als Auslandsbrief erachtet, kämen wir auf 16 Kr. CM nur im Fall von über 3 bis 6 Poststationen in dieser 2. Gewichtsstufe. Das sehe ich hier nicht.


    Ich denke vielmehr, dass die über "Weiler" notierten 14 Kr. CM der ersten Taxierung in Wien entsprachen - hier für über 18 Poststationen im Inland (das passt) bzw. für über 12 Poststationen im Auslandsverkehr (das könnte auch passen), in beiden Fällen aber nur bis zu einem halben Loth (Brief wiegt heute 8,5g, damals war die Grenze 8,75g beim Wiener Loth).


    Dann aber lese ich eine 12 vorne, die durch einen geschickten Strich zu einer 14 mutierte. Hmm ... Am Ende streich ein Rötelstrich die Ligatur der 14 Kr. CM durch und notiert oben 16 Kreuzer rheinisch?


    In der linken oberen Ecke lese ich mit der Handschrift von Augsburg: "recl." für "reclamirt", aber beanstandet. Wenn der Brief also falsch taxiert worden war in Österreich, hätte er aber dennoch nicht von Bayern reklamiert werden können, denn es bestand ja Grenzfrankozwang. Hätte ihn aber Österreich Bayern ohne selbst etwas bekommen zu haben zukartiert, hätte Bayern an Österreich die Höhe des Portos bis zur bayerichen Grenze notieren können und mit dem bayerischen Porto einziehen, um dann später im Rahmen einer Reklamation Österreich sein Porto bis zur bayer. Grenze zu ersetzen.


    Gerne lese ich eure Gedanken zu diesem außergewöhnlichen Brief, der hinten völlig blank ist.

  • Liebe Freunde,


    gerade bei Dienstbriefen galt das Hauptinteresse hinsichtlich der postalischen Behandlung bayerischer Briefe in Österreich der Befreiung von Porti. Da es den Grenzfrankozwang gab, war die bayer. Strecke uninteressant und interessierte die österreichische Post gar nicht.


    Sollte aber ein bayer. Dienstbrief in Österreich auch gebührenfrei bleiben, bedurfte es schon einiger Arbeit, um dies zu erreichen und oft verfehlte dieser Aufwand sein Ziel.


    Hier schrieb das Kreis- und Stadtgericht Regensburg an den Magistrat von Wien am 17.2.1842 - und zahlte bis zur Grenze nichts. Weil dies aber keine Garantie war, dass Österreich auch auf eigenem Territorium eine wie auch immer geartete Postportofreiheit akzeptiert hätte, fügte man in Regensburg hinzu: "Ex Officio in Dienstsachen portofreyer Justizgegenstand" und erhoffte sich so auch die Portofreiheit bis Wien, welche hier auch gewährt wurde.


    Bei allem Eifer - eine in Bayern vorgeschriebene Franchise wurde dadurch aber unterlassen.


    Siegelseitig habe ich den Brief gedreht, so dass man lesen kann, was der Absender für die Post notiert hatte: "Am Siebenzehnten Februar 1842 Postübergabe, Welter". Das war ein Insinuationsvermerk, mit dem das Gericht in Regensburg in Rechtsdingen gerichtsverwertbar die Zustellung an die Post notiert hatte. Auf Auslandsbriefen sind diese Insinuationsvermerke selten und von Insidern gesucht.

  • Liebe Freunde,


    am 2.10.1835 sandte man von Salzburg aus ein Briefchen "fco Grze" also franco Grenze nach Klebing bei Mühldorf an den Freiherrn (Baron) Erasmus von Malsen. Zur Dokumentation, es gab ja den Frankozwang, schlug man den Stempel "Salzburg Franco" in rot ab, der Farbe des Bezahltseins.


    Allerdings lässt sich keine Frankotaxe auf dem Brief finden - statt dessen sehen wir den Grenzübergangsstempel von Burghausen vom Folgetag und die Taxe von 4 Kreuzern rheinisch für die bayerische Strecke.


    Natürlich ging es Bayern nichts an, ob jemand in Österreich seine Briefe bezahlte, oder nicht, aber Transitstempel waren niemals auf der Frontseite der Briefe abzuschlagen, da dieses ja dokumentiert hätte, dass sie auch dort aufgegeben worden waren, was nicht der Fall war. Ein Ankunftstempel, damals nicht vorgeschrieben, mangelt daher zurecht.

  • Nachdem ich meinen ursprünglicher Beitrag in die falsche Rubrik gepackt hatte, hier nochmals mit der Bitte, ob jemand zweiterhelfen kann:


    "Hallo,

    kann jemand möglicherweise den Sinn/Hintergrund des abgebildeten Stempels erklären ?

    Stets rückseitig abgeschlagener kleiner roter Einzeiler "contr.".

    Hier auf einem Brief von Innsbruck 14.2.1837 nach Mittenwald.

    Handelt es sich hier um einen postalischen Stempel, möglicherweise um eine Art "Portokontrolle", wie man sie aus späteren Zeiten kennt ?

    Vielen Dank im Voraus für klärende Worte.

    Beste Grüße

    Schorsch Kemser"

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Brief aus dem ungarischen Teil der Monarchie.

    Von Pressburg am 15.4.1831 nach Würzburg.

    Der Brief wurde vorderseitig mit einer schwarzen 14 taxiert.

    Auf der Siegelseite keine Taxvermerke.

    Wurde bei diesen Brief das Franko vorderseitig notiert?

    Soweit ich weiß, bestand zu jener Zeit ein Grenzfrankozwang.

    Die 14 würde für einen einfachen Brief (1/2 Lot) über 18 Posten passen.

    Wie groß war die bayrische Gebühr für den Empfänger?

    Bitte um eure Hilfe.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    mit dem Grenzfrankozwang liegst du richtig - die öster. Gebühr müsste auf der Siegelseite vermerkt worden sein.


    14x rheinisch hatte Nürnberg in blau vorne notiert für den Empfänger des einfachen Briefes bis 1/2 Münchener/Wiener Loth.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,

    vielen herzlichen Dank:thumbup::thumbup:

    Du hast recht, ich konnte nach genauem Nachsehen ein stark verblasste rote 14 auf der Siegelseite entdecken.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    wieder einer weniger auf deiner "to do" Liste. :)


    Noch weitaus seltener wäre allerdings eine Portofreiheit in Österreich und eine Portopflicht in Bayern - aber so einen suche ich auch noch ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus