Taxpatent 1751-1789

  • Guten Abend,
    ich verstehe VB Brief immer noch nicht:
    a, 6 Kreuzer CM zahl der Empfänger – weil kein Hauptpostamt berührt wahr?
    b, Hier zahlt Absender 6 Kreuzer Rh. und auch Empfänger 6 Kreuzer CM, weil hier der Tarif 1750/51 auch gültig wahr?


    Ralph, ich stelle es in Frage weil auf Segelseite es mehr nach eine 6 sieht.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Filigrana


    Der Absender in Augsburg hat 8 Kreuzer Rh bis Füssen bezahlt. Füssen war hier Grenzpunkt zwischen Kaiserliche Reichspost und Österreichische Post. Der Empfänger in Tirol hat dann 6 Kreuzer Cm bezahlt wie es auch bei Auslandsbriefe nach Tirol sein sollte wegen die Tiroler Sondertarif.


    Obwohl der Brief unter Inlandbrief gezeigt ist, ist dieser Brief kein Inlandbrief.


    Du kannst auch ähnliche Briefe hier sehen: Auslandsbriefe 1770-31.10.1789



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Guten Abend,
    weiß nicht was in Müller steht aber Votocek datiert früheste Stempelabschlag von Eger – mit Fragezeichen, als bekannteste älteste mit Jahr 1756. Folgende Brief ist aus Jahr 1752, damit noch frühere. Ein Bekannter von mir welcher dieses Brief für seine Sammlung wählte, würde gern mehr über sein Brief erfahren. Inhalt ist so umfangreich, das ich mich erst später da mit beschäftigen kann..ich bin in Moment einfach fiel zur müde..


    Adresse: Erste Name kann ich nicht vollständig lesen: Rath Herrn Johann Joseph Maximilian von ?
    Zweite dürfte: gelehrten Herrn Johann Michäl (Michael) Schlecht, sein.


    Vielen dank für mithilfe A.

  • Hallo Adriana,


    Adresse:


    Dem Hoch Edlgebohrnen Respective Kayser(lichen) Königl(ichen) Rath Herrn Johann Joseph Maximilian von Reichel ältesten Bürgermeister usw. Dann dem Wohl Edlgestrengen, und Wohl-
    gelehrten Herrn Johann Michael Schlecht conseniori Judicii der Stadt Eger
    Unseren Hochgeehrtest und Hochgeehrten Herrn
    Prag
    praesentirt den 17. April 1752


    Ein toller Brief und der Stempel dürfte damals ganz frisch gewesen sein.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,
    vielen dank für deine Hilfestellung. :)

    conseniori Judicii – ältesten Gericht?
    Danke A.

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Adriana


    Auch bei Müller ist es für Eger 1756 angeführt geworden. Denke aber dass 1752 besser passt, aber sogar 1751 wäre auch möglich oder sinnvoll.


    Die neue Taxen in Österreich 1751 waren zum ersten mal Distanztaxen, mit unterschiedlichen Gebühre je nach Distanz. So man musste wissen woher der Brief stammen um die Gebühre richtig zu berechnen/Gebühre kontrollieren. Es war also jetzt sinnvoll ein Stempel zu haben statt die Ortsnamen mit Blech zu schreiben. Besonders wo es viel zu tun war. Viele Postämter hat es sich aber nicht geleistet Stempel und Stempelschwarz zu kaufen.


    Der Brief war offenbar ein schwerer Brief weil es den Empfänger 24 Kreuzer gekostet hat (8 für einfache Briefe)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Die neue Taxen in Österreich 1751 waren zum ersten mal Distanztaxen, mit unterschiedlichen Gebühre je nach Distanz.


    Daran dachte ich nicht! Wien Stempelabschlag ist aus 1751 bekannt, ich sah das Zusammenhang nicht. Danke schön Nils Erik.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Guten Abend,
    zur dem Stempelabschlag..V. EGER


    Bis jetzt könnte ich nur zwei Veröffentlichungen zur Thema nachlesen.


    Der erste befasst sich in allgemeinem über Einführung von Stempeln in Österreich. Hier würde erwähnt das nur die Hauptpoststationen ein Poststempel an welchen Staatsangestellte angestellt wahren eins zugeteilt würde. Wann?? Leider kein weitere Hinweis..


    Zweite http://www.infofila.cz/merkur-…ie-terezie-r-2-c-285-tisk
    Aus Text: Für Votocek älteste bekannte Brief aus Eger wahr aus dem Jahr 1756. - v. EGER
    Neuendecke welche hier vorgestellt würde aus dem Jahr 1755, als erste Stempelabschlag aus Vormarken Zeit aus Tschechei . (Der Verfasser von verlinkten Artikel beschreibt ihm mit kleinem v. – v. EGER, obwohl auf gezeigten Brief eins mit großen V. zum sehen ist..?)
    Überlegung Grund – Postmeister von Eger ließ sich ein herstellen nach dem Vorbild ankommende gestempelte Briefe aus Ausland. Es schien ihm einfacher als handschriftliche Ortsvermerke notieren, welche zum Berechnung die Taxen in Inland nötig wahren.


    Die Überlegung geht gleiche Richtung wie von Nils.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Liebe Freunde,


    hier habe ich einen Brief aus Lemberg nach Vervier an die bekannte Adresse Peter De Thier von 1785. Lemberg im wenige Jahre zuvor gegründeten Königreich Galizien und Lodomerien war erst mit der 1. polnischen Teilung Teil des Habsburgerreiches geworden.


    Wenn ich die in diesem Thread vorausgegangene Diskussion richtig verstanden habe, fielen für diesen Brief bis zur österreichischen Grenze 8 Kr. CM an. Diese wurden wohl vorderseitig mittig notiert und der Diagobalstrich zeigte das Teilfranko an.

    Wie wäre dann aber die rückseitige 6 zu deuten?


    Weiter lief der Brief dann wohl mit der Reichspost via Frankreich und Maastricht. Notiert wurden 8 oben links und gestrichen (bis Frankfurt?) und dann 12 Stüber.



    Stimmt das so? Korrekturen/Ergänzungen sind erwünscht. :)


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,


    nach dem österreichischen Tarif vom 1.6.1750 betrug das Franko für einen einfachen ausländischen Brief in die österreichischen Niederlande 6 Kr. Erst mit dem Tarif vom 1.11.1789 wurden 8 Kr. fällig.

    Zu den vorderseitigen Taxierungen kann ich leider nichts sagen.


    Grüße von liball

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein einfacher Halbfrankobrief der 3. Entfernungszone vom 21.10.1785 von Wien nach Pesth (Ungarn)

    Halbfranko für 1/2 Lot: 4 Kreuzer CM vom Absender zu zahlen

    Halbporto für 1/2 Lot: 4 Kreuzer CM vom Empfänger zu zahlen

    Das Halbfranko wurde vom Abgabepostamt vorderseitig taxiert und galt auch für das Halbporto

    Brieftarif vom 1. November 1751 bis 31. Dezember 1788 = 3 Zone 4x + 4x

    3 Zone = Briefe berührten zwei oder mehr Hauptpostämter

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein für mich rätselhafter Brief vom 23.7.1774, von Wien nach Laibach.

    Der Brief wurde adressiert an :

    Dem Edlvesten Unserm bey Unsern Fidei-Commiss

    Herrschaften in Crain und Istrien be=

    stellten Inspectori auch lieben getreuen

    Carl Urbantschitsch zuzustellen

    Laybach

    Vorderseitiger roter Halbportovermerk abg 6, und 8 Kr in schwarz.

    Siegelseitig wurde ?? 24 notiert.

    Weshalb wurde vorderseitig 6, und siegelseitig 24 notiert?

    Welches Zeichen steht vor der 24?

    Wer musste was zahlen?

    Bitte um eure Hilfe.

    Der Briefschreiber Heinrich Joseph Johann von Auersperg ( 1697- 1783 ) war der 4. Fürst von Auersperg, sowie Herzog von Münsterberg. Er war der Sohn von Franz Karl von Auersperg und diente unter Karl VI. bis 1738 als Oberhofmarschall, anschließend bis 1765 als Oberstallmeister und Oberkämmerer am Hofe Maria Theresias, und wurde ein enger Freund Kaiser Franz Stephans.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    siegelseitig lese ich das Ankunftsdatum 7 27 = Juli 27 (27. Juli) des Ankunftspostamtes in Laibach.

    Vorne lese ich Abgabe und 8 Kreuzer; Aufgabe und Abgabe = jeweils 8 Kreuzer.



    Beste Grüße,

    Hermann

  • Hallo Hermann,

    vielen herzlichen Dank:thumbup::thumbup:also das Ankunftsdatum siegelseitig, damit ist alles klar.

    Bei den Zahlen verlese ich mich immer wieder.

    Der Brieftarif vom 1. November 1751 bis 31. Dezember 1788, war für 3 Zonen (1Loth) 8x + 8x.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Brief vom 15.5.1783, von Graz nach St. Paul (Kärnten).

    Der Absender war vom Halbfranko befreit (Exoffo).

    Der Empfänger zahlte 8 Kreuzer Halbporto.

    Aufgabestempel "Von Gratz" , erster Grazer Vorphilastempel (Verwendungszeit 1782 - 1786).

    Brieftarif vom 1. November 1751 bis 31. Dezember 1788, 2 Zonen (1Loth) 8x + 8x

    Liebe Grüße

    Franz