• Lieber kilke,


    für 11,50 würde so ein Brief schon deshalb nicht verkauft (wenn ich ihn in der Bucht sehen würde), weil alles unter 3stellig ein Traumpreis wäre und sicher mehrere Sammler dergleichen für das Zehnfache schnappen würden.


    Die VO mit dem halb überdeckenden Mühlradstempel wurde in der Praxis abgelöst von Federzugentwertungen, manchmal auch mit Blaustift oder blauer bzw. roter Tinte.


    Irgendwo hat man später für diese Fälle, weil man merkte, dass diese VO in der Praxis auf Unverständnis stieß, die Entwertung mit dem Federzug angemahnt, was auch weit häufiger vollzogen wurde.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen. Rechtsstaat ist, wenn das Schaf überlebt.

  • Lieber bayern klassisch,


    heute zum ersten Mal die CD "Contraventionen" in den PC geschoben. Alles erstklassig gemacht.


    Mit einem einzigen Click können die Seiten umgeblättert werden. Wer auf die Schnelle etwas sucht, für den steht ein Inhaltsverzeichnis


    und eine Suchfunktion zur Verfügung.


    Gesucht, aber nicht gefunden, hatte ich eine Info über das handgemalte Charge-Gitter. So ein Gitter ist nur auf wenigen Briefen zu sehen.


    Gibt es dazu eine Verordnung? Wurde das Charge-Gitter auf der Annahmepost oder auf der Abgabepost aufgemalt?


    Es interessiert mich, wegen dem im blauen Thread gezeigten Charge-Brief mit Gitter von Oettingen nach Eichstätt. Wo wurde hier das Gitter aufgemalt?


    Gruss kilke

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

    Einmal editiert, zuletzt von kilke ()

  • Lieber kilke,


    weil ein Recobrief wichtig war und mit 24,5 Gulden versichert auf die Reise ging, wollte jeder Postler diesen sicher und korrekt behandelt wissen. Das Anbringen des Rötelgitters stammt noch aus der Zeit, als man wichtige Briefe mit dem NB = Nota bene - Vermerk beschriftete (gut aufpassen!). Eine bayer. Postverordnung, die dieses anzubringen vorschrieb, kenne ich nicht.


    Mit Rötel war dann so ein Brief dann aber sehr auffällig im Vergleich zu gewöhnlichen Briefen, die kein Kreuz aufwiesen. Der Chargéstempel, der in Bayern üblich war, wurde bis 1860 in schwarz abgeschlagen und war oft schlecht zu erkennen, weil die Tinte auf den Briefen ja auch schwarz war und er so kaum auffiel. Daher haben etliche Postexpeditoren und Postbeamte aus Furcht, dass der Charakter des Briefes mit diesem Kleinstempel unbemerkt bleibt, auch bis in die 1870er Jahre ihr Rötelkreuz (kommt auch in blau oder violett vor) angebracht. Diese Kreuz erst bei der Abgabepost anbringen zu lassen, wäre also ziemlich sinnlos gewesen.


    Nicht verwechseln darf man das Rötelkreuz mit Strichentwertungen der Bahnpost - zumal bei der Bahnpost Recobriefe eh kaum eimal zu beobachten sind.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der sich freut, dass dir die CD gut gefällt :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


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  • Lieber bayern klassisch,


    vielen Dank für Deine schnelle und umfassende Beantwortung von meiner Frage.


    Es war mir aufgefallen, dass ein Rötelgitter nur bei den wenigsten Charge-Briefen vorkommt. Deshalb war meine Frage,


    ob bei diesen Briefen eine Besonderheit vorliegt. Jetzt weisss ich Bescheid. Vielen Dank.


    Gruss kilke

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Hallo bayern klassisch,


    eben beim Stöbern entdeckt. Das ist ja der WAHNSINN :thumbup: :thumbup: :thumbup:


    Woher nimmst Du nur dieses Wissen? Das ist postgeschichtlich das Beste was ich je gesehen habe 8o


    Dieser geteilter Frankoabgeltungs-Brief nach Kreuzlingen/Schweiz mit 6Kr.Barfranko siegelseitig ist an die gleiche Adresse wie die beiden Teilfrankobriefe aus Württemberg, wo ich vor kurzem die Frage nach den unterschiedlichen schweizer Gebühren gestellt habe.


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Leitwege,


    danke für die netten Worte - ich hatte diese Slg. im Jahr 2011 in Sifi mit etwas Erfolg ausgestellt. Sie ist die Quintessenz mehrerer Sammlungen und wird noch ausgebaut. Derzeit liegen ca. 50 Belege in loser Schüttung bereit und harren ihres Aufzugs auf Ausstellungsseiten.


    Da mir alle Unterlagen von Bayern 1842-75 komplett vorliegen, braucht man sich das nur zu vergegenwärtigen und mit dem vorhandenen Briefebestand abzugleichen, um die krummen Hunde zu finden.

    Liebe Grüsse vom Ralph


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