Bayern - Fahrpostaufgabescheine

  • ... dann würde mich doch einmal interessieren, ob es einen Briefpostschein mit dem gleichen Unterzeichner der zuvor gezeigten Fahrpostscheine gibt. Auffälligerweise immer der gleiche, der sich mit dem Halbkreiserabschlag faktisch den handschriftlichen Eintrag des Absendeorts ersparte. Das wäre dann u.U. eine persönliche Marotte, nicht aber per se allgemeingültig.


    + Gruss

  • Hallo Siegfried,


    mache doch mal eine Chronologie deiner Scheine, gemischt nach Brief- und Fahrpost. Wenn die Scheine dann geordnet sind, kann man vlt. ersehen, dass es so ist, wie du schreibst, oder es gibt zeitliche Löcher, wo du keine Scheine hast und dann auch keine Aussage treffen kannst mangels Masse.


    Ein Postschein war ja ein kaufbarer Vordruck, also hatte dein Expeditor Eisenmann (oder der zuvor) die Scheine von seinem OPA zu kaufen und verwendete sie dann nach Bedarf. Stand einer mit einem Paket vor ihm, bekam er einen Fahrpostschein, stand einer mit einem markenfrankierten Recobrief vor ihm, bekam er einen Briefpostschein. Wenn man die einen abstempelte, warum nicht die anderen? Einer "Stempelunterscheidung" bedurfte es nicht, weil er für beide Arten von Postscheinen bezahlt hatte und das kassierte, was auf ihnen eingedruckt war. Und lesen "Fahrpost" von "Briefpost" wird er ja können haben, es war ja kein Analphabet.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,

    nach den mir vorliegenden Originalscheinen und von mir eingescannten Scheinen komme ich zu folgendem Ergebnis:

    14 Scheine mit Mühlradstempel ( 6 davon sind in meinem Besitz)

    Zeitraum: 12. November 1866 bis 11.Februar 1869

    alle sind Unterzeichnet vom Expeditor Georg Eisenmann.

    Es gibt 2 Sorten Formulare, die sich im Wesentlichen in der Schriftgröße "Kgl. Bayer. Expedition fahrender Posten" unterscheiden.

    Den Mühlradstempel "617" habe ich bisher nur auf diesen Fahrpostscheinen, gezeichnet Eisenmann, gesehen.

    Beste Grüße, Siegfried


    exemplarisch zeige ich die beiden unterschiedlichen Formulare aus meiner Sammlung.


  • Hallo Siegfried,


    danke fürs Zeigen der schönen Strecke - der von Jan. 1870 konnte keinen Mühlradstempel zeigen, weil er da schon lange eingezogen worden war. Es gibt aber von Scheinfeld auch wenige Scheine aus Mitte März 1869 und noch später, als die Mühlräder schon weg waren, aber die vorabgestempelten Scheine noch verfügbar waren.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • .... das weiß ich nicht, ich habe jedenfalls keine.

    Alle 10 bei mir archivierten Scheine der Briefposten sind unterschrieben von Eisenmann und haben keinen offenen Mühlradstempel.


    Wenn du aber einen auftreiben kannst, den würde ich gerne mal sehen.



    weitere siehe Dateianhänge !

  • Hallo Siegfried,


    mein (leider viel zu früh) verstorbener Freund G. Smura hatte meine ich einen der Briefpost von Mitte März 1869, weil er eine Spätverwendung eines Mühlradstempels suchte/brauchte. Wo der gelandet ist, weiß ich aber leider nicht ... die Slg. wurde großteils vom P. Sem verkauft damals. Aber dort wurde nicht die gesamte Sammlung verauktioniert, sondern nur große Teile ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    Peter Sem schreibt in seinen Handbuch, daß der offene Mühlradstempel von Scheinfeld auch vom 18. März 1869 auf Postaufgabeschein vorgelegen hat.


    Liebe Grüße,

    Hermann

  • Lieber Hrmann,


    vielen Dank - wohl alles vorabgestempelte Scheine, die nach Abgabe des Stempels selbst noch aufgebraucht wurden.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... es gab auch noch andere Expeditoren in Scheinfeld.

    Beim Fahrpostschein vom 28.März 1864 war es noch Herr oder Frau Ziegler.

    Den Expeditor auf dem Schein vom 28.Juny 1866 kann ich nicht entziffern, ist auch im Joel nicht erwähnt.

    Zeitlich fällt der Schein in die Zeit von Eisenmann.


  • Hallo Siegfried,


    mein (leider viel zu früh) verstorbener Freund G. Smura hatte meine ich einen der Briefpost von Mitte März 1869, weil er eine Spätverwendung eines Mühlradstempels suchte/brauchte. Wo der gelandet ist, weiß ich aber leider nicht ... die Slg. wurde großteils vom P. Sem verkauft damals. Aber dort wurde nicht die gesamte Sammlung verauktioniert, sondern nur große Teile ...

    Liebe Freunde,


    in der Sammlung von Günter Smura war ein Fahrpostschein von 1867 mit offenem Mühlradstempel aus Scheinfeld. Es sieht so aus, als ob wir auf einen Briefpostschein noch weiter warten müssten.

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • ....ich habe den Verdacht, dass dieser Herr Eisenmann der einzige Scheinfelder Posthalter war, der sowohl die Fahrpostscheine, als auch die Vorausentwertungen der Frankomarken abstempelte.

  • ....ich habe den Verdacht, dass dieser Herr Eisenmann der einzige Scheinfelder Posthalter war ...

    Er bekam die Briefpost- und Fahrpostexpedition auf Dienstvertrag im Sept. 1866 (vorher war er Notariatsgehilfe) lt. Kgl. Kreis-Amtsblatt von Mittelfranken. Ab Januar war er Postexpediteur in Weißenburg lt. Post-VO vom 31.12.1870.



    Wäre jetzt interessant, ob auch von Weißenburg Scheine mit Ortsstempel bekannt sind.


    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).