Social Philately, kurz Sophy

  • Hallo in die Runde,


    hier kommt eine Antwort auf einen früheren Post zwischen Mikrokern und Nils, zu dem ich gerne eine Anmerkung machen möchte:

    erstmal finde ich den Brief ebenso wie Nils auch sehr interessant und schön :)
    Zum Begriff der "Social Philatelie" möchte ich gerne noch beitragen, daß es ja ein Wortspiel aus dem
    Englischen Begriff "Social", also Sozial und dem Wort Philatelie.


    Eine Mögliche Definition/Interpretation von Social könnte folgende sein:
    Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet‘) bezeichnet wechselseitige menschliche Bezüge
    als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens(der Mensch als soziales Wesen).



    Eine Mögliche Definition/Interpretation von Philatelie könnte sein:
    Der Begriff Philatelie wurde von dem Franzosen Georges Herpin in der ersten Ausgabe der Pariser Briefmarkensammlerzeitschrift Le Collectioneur de timbres-postes am 15. November 1864 geprägt. Er bedeutet übersetzt aus dem Griechischen „Freund dessen, was frei von Abgaben (an den Staat) ist“ (griech. philos = Freund, griech. ateleia = Abgabenfreiheit). Die Wendung „was frei von Abgaben (an den Staat) ist“ steht für gestempelte Briefmarken, da der Poststempel den Absender von weiteren Abgaben befreite. Eine andere Deutung ist die Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern philos (= Freund) und atelos
    (ohne Ende), also „Freund dessen, was nie endet“, was auf eine Briefmarkensammlung, wegen der stets neu erscheinenden Marken, ebenfalls zutrifft.
    (In unserem Fall der Altpostgeschichte sind es natürlich nicht laufend neue Marken, sondern laufend neue Aspekte, wie zum Beispiel Contraventionen oder hier die Sophie)


    Und ohne wissentschaftlichen Anspruch auf Vollständigkeit könnten wir den Begriff der "Social Philatelie" dann so verwenden, daß damit der
    "Wechselseitige menschliche Bezug der Briefe, die in einer philatelistischen Sammlung gezeigt werden" bezeichnet werden kann.
    Also quasi die menschliche Seite der Postgeschichte, die uns bei genauem Betrachten der 100 und 200 Jahre alten Belege auffällt.
    in Bezug auf Absender, Adressat, Inhalt,Vermerke, Historisches Umfeld, Gestaltung der Belege an sich, Beziehung der Korrespondenz
    untereinander, wirtschaftlich, gesellschaftlich, private Aspekte, aus Forschungszwecken, aus Zwecken der Zusammenarbeit,Postgeschichtliche
    Aspekte,wissentschafliche und kulturelle Dokumente,Kriegs-und Friedenszeiten, Königshäuser und deren Beziehungen usw, usw


    Spannend können Originalbelege sein, die das Entstehen von Büchern, Kunst, Postgeschichte, Geschichte an sich, Krieg oder Frieden zum Inhalt haben,
    so kann aus einem eher unscheinbaren Beleg ein spannendes Stück Zeitgeschichte und manchmal sogar ein Unikat von musealem Wert werden.

    Gelungene Beispiele hierfür zu zeigen, kann die anspruchsvolle Aufgabe dieses Teils unseres Altpostgeschichte Forums werden.


    Es würde mich sehr freuen, euere Meinung zu dem spannende Thema zu erfahren und die interessierten unter euch können sich gerne per PN melden,
    um die Forschung in dem Bereich weiter zu führen, denn ich bin sicher, daß hier ein spannendes Betätigungsfeld auf uns wartet, welches auch nach 162
    Jahren noch in den Anfängen steht.


    Herzliche Sammlergrüsse :)
    Bayern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

    4 Mal editiert, zuletzt von Bayern Social ()

  • Hallo nochmal,


    bitte noch um Nachsicht, daß ich die Formulierung "Social Philately" in "Social Philatelie" geändert habe,
    nur dachte ich mir, da es ja ohnehin ein Kunstwort ist, kann auch das Englische mit dem Deutschen
    verbunden werden, oder?


    Wie seht Ihr das?


    Viele Grüsse
    Oliver

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo Bayern Social


    Es würde mich sehr freuen, euere Meinung zu dem spannende Thema zu erfahren und die interessierten unter euch können sich gerne per PN melden,
    um die Forschung in dem Bereich weiter zu führen, denn ich bin sicher, daß hier ein spannendes Betätigungsfeld auf uns wartet, welches auch nach 162
    Jahren noch in den Anfängen steht.

    Können wir gern machen. Aber öffne dann lieber ein Thread mit diesem Thema. Es hier unter die Nummer 2 ist keine gute Idee.


    Weil ich mich etwas kritisch zu den Begriff geäussert habe, muss ich auch Teilnehmen ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,


    hier soll ein neuer Bereich entstehen, auf Anregung von Bayern Nils, der den
    Austausch über die Aspekte der "Social Philatelie" fördern soll. :)


    Da es ein spannendes Thema ist nehme ich die Anregung gerne auf und eröffne
    hiermit diesen Thread und freue mich über rege Teilnahme.


    So kann auch gerne darüber nachgedacht werden, ob der Thread sinnvoller Weise
    "Social Philatelie" oder "Social Philately" heissen soll.


    Herzliche Grüsse :)
    Bayern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Liebe Freunde,


    dann schlage ich mal die Kurzform "Sophie" vor - die Mädels kommen bei uns doch eh zu kurz und das ist bedauerlich.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber BK, liebe Freunde,


    wie unschwer an meinem gänderten Namen zu erkennen, liegt mir die
    Sophie am Herzen und in meiner Sammlung :love: :)


    Und Bayern Klassisch hat wieder bewiesen, daß er nicht nur für die
    intelligenten sondern auch für die witzigen Beiträge verantwortlich
    ist. :thumbup:


    Viele Grüsse
    Bayern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • ... wie sagte schon der legendäre Freddie Frinton zu May Warden in "Dinner for One" - Cheerio Miss Sophie!


    Danke für die Blumen, aber Social Philatelie oder Social Philately ist für heutige Generationen wirklich etwas zu lang geraten, da scheint mir Sophie gar nicht mal so schlecht zu klingen. :thumbsup:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ihr Zwei,


    mit der Abkürzungsidee Sophie werdet Ihr bestimmt Geschichte schreiben, wartets nur ab :thumbsup:


    In der Langversion würde ich persönlich die rein-anglizistische Version social philately vorziehen. Hat sich ja - wie ich es jedenfalls beobachtet habe - schon so im Sprachgebrauch eingependelt und im Übrigen sollte der Rest der Welt ja auch was damit anfangen können. Da passt die Englisch-Version - wie ich meine - recht gut.


    Zu der dahinter stehenden Sammelidee sind mir bislang im Wesentlichen folgende Aspekte aufgefallen:


    • Es können vielfältigste epochale Ereignisse veranschaulicht / dokumentiert werden (Kriegszustände, Notzustände, Katastrophen oder bspw. die industrielle Gründerzeit, besondere Geschäfts- und Privat-Kommunikationsbeziehungen oder einfach nur "die gute alte Zeit")
    • Eine gewisse Gefahr birgt Sophie dahingehend, dass man aufpassen muss, sich nicht allzu weit in das "Ausschlachten" des Aussagegehalts eines Belegstücks reinzuknien. Unser Sammlerfreund Wilfried Berger hat auf dem Treffen 2011 der ArGe Bayern (klassisch) in Zweibrücken in seinem hierzu eindrucksvoll illustrierten Vortrag schon festgehalten, dass man selbst entscheiden muss, wie weit man es damit treiben möchte.
    • Bislang ist das Wissen über den Umfang besonderer Korrespondenzen eher Insiderwissen, das über längere Zeit hinweg aufgebaut, aber selten weiter gegeben wird. Offenbar wurden schon öfters großartige Sophie-Sammlungen über Nachlassverkäufe wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut, was zu bedauern ist.
    • Es liegt die Vermutung nahe, dass beim Nachlassverkauf der besondere Wert einer Sophie-Zusammenstellung oft nicht erkannt worden ist bzw. wird. Man kann natürlich niemanden dazu vergattern, seinen Besitz en bloc zu veräußern, man kann aber zumindest dafür werben, dass man ihn vor dem Verkauf in einem gesonderten Werk für die Nachwelt zusammengestellt hinterläßt. Mit den heutigen Medien ist das auch nicht wirklich ein Problem.
    • Der Begriff des "Sammelwertes" erhält durch Sophie eine völlig neue Inhaltsbestimmung, kurzum: Die Seltenheit eines postalisch beförderten Gegenstandes kann sich unter dem Blickwinkel bestimmter Epochen / Ereignisse / Kommunikationsbeziehungen auf völlig andere Weise darstellen.


    Das nur mal als ersten groben Eindruck, ich lasse mich deswegen natürlich auch gerne korrigieren.


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer ()

  • Hallo die Runde


    Endlich hat jemand etwas genaueres über das Sammelgebiet und Begriff gesagt, danke an Pälzer :)
    Und du ziehst etwas interessantes vor uns.


    Erstens will ich drück darauf machen dass das Wort nicht wichtiger als den Begriffsinhalt sein muss. Ob man es so oder so nennt, spielt keine Rolle. Was wichtig ist, ist was mit diesem Begriff sagen will. Ob eine schlechte oder gute Übersetzung.


    Ist Social Philatelie etwas anders als Postgeschichte?? Wenn ja, wie??


    Ich werde immer etwas skeptisch wenn neue Begriffe auftauchen, wo es schon gute Begriffe gibt. Wenn man etwas neu schaffen will muss es meiner Meinung nach entweder etwas neues sein, oder ein schlechter Begriff ersetzen.
    Es gibt ein Gefahr dass neue Begriffe ein Schleier wird als echt erhellend.


    Bis jetzt habe ich nichts gefunden die nicht unter die Fahne Postgeschichte stehen kann. Postgeschichte ist nicht nur wie einen Brief von A zu B gebracht war und welche Bestimmungen diese Beförderung bestimmt hatte. Es ist auch wie die Strassen damals waren, die Entwicklung wenn den Bahnausbau begonnen hatte, allgemeine juridischen Entwicklungen, allgemeine politische Entwicklungen, demographische Entwicklungen, industrielle Entwicklungen um nur etwas zu nennen.


    Aber wenn der König im Bett mit seine Frau war und geschrien hat; "scheisse, den Post, ich habe vergessen den Post ab zu schicken - Morgen muss es Express gehen" und somit den Expressdienst gemacht; ist es dann wichtig dass er im Bett mit seine Frau war oder dass er endlich gesehen hatte dass man diesen Dienst habe musste. Es gibt ein Gefahr wenn man aussageschwache Begriffe benutzt dass die Bettgeschichte wichtiger wird als was eigentlich dahinter steckten.


    Mir wäre es lieber wenn man den Schlier etwas hebt und es nicht eine neue Name geben um es besser zu machen, oder mehr exotisch.


    Ein Belegstück muss man wenn man diesen beschreiben will, in irgend eine Zusammenhang setzen. Hat man viele Belege kann man immer neue Zusammenhänge beschreiben. Wenn es um Philatelie oder Postgeschichte geht muss immer das postalische vorne stehen. Verliert an diesen Plattform steht man eher im Luft und verliert eben ein wichtigen Zusammenhang.


    So am wichtigsten - ein Belegstück soll immer ein Ziel sein, nicht ein Mittel.


    Hoffentlich habe ich mich verständlich ausgedrückt. :)
    Und wenn jemand denkt dass ich viele Vorurteile habe, stimmt es sicher :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Pälzer, hallo Nils, hallo in die Runde,


    danke für Deinen guten Beitrag, der eine Richtung, in die unsere Sophie gehen
    kann doch prima aufzeigt :)


    Danke auch Nils, der mir mit meiner Antwort zuvorkam, gerade die kritische
    Auseinandersetzung
    bringt uns hier sicher weiter, nicht einfach ein "blindes
    hinterherlaufen von Trends in der Philatelie"


    Ich werde gerne später noch etwas zur Eingrenzung der Sophi schreiben, denn ich
    meine, wenn wir konkret die Aussagen der Belege interpretieren, bleiben wir in
    der Disziplin der Postgeschichte, die um den Aspekt der historischen Begebenheit
    erweitert wird...das könnte ein konkreter Ansatz sein :)


    Nun bin ich sehr gespannt, wer von euch die ersten Belege zur Sophi einstellt....


    Viele Sammlergrüsse 8)
    Bayern Social

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo,
    hier habe ich folgende Definition der "social philately" gefunden, die offensichtlich als solche etabliert scheint:
    http://www.stampmania2009.com/Social%20Philately.pdf


    "...If we want to define Social Philately in single sentence we can
    say that Social Philately is the Social History told by way of mail and ephemera
    (pamphlets, notices, hand bills, tickets etc.). In other words Social Philately is a
    collection of postal articles including philatelic and non-philatelic but related material.
    It represents a study of the development of social systems and products derived from
    the operation of postal systems. It is the exhibiting of materials and artifacts that
    illustrate either the social reaction to the presence of a universal and rapidly developing
    postal system, or the development and diversification of a social activity or enterprise..."

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Hallo Nils,


    als gelernter PO - Enthusiast stehe ich genetisch jedem Firlefanz unseres Hobbies sicher eher skeptisch gegenüber.


    Auf der anderen Seite versuche ich auch in unregelmässigen Abständen, das was ich mache zu hinterfragen, ob es wirklich richtig, gut, interessant, sinnvoll und weiterbildend ist.


    Der liebe Wilfried Berger, ein lieber Freund und hochdekorierter Sammler mit vielseitigen Interessen, hat anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung in Zweibrücken einen beeindruckenden Vortrag über Sophie gehalten. Es war kein weltbewegender Vortrag, sondern eine Liebeserklärung an sein Hobby, welches er den Anwesenden facettenreich präsentieren wollte und dies auch überzeugend schaffte.


    Es ging um einen Absender - ein pfälzisches Weingut - und um das Drumherum. Die allgemeine PO tangiert das eher wenig, weil der Brief postalisch nur Standard war. Auch seine Schönheit war nur zufriedenstellend. Das Besondere war das Herausarbeiten von persönlichen, wirtschaftlichen und kulturhistorischen Zusammenhängen mit den Protagonisten dieses Briefes (Absender, Wohnort, Empfänger, Handelsprodukte usw.).


    Die Masse der Sammler schert das eher wenig, außer es wäre in einem ernst genommenen Katalog in irgendeiner Weise monetär bewertet. Davon will die Sophie abkommen und ich finde das gut. Sophie ist die Spielwiese von Sammlern, deren Portomonnaie vlt. nicht groß genug ist, um an alle Pretiosen zu kommen, denen man eben so hinterher eifert. Dies wird aber locker kompensiert, indem Interessantes zu einem individuellen Poststück aus den Tiefen des Internets oder aus anderen Quellen ausgegraben wird und eine gewissen detektivische Variante diesen Eifer im Erfolg nährt.


    Wir schauen primär nach postgeschichtlichen Faktoren, die unsere Briefe ausdrücken sollen - seltene Laufwege, hohe Frankaturen, rare Postsonderdienste, Briefe kaum geläufiger Postverträge, besondere Verwendungsformen und vlt. sogar eine fehlerhafte Behandlung. ^^


    Der Sophiest schaut auf Adressen, Absender, Empfänger, Zugehörigkeiten zu regionalen Besonderheiten, wirtschaftliche Einbindungen, soziale Errungenschaften und vieles mehr. Er "macht" etwas aus seinem Beleg, indem er ihm eine Seele einhaucht und die Umstehenden in die Zeit seiner Entstehung hinein zu versetzen versucht.


    Mir scheint, dass eine Sophie - Sammlung am Ende ihres Bestehens ein Kaleidoskop kleinerer, thematischer Sammlungen werden könnte, wobei ich hier nicht auf Themenbereiche wie Bienen, Raumfahrt und Indianer abzielen möchte, sondern auf eher profane Dinge, die im rechten Licht des 19. Jahrhunderts geschildert jeden aufgeschlossenen Menschen in ihren Bann zu ziehen vermögen.


    Auch hier wird gelten, dass der aufgeschlossene Geist eine hervorragende Spielwiese zu finden in der Lage sein wird. Ich bin mir sicher, dass in einigen Jahren Extrakte "klassischer" PO - Sammlungen in bester Patchwork - Manier erstaunliche Sophie - Kollektionen generieren werden.


    Für die Philatelie hätte dies den Vorteil, dass Standardware unter den zahlreichen Aspekten, die in der Sophie ihre Verwirklichung finden können, nicht mehr liegen bleibt, sondern sammlerische aufgearbeitet wird und damit eine Nachfrage generiert wird, die unserem Hobby wohl tuen wird. Belege werden interessant und nachgesucht, bei denen das zuvor eher zu verneinen gewesen wäre.


    Vlt. liege ich auch völlig daneben und alles, was ich hier geschrieben habe, bleibt die Schimäre eines alten Postgeschichtlers. Die Zukunft wird es weisen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    der Ausdruck zu Sophie: "Dem Beleg eine Seele einhauchen" ist wirklich schön treffend.


    Die dankenswerter Weise von mikrokern aufgefundene Definition birgt dazu einen weiteren interessanten Aspekt: Nicht-philatelistisches Material, das aber mittelbar im Zusammenhang mit einem postalisch beföderten Gegenstand steht. Ich nehme dazu ein einfaches Beispiel:


    Man hat einen Beleg mit einem wenig aussagekräftigen Absender-Firmenstempel in die Sammlung aufgenommen. Der Beleg ist an eine andere Firma gelaufen. "Sophiemäßig" erfolgt neben der Beschreibung des Briefinhaltes, der Firma und ihres Korrespondenzpartners noch die zusätzlich Darstellung bspw. der Firmenlogos, um das ganze etwas illustrer zu gestalten.


    Und da setzt m.E. auch Bayern-Nils wichtige Einschätzung an: Es geht nicht um eine revolutionär neue Sammelrichtung, sondern um einen - sicherlich durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verbessert umsetzbaren - Sammelaspekt.


    In meiner Heimatsammlung werde ich nicht jeden Beleg weit ausschweifend auf seinen Sophie-Gehalt hin darstellen und dazu verwertbares Periphermaterial garnieren, wohl aber bei dem einen oder anderen Beleg, bei dem es sich (in der Tat) lohnt. Natürlich kann man sich auch auf ein bestimmtes Thema spezialisieren und dabei den Sophie-Bogen regelmäßig weit schlagen; nur: Es bleibt ein Aspekt und kein Muss für alle.


    In diesem Sinne schönen Abend + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo in die Runde,


    erstmal tolle Beiträge, die den dann sicher genauso tollen Belegen vorauseilen :)


    mikrokern: In gewohnt wissentschaftliche Weise lieferst Du uns die Quelle, die
    erklärt, warum es ein englischer Begriff ist und das der schon 1980 aufgetaucht ist.
    Besten Dank


    @Pfälzer und bayern klassisch: euere Meinung teile ich ebenfalls, die Sophy darf
    keinesfalls zu einem "Ausschlachten von Lappalien oder Nebensächlichkeiten" führen
    und ich finde die Qualität des realen Bezuges der Recherchen kann jeder von uns
    gut einordnen und auch "bewerten". :thumbup:
    Idealerweise zeigt die Sophy postgeschichtliche und historische Begenbenheiten
    auf, die der Beleg ohne den "Absender und/oder Adressaten" nicht hergeben würde.


    Ideal sind dann m.M nach solche Belege, die z.b. die Postalische Verwendung zum
    Inhalt haben, oder Telekommunikation oder politische, gesellschaftliche Verhältnisse,etc.


    Einige werde ich nach und nach in diesem Thread noch vorstellen.
    Wer es noch nicht weiss, ich versuche eben "Bayern 1800-1872, mit Schwerpunkt
    bei den Quadratausgaben, unter dem besonderen Aspekt der Social Philately"
    aufzubauen.
    Das bedeutet, zu allen Stücken die ohnehin in eine solche Sammlung "gehören" suche
    ich noch die, die in besonders bedeutsamer Form die Sophy darstellen.
    Das ist anspruchsvoll, benötigt viel Geduld und macht nach mehr Spass, mir zumindest ;)


    In diesem Sinne wage ich eine Prognose, daß uns dieses Thema in Zukunft noch in
    sehr spannender Art und Weise begegnen wird.
    Und das in unseren Sammlungen noch viele Schätze zu dem Thema schlummern dürfte
    auch klar sein, oder?


    Viele Sammlergrüsse :)
    Bayern Social


    PS: Habe mir erlaubt in Anlehnung an den "Originalbegriff" unsere Sopie in Sophy umzutaufen,
    wenn BK damit einverstanden ist, wir können uns ja die Sophy, äh ich meine das Copyright dafür teilen 8o

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo die Runde


    Schon sehr gute Beiträge :) :)


    Wir schauen primär nach postgeschichtlichen Faktoren, die unsere Briefe ausdrücken sollen - seltene Laufwege, hohe Frankaturen, rare Postsonderdienste, Briefe kaum geläufiger Postverträge, besondere Verwendungsformen und vlt. sogar eine fehlerhafte Behandlung.


    Der Sophiest schaut auf Adressen, Absender, Empfänger, Zugehörigkeiten zu regionalen Besonderheiten, wirtschaftliche Einbindungen, soziale Errungenschaften und vieles mehr. Er "macht" etwas aus seinem Beleg, indem er ihm eine Seele einhaucht und die Umstehenden in die Zeit seiner Entstehung hinein zu versetzen versucht.


    Diese Setze sind für mich alle Aspekte bei Postgeschichte. Und ich sehe nicht warum es nicht als solches sehen sein soll. Für mich ist eine gute Heimatsammlung das beste was Postgeschichte zeigen kann, weil man hier öfters anderen Aspekte hineinziehen ohne den Wert auf die Post verlieren. Auf diese Weise kann man auch eine Postgeschichtliche Sammlung mit Druck auf Laufwege oder Vertrage oder Marken, oder was weiss ich, bauen.


    Es ist aber immer einen Gefahr dass man die Post verliert und stattdessen Sozialgeschichte schreibt oder Verkehrsgeschichte. Wenn den Gewicht falsch liegt wird es nicht was man behauptet sondern eher etwas anders - und dann Hilft es nicht eine gute Name zu benutzen.
    Ich sage aber nicht dass ein gut ausgebaute Social Philately Sammlung nicht postgeschichtlich sehr interessant sein kann. Und ich sage auch nicht dass es nicht spass macht. Und jeder darf treiben was er will, schon klar.




    say that Social Philately is the Social History told by way of mail and ephemera


    Dieser Satz ist für mich entscheidend wenn wir den Begriff verstehen sollen. Hier liegt den Druck eben an Sozialgeschichte mit postalische Beispiele um etwas gesellschaftliches zu beschreiben. Den Post ist also nicht der Ziel, nur ein Mittel.


    Deswegen meine ich dass es wichtig ist die richtigen Begriffe zu benutzen und am liebsten auch finden, die ein Tätigkeit beschreiben soll. Wenn man Adressen, Absender, Empfänger, Zugehörigkeiten und so weiter postgeschichtlich benutzen will, ist es wichtig dass man es eben postgeschichtlich macht und kein Sozialhistorie schreibt. Es ist zwei verschiedenen Welten.


    Und so segelt man meine ich unter falschen Fahne weil die Philatelie nicht den Ziel ist sondern ein Mittel.


    Viele Grüsse


    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Bravo Nils,


    herzlichen Glückwunsch zu Deinem Beitrag in post 15! Er entspricht in vollem Umfang meiner Meinung. Wer wie ich seit mehr als 30 Jahren mit viel Engagement das Heimat-Sammeln betreibt, macht im Prinzip seit mehr als 30 Jahren nichts anderes als Social Philately (bitte nicht "Sophy", eine unschöne und unnötige Abkürzung), allerdings mit dem Anspruch, dass beim Heimat-Sammeln philatelistische, posthistorische, stempelkundliche, staatsrechtliche und verkehrstechnische Themen im Mittelpunkt stehen. Man könnte auch sagen: die Philatelie bleibt das zentrale Thema. Bei der Social Philately ist die Philatelie nur der Anlass, der Aufhänger. Viele andere Themen und Aspekte sind wichtiger als postgeschichtliche und stempelkundliche. Vor diesem Hintergrund würde ich gerne auch darüber diskutieren wollen, ob das, was hier unter Social Philately definiert wird, tatsächlich als "Philatelie" bezeichnet werden sollte.


    Damit ich nicht falsch verstanden werde: ich selbst bin ein Fan der Social Philatelie und versuche dies auch in meiner Heimatsammlung gelegentlich zu präsentieren. Aber: die philatelistischen und postgeschichtlichen Aspekte liefern immer den roten Faden und bilden das Gerüst. Das "Social" dient lediglich der Ausschmückung der "Philatelie". Ich habe allerdings nichts dagegen, dass die Philatelie als Auslöser für das "Social" genommen wird, so wie es Wilfried Berger bei seinem eindrucksvollen Vortrag in Zweibrücken getan hat. Diese Art des Herangehens an die Interpretation eines Beleges kann sehr lehrreich, spannend und hoch interessant sein. Und ich würde auch jedem empfehlen, sich mit dem Thema "Social Philately" zu beschäftigen. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man sich von der "klassischen" Philatelie und Postgeschichte ein Stück entfernt.


    Beste Grüsse


    HOS

  • ... Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man sich von der "klassischen" Philatelie und Postgeschichte ein Stück entfernt.


    Lieber HOS und alle,
    die Abgrenzung gerade dieses Spagats zwischen eigentlicher Philatelie, Postgeschichte und dann weiter Sozial- oder auch Militärgeschichte ist das Dilemma.
    Es hat mich an meinen jüngsten post #199 im "Deutscher Krieg 66"-thread erinnert, wo ich einen Brief von Burgsinn nach Gemünden zu interpretieren versucht habe. Mit "Marko-Philatelie" hat er sicher nix zu tun, vom gMR aus Gemünden abgesehen, handelt es sich um eine angeschnittene 3 Kr-Marke...
    Auch leitweg- und tarifmässig ist er nicht spannend: Burgsinn-Gemünden-Würzburg, bis 12 Meilen innerbayerisch.
    Wo fängt jetzt der über die "klassische" Philatelie hinausgehende added value statt? Im zu bemühenden Kontext mit den Kriegsumständen und ihrem Einfluss auf die Postbehandlung? Sicher ja. Militärstrategisch unter Bezug auf taktische Bewegung einzelner Divisionen und Regimenter? Schon zu weit weg vom PO-Thema?
    Ähnlich ist es auch mit der Social Philately: die Wichtung, den Anteil der Philatelie am "Gesamtkunstwerk" des Briefes (damit diesem nach bayern klassisch eine Seele eingehaucht werde) festzulegen ist Sache und Geschmack des einzelnen. Wenn dann nicht-philatelistische Aspekte zu dominieren beginnen und man damit aus der Sicht anderer irgendwann das Thema verfehlt, schafft dies ein Restrisiko für den Sammler, das er durch die Abgrenzung seines Themas zu steuern imstande sein sollte.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Lieber mikrokern,


    dein 1866er Brief (bitte das mit den 12 Meilen weglassen, das war ab 1.8.1865 Historie) ist ein gutes Beispiel für Sophie. Lass den Brief ein Jahr später laufen - wer hätte dann Interesse an ihm? Oder ein Jahr früher? Die gleiche Antwort. Er würde in einer Kiste schwer an den Sammler bringbarer Briefe ruhen, bis sich einer seiner erbarmt und ihn für einen Euro mitnimmt.


    Für viele mag dieser Wert auch weiterhin Bestand haben. Sogar dann, wenn sie deinen Beitrag über ihn gelesen haben. Für dich und manch andere aber hat der Brief dadurch eine Aufwertung erfahren, weil er etwas in dieser Zeit dokumentiert, was andere Briefe vergleichbarer Optik eben nicht zu dokumentieren in der Lage sind (sie dokumentieren unter Umständen anderes).


    Wo die Grenzen liegen - "fines promovendi sunt" sagt der Lateiner auch hier nicht zu Unrecht - entscheidet:


    a) jeder Sammler selbst,
    b) oft und leider Gottes das Portemonnaie,
    c) die intellektuelle Befähigung im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Materie,
    d) das wie auch immer geartete geschmackliche Empfinden jedes Individuums,
    e) ein oder mehrere allgemeine Trends, denen nachgeeifert werden kann (oder auch nicht),
    f) eine territoriale, zeitliche oder andere Limitierung und "last but not least"
    g) die mögliche Diskrepanz von gedachtem und tatsächlichem "Feedback" - ohne Motivation wird es bei keinem vorwärts gehen, nirgendwo.


    Diese Aufzählung - willkürlich und nicht nach irgendwelchen Kriterien erstellt - zeigt, dass die Sophie ein ganz weites Feld ist bzw. werden wird.


    Die Gefahr der zunehmenden Isolation der Marke(n) und derer, die dieses Hobby pflegen, ist evident. Der Altersschnitt in Sindelfingen wird nicht fallen, auch wenn man noch so viele Jugendliche heran führt und sie mit der Materie vertraut zu machen versucht. Wenn die Scharen von Vordrucksammlern nur noch ganz vereinzelt Nachfolger finden werden, dann wäre es sehr begrüßenswert, wenn diese mental verschmerzbare Lücke durch niveauvolleres Sammeln und bessere Sammler kompensiert bzw. überkompensiert werden würde.


    Trüge die Sophie dazu ihr Schärflein bei, hätten wir alle gewonnen - ob direkt, oder indirekt. Daher stehe ich dieser Sammlungsweise positiv gegenüber, denn sie bedingt eine intensivere Beschäftigung mit dem Beleg als üblich - ein Vorgang, den viele Sammler in ihrem Leben eher vernachlässigen. Ohne Beschäftigung kann es aber keine Kennerschaft geben und ohne Kennerschaft keine Weitergabe von Wissen und das wäre wohl das Ende.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Auch leitweg- und tarifmässig ist er nicht spannend: Burgsinn-Gemünden-Würzburg, bis 12 Meilen innerbayerisch.
    Wo fängt jetzt der über die "klassische" Philatelie hinausgehende added value statt? Im zu bemühenden Kontext mit den Kriegsumständen und ihrem Einfluss auf die Postbehandlung? Sicher ja. Militärstrategisch unter Bezug auf taktische Bewegung einzelner Divisionen und Regimenter? Schon zu weit weg vom PO-Thema?

    Hallo mikrokern und die Runde


    Du zeigst heir ein sehr guter Beispiel.


    Und es soll nicht so schwierig sein gerade hier die Unterscheidung zu machen. Wichtig ist NICHT wie interessant ein Beleg oder nicht, das muss jeder selbst bestimmen. Wichtig ist WIE man ein Beleg benutzt und die dazu gehörige Beschreibung.


    Noch einmal, ist der Beleg der ZIEL der Postgeschichte oder ist es ein MITTEL für militärstrategische Bewegungen? Einfach ist es bei die Briefe zu unterscheiden. Schwieriger werden die Abgrenzungen wenn es um Samlung von Postbeamtermützen oder Postkarten mit Uniformbilder. Oder wie nennt man eine Sammlung von Steine von jeder Postamt in Oberbayern die in die 1870-er geöffnet geworden sind. Es ist schwieriger die Steine in eine postgeschichtliche Beschreibung hinein zu fügen als in eine "social Philately" Beschreibung. Es ist also auch eine methodische Unterschied die man beachten muss.


    Deswegen ist es auch manchmal schwieriger ein "social Philately" Sammlung zu machen als ein postgeschichliche wenn es um grossen Korrespondenzen als Quellen geht. "Social Philately" ist eben an die nicht philatelistischen Seiten die Belege gerichtet. Deswegen heisst es auch "Social Philately is the Social History told by way of mail and ephemera". Eigentlich wäre es besser "Social Philately" als "Social History with postal means" zu nennen. Somit sieht man den Unterschied viel besser.


    Und ich würde auch jedem empfehlen, sich mit dem Thema "Social Philately" zu beschäftigen. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man sich von der "klassischen" Philatelie und Postgeschichte ein Stück entfernt.


    Danke an HOS für die nette Wörter :)
    Was du schreibst stimme ich völlig zu. Ich habe aber diese Setze kopieren lassen, weil die ganz nahe meine Gedanken sind.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Guten Tag zusammen,


    ich glaube, der Zeitpunkt ist gekommen, an dem man etwas konkreter werden sollte, um zu verstehen, was Social Philately eigentlich ist. Die von Mikrokern gefundene Definition sollte dabei die Ausgangslage sein. Schön wäre es, wenn jemand mit ausgezeichneten Englischkenntnissen eine authentische Übersetzung anfertigen könnte. Dann wären wir einen erheblichen Schritt weiter.


    Oft ist es bei einer abstrakten Diskussion sehr hilfreich, wenn man vermeintlich unterschiedliche Positionen an Hand plastischer Beispiele erläutert. Damit lassen sich Missverständnisse leicht ausräumen.
    Ich möchte mit einem einfachen Beispiel beginnen. Im Anhang zeige ich ein ganz unscheinbares Briefchen, das ich in drei Varianten beschreiben will.


    Variante 1: rein philatelistisch/postgeschichtliche Beschreibung: Brief von Zweibrücken nach Hanau, frankiert mit 3 Kreuzer Wappen gezähnt (Mi.Nr.23y), entwertet mit Type 12 der in Zweibrücken verwendeten Halbkreisstempel, nach Hanau; rückseitig Ankunftsstempel (Einkreisstempel) und Briefträgerstempel von Hanau.


    Variante 2: wie Variante 1 mit zusätzlichen wenigen Anmerkungen zum nichtphilatelistischen Umfeld: Der Zweibrücker Juwelier Friedrich Rohrbacher reklamiert bei dem Hanauer Bijouteriefabrikanten Boehm die fehlerhafte Lieferung von Korallensteinen für die Anfertigung von Schmuckstücken.


    Variante 3: wie Variante 2 mit zusätzlichen umfassenden Informationen zum nichtphilatelistischen Umfeld: Das Unternehmen Friedrich Rohrbacher existiert noch heute in Zweibrücken in 5.Generation und hat sich zu einem bedeutenden Schmuckdesignunternehmen im süddeutschen Raum auf anerkanntem internationalen Niveau entwickelt. Das heutige Ladengeschäft ist ein Aushängeschild der Zweibrücker Innenstadt ([[b]b]an dieser Stelle würde sich ein Foto des Ladengeschäftes oder eine Abbildung eines Inserates in einer Modezeitschrift anbieten). [/b] Der derzeitige Inhaber ist verheiratet und hat x Kinder. Seine Frau entstammt einer regional bekannten Juristenfamilie, aus der zahlreiche bedeutende Richter und Rechtsanwälte hervorgegangen sind. Einer der Richter war zuletzt Präsident des Oberverwaltungsgerichtes y und war mit einer Tochter eines französischen Armeegenerals verheiratet, der im 2.Weltkrieg die französischen Truppen im Afrikafeldzug befehligt hat. [i]Der General verstarb 1956 in seinem Altersruhesitz im Südelsaß, das im 17. und 18.Jahrhundert zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken gehörte.....usw.usw.[/i]Jetzt müssten noch Ausführungen zum Unternehmen des Briefempfängers hinzukommen einschließlich einiger privater familiärer Hintergründe. Man könnte sich auch Ausführungen machen zum wirtschaftlichen Hintergrund der Schmuckindustrie in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts.


    Ich muss jetzt aufhören, weil ihr sonst der Auffassung sein könntet: jetzt überdreht er, jetzt nimmt er uns nicht mehr ernst. Nun, das ist ganz und gar nicht der Fall. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Social Philately in der weiten Form eine Geschichte ohne Ende sein kann und die Entfernung zur Philatelie immer größer wird. Ich bleibe dabei: die weite Form der Social Philately kann eine unglaublich spannende Art des Sammelns und Forschens sein. Wer dafür eine Ader hat, sollte dies auch unbedingt machen. Ich beschäftige mich auch damit, allerdings als eigenständiges Sammelgebiet im Rahmen allgemeiner Heimat- und Regionalgeschichte, denn bei Variante drei verliert sich der Bezug zur Philatelie immer mehr. Daher hat Bayern-Nils in seinem Post 19 völlig recht.


    Im Rahmen meiner philatelistisch/postgeschtlichen Sammlungen beschränke ich mich auf eine "schlanke" Social Philately im Sinne der Variante 2.


    Ich bin auf euere Beiträge und Beispiele gespannt, insbesondere auf euere Sicht zur schlanken und weiten Social Philatey.


    Beste Grüße


    HOS