GB - Schweiz

  • Der abgebildete Brief hat mit folgender Beschreibung Eingang in meine Sammlung gefunden:


    Im walisischem Cardiff vertraute man am 19.02.1866 der Post einen Brief in die Schweiz mit einem Gewicht bis zu einer ¼ Unze an. Briefe der ersten Gewichtsstufe zogen vom 13.11.1865 bis 31.12.1968 eine Gebühr von 5 Pence nach sich, die London mit „PD“-Stempel auf der Vorderseite bestätigte. Der Brief war adressiert nach Biasca im Kanton Tessin (Ticino).


    Über Bute Docks (19.02., rückseitig schwarz), London (20.02., rückseitig rot), Calais und Paris (20.02, vorderseitig schwarz französischer Bahnpoststempel „ANGL./ AMB. CALAIS C“), Basel (21.02., rückseitig schwarz) und den Luzerner See (21.02., rückseitig schwarz … Schiffsbureau No. 2) war Biasca schließlich am 22.02. erreicht und rückseitig konnte der Ausgabestempel abgeschlagen werden.


    Kann mir vielleicht ein Schweiz-Spezialist helfen, daß ich den in rot eingefärbten Teil meiner Briefbeschreibung auch in schwarz beschreiben kann? Also: Wie heißt die genaue Stempelinschrift? Und: Meines Erachtens kann dieser nur während der Passage über den Luzerner See abgeschlagen worden sein. Ist dem wirklich so?


    Danke im Voraus,
    nitram

  • Der folgende Brief, obwohl optisch vielleicht ein häßliches Entlein, hat mein Interesse gefunden. Ich habe ihn wie folgt beschrieben:


    Am 06.11.1868 wurde ein in London geschriebener Brief aufgegeben (rückseitig Aufgabestempel von London vom selben Tag), adressiert an das „Hotel Des Trois Rois“ in Basel (Bâle) in der Schweiz. Am 07.11. wurde der französische Bahnpoststempel „ANGL./ AMB. CALAIS C“ abgeschlagen. Einen Tag später hatte der Brief sein Ziel erreicht. Leider war der Empfänger in der Zwischenzeit bereits wieder abgereist, und der Brief wurde ihm am selben Tag nach Paris nachgesendet (die beiden Baseler Stempel finden sich auf der Vorder- und Rückseite). Bereits am 09.11. war der Brief wieder auf französischem Boden gelandet, dokumentiert durch den blauen Stempel „SUISSE/ 3 ST Louis 3“ (van der Linden Nummer 2727), bevor er schließlich (wieder!) in Paris ankam.
    Als Gebühr für einen Brief bis zu einer ¼ Unze Gewicht war vom 13.11.1865 bis 31.12.1968 ein Franco in Höhe von 5 Pence zu entrichten. Der Brief war also vollständig frankiert, was in London durch den „PD“-Stempel dokumentiert wurde. Für die Nachsendung von Basel nach Paris wurde hingegen keine Gebühr erhoben.

  • Hallo nitram,


    beim 1. Brief hast du Recht - er lief über den See, weil das schneller war, als um ihn herum. Schönes Stück!


    Beim 2. Brief war der Stempel St. Louis 3 in Paris abgeschlagen worden - er war also längst auf französischem Boden gelandet. Die Rücksendungen und Weiterleitungen kosteten die Franzosen nicht; man war da, im Vergleich zu uns, sehr großzügig.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Beim 2. Brief war der Stempel St. Louis 3 in Paris abgeschlagen worden - er war also längst auf französischem Boden gelandet.

    Das wußte ich nicht, daß der Stempel „SUISSE/ 3 ST Louis 3“ erst in Paris abgeschlagen wurde. Danke dafür! Die Briefbeschreibung wird sogleich angepasst.
    Tja, wenn ich allerdings den van der Linden vorher genau studiert hätte, dann wäre auch mir klar gewesen, daß dieser Stempel (mit der Nummer 3) erst in Paris abgeschlagen wurde!


    Viele Grüße von nitram

  • Hallo zusammen,


    zu dem Francobrief von Liverpool nach Brugg aus dem Jahr 1865 hoffe ich auf Hilfe hier aus dem Forum:


    Am 10.11.1865 wird in Liverpool ein Francobrief nach Brugg in der Schweiz (Kanton Aargau) versendet. Der Absender vermerkt “via Calais”, möchte den Brief also über Frankreich schicken. Verständlich, da in diesem Fall das Franco für die 1. GS (bis 1/4 Unze) 6d. beträgt (01.01.1857–12.11.1865), während die Gebühr beim Versand über Preußen 8d. kostet (01.01.1863–31.12.1868 ), das Gewicht dann allerdings bis 1/2 Unze sein dürfte. Folglich wird eine 6d. violett (große weiße Eckbuchstaben, Platte 5) verklebt und London bestätigt mit “PD”.


    Aus unerklärlichen Gründen wird der Brief jetzt aber nicht über Frankreich geleitet, sondern landet am 12.11. (über Belgien) in Aachen, wo zunächst in blau “(AUS ENGLAND PER AACHEN) / FRANCO” gestempelt wird. Weiter geht es über Baden (Bahnpoststempel “HEIDELBERG – BASEL” vom 12.11.) in die Schweiz (Aarau vom 12.11. und Ausgabestempel Brugg vom 13.11.).


    Was ich nicht verstehe, sind die folgenden Punkte:
    In Aachen streicht Preußen das Wort “FRANCO” ab und notiert “5” (Silbergroschen?) in blau. Wie setzen sich diese zusammen und wofür genau? Die handschriftliche rote "30" interpretiere ich als Porto für den Empfänger in der Schweiz. Wie setzt sich diese Gebühr (in Rappen) zusammen?


    Danke für jede Antwort im Voraus,


    nitram

  • Hallo nitram,


    schön, dass du wieder da bist. :)


    Aus der Hüfte:


    Für Preußen war zu wenig von den 6d übrig geblieben. Man hatte ja den Anspruch auf die Vereinstaxe von 3 Sgr. = 10,5 Kreuzer, gerundet 11 Kreuzer. Weil wegen der Unterfrankatur bei dem tatsächlichen Leitweg nur 1 3/4 Sgr. = 6 Kr. für die Vereinsaufgabepost in Aachen greifbar waren, taxierte man ihn mit 5 Kreuzer (nicht Silbergroschen!) nach. Diese entsprachen 1 1/4 Sgr. und wurden Preußen von der badischen Bahnpost kreditiert.


    Die Schweiz kasierte 30 Rappen, die 9 Kreuzern entsprach und rechnete folglich die fehlenden 5 Kr. in 20 Rappen (eigentlich 17 Rappen, wurde aber gerundet) um, zu denen 10 Rappen Inlandsporto bis 10 Meilen vom Grenztaxpunkt Constanz - Schaffhausen kamen.


    Toller Brief! :P


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    das bedeutet ja dann mit anderen Worten, daß sich die Post in Preußen, in Baden und in der Schweiz jeweils schadlos hält, der Empfänger in der Schweiz aber der Blöde ist, da er für den Fehler der englischen Post blechen muß, und zwar immerhin 30 Rappen!


    Viele Grüße von nitram

    Forschungsgemeinschaft Großbritannien e.V. (FgGB)

    http://www.fggb.de

    Einmal editiert, zuletzt von nitram ()

  • Hallo Kevin,


    schönes Stück - klasse!


    Aber es hieß AMB für ambulant = Bahnpost, nicht AMD (das ist Advanced Micro Devices). :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Asmodeus,


    schöne DS die Du hier zeigst, Klasse :thumbsup:


    Die nach "Rommersmühle" (Habe den Ort ncht gefunden?) sieht ja besonders interessant aus, das blaue Papier wirkt als wäre es ausgeschnitten und auf die eigentliche DS aufgeklebt worden, stimmt das so?

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo Asmodeus,


    schöne DS die Du hier zeigst, Klasse :thumbsup:


    Die nach "Rommersmühle" (Habe den Ort ncht gefunden?) sieht ja besonders interessant aus, das blaue Papier wirkt als wäre es ausgeschnitten und auf die eigentliche DS aufgeklebt worden, stimmt das so?

    Hallo,


    ja, stimmt. Eine wohl vorherige Drucksache wurde zerschnitten und der Empfängerteil wurde verklebt. Zum Glück geht der PP/PD Stempel auf das Briefstück über. Auch der französische Eingsngsstempel berührt gerade noch den Ausschnitt.

  • Zum Glück geht der PP/PD Stempel auf das Briefstück über. Auch der französische Eingsngsstempel berührt gerade noch den Ausschnitt.


    Hallo Asmodeus,


    ja das sieht richtig gut aus, denn so ist die Echtheit gesichert, wie gesagt schönes Stück!!


    Die Frage von @el-eszet interessiert mich aber auch :)

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo zusammen,


    ja ich meine auch das könnte hinkommen, zumindest habe ich wie gepostet keine "Rommersmühle" gefunden.....

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"