Hamburg - Bayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein Traumstück!!! Der Ovalstempel kam in Halle auf den Brief, weil es einen eigenen Paketschluss gab (s. auch den Ortsstempel, den man praktisch immer zusammen mit dem Ovalstempel abschlug).


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    für mich etwas mysteriös ist dieser frankierte Brief aus Hamburg vom 3.11.1835 nach Nürnberg.


    [Blockierte Grafik: http://s3.imgimg.de/uploads/IMG0002bdd1d0f7jpg.jpg]


    So weit ich weiß, hatte Taxis das Recht, die Post von Hamburg nach Bayern zu bringen, vom kleinen und unbedeutenden Hofer Rayon abgesehen. Jedenfalls lag Nürnberg nicht im Hofer Rayon. Dieser Aufgabestempel (Feuser 1353 (1) gelistet) kam aber nur beim preußischen Postamt in HH zum Einsatz. Unter den 1 3/4 Sgr. = 6 Kr., bayerisches Weiterfranko für die Strecke ab der Grenze bis Nürnberg, steht eine Rötel, die eine "12" sein könnte. Das muss aber nicht stimmen, doch müsste es sich dann um das Gesamtfranko von HH bis Nürnberg gehandelt haben.


    Wer weiß, warum Preußen den Brief spedierte, oder kann die Rötel sicher deuten?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Wenn es einen 12 ist, dann etwas komisch geschrieben. Noch bin ich nicht sicher was es vor die "2" steht.


    Hast der Brief ein Rückseite, und wenn möglich das Bild normal hochladen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    hinten steht gar nichts. Es könnte auch 32 heißen - leider kann ich auch nach deinem Versuch wenig sehen.


    Vlt. sagt uns ein Preuße, was es regulär gekostet hätte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    ich habe zwar keinen Frankobrief aus Hamburg nach Bayern, jedoch Portobriefe.


    Auf dem ersten Brief vom 8.2.1837 befinden sich nur preußische und bayerische Taxierungen. Preußen setzte 5 Sgr. an, dies entsprach 18 Kr., Bayern addierte hierzu den Inlandsanteil von 6 Kr. = 24 Kr. Gesamtporto.


    Der 2. Brief vom 26.8.1846 lief in den Hofer Rayon. Nach der Portomoderation zum 1.1.1845 hat Preußen nur noch 4 Sgr. angesetzt. Bayern nahm hierfür 14 Kr. in Auslage, zzgl. Inlandsporto 4 Kr. = 18 Kr. Gesamtporto.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    ein sehr schönes Pärchen - aber wie erklärst du dir die Postaufgabe des preußischen Postamts in Hamburg?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    sicher ist, dass für die Post nach Bayern mit Ausnahme des Hofer Rayon eigentlich die taxissche Post zuständig war, während die preußische Post für Österreich zuständig war.


    Nachdem die Hamburger Postämter in verschiedenen Straßen lagen, hätte der Aufgeber, der mehrere Briefe in verschiedene Länder senden wollte, alle Postämter der Reihe nach abklappern müssen. Zudem ist fraglich, ob das Publikum wusste, wo welcher Brief aufzugeben ist. Nachdem jede Post bestrebt war, möglichst viele Briefe an sich zu bringen, hat sie gelegentlich auch Briefe angenommen, für die sie gar nicht zuständig war.


    Ich gehe daher davon aus, dass die preußische Post gelegentlich auch Briefe nach Bayern annahm, da sie eh schon die Briefe in den Hofer Rayon beförderte. Die Briefe belegen ja, dass das Hamburger Porto sowohl bei Briefen in den Hofer Rayon als auch in den übrigen Bereich identisch war. Ich habe nochmal einen Brief von 1842 angehängt, der außerpostalisch aus London nach Hamburg kam und im preußischen Postamt aufgegeben wurde.


    Leider kann ich auch nicht mehr dazu sagen. Nachweisbare Postwechselbriefe sind mir erst in der Markenzeit bekannt.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    so wird es gewesen sein.


    Dein toller Brief wurde vom Absender mit dem Vermerk per Frankfurt am Main und München nach Mittenwald geschickt, wodurch die Leitung über TT - Gebiet vorgegeben war. Trotzdem hat ihn die preußische Post übernommen - so selten sind diese Briefe offenbar nicht. Aber ich freue mich über jeden, den ich sehe. :) Hamburger Contraventionen kann man als Bayernsammler nicht genug haben. ;)


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    zu diesen Thema möchte ich folgenden Brief zeigen:
    Unfrankierter Brief im preußischen Postamt Hamburg am 20. Juli 1841
    aufgegeben, nach Unterdeufstetten (Württemberg), der wie viele an-
    dere Briefe ins benachbarte Dinkelbühl (Bayern) ging und mit einen
    Boten ins Württembergische befördert wurde. Von Hamburg bis Hof
    vermerkte die preußische Post 5 Silbergroschen, die Im Stempel "AUS-
    LAGE VON HOF" mit 18 Kreuzer angeschrieben wurden. Dazu kamen
    noch 10 Kreuzer für Bayern von Hof bis Dinkelsbühl. Die Post war dort
    ganz schlau und rechnete zu den 28 Kreuzer 5 Kreuzer hinzu (das waren
    wie vorhin genannt die 5 Sgr). Dazu kassierte der Bote noch 3 Kreuzer
    Botenlohn von Dinkelsbühl nach Unterdeufstetten. Dies ist der erste
    Brief nach Unterdeufstetten den ich kenne, der einen Botenlohnvermerk
    hat.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber VorphilaBayern,


    ein sehr attraktiver Brief mit einer Reihe von Besonderheiten, deren größte die Wiederholung der "5" ist, welche der arme Württemberger in Rechnung gestellt bekam. Ob man einen zweiten dieser Art noch findet?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo die Runde


    Freut mich dass du der Brief gekauft hast VorphilaBayern :)


    Aber wie sicher kann man feststellen dass die 5 gleich die Zugerechneten 5 Kreuzer sind? Wenn man die Ausrechnungen sehe, sind die 5 Kreuzer niemals mit die 28 Kreuzer Portokosten hineingerechnet. Immer allein oder mit Botenlohn Zusammen. Wie konnte der Dinkelbühler nur die 5 Kruezer hinzufügen? Wie kann man wissen dass die Tintennotierten 28 + 8 vom Dinkelsbühl stammt?


    Ein sehr interessanter Brief :) :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo bayern klassisch und Bayern-Nils,


    vielen Dank.
    Es könnte auch sein, daß der Bote neben den Botenlohn
    von 3 Kreuzer, diese 5 Kreuzer angeschrieben und kas-
    siert hat, um seine Kasse aufzubessern. Der Post in Din-
    kelsbühl wäre solch ein Fehler sicherlich nicht passiert.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    wieder sprang mir eine schöne Hamburger Deern ins Album. :P


    Am 14.2.1835 wurde der Brief in HH beim preußischen Postamt aufgegeben, obwohl dort Taxis für Briefe nach Bayern zuständig war.


    Siegelseitig sehe ich 4 Schillinge = 9 Kreuzer oder 2 1/2 Silbergroschen, die bis wohin reichten? Oder sollten es 4 Gutegroschen sein, die ca. 18x entsprachen, so dass man bis Hof frankiert hatte und Bayern 6x für die Inlandstaxe ansetzte? Eigentlich sollte nach dem PV Bayerns mit Preußen von 1834 nur Post in den Hofer Rayon von HH aus an Preußen gegeben werden und Nürnberg lag und liegt NICHT im Hofer Rayon.


    Nürnberg notierte in typischer Farbe 24x Porto für die Firma Förster und Günther in Nürnberg, eine der ergiebigsten Altkorrespondenzen Bayerns überhaupt.


    Preußische Hilfe ist also dringend angesagt!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassisch,


    diese Hamburger Deern sieht gut aus.


    Der Vertrag von 1834 trat erst am 1.4.1835 in Kraft, somit galt für deinen Brief noch der alte Vertrag. Im Vertrag von 1816 hat Bayern zugesagt 4 ggr. an Preußen zu vergüten (Art. 8). Die bayerische Taxierung von 24 Kr. dürfte daher klar sein. 4 ggr = 18 Kr. + 6 Kr. von Hof bis Nürnberg = 24 Kr.


    Es stellt sich nun die Frage, hat Hamburg zu dieser Zeit noch in ggr. taxiert, wo doch in Preußen nur noch in Sgr. gerechnet wurde. Ich habe einen Portobrief vom 23.3.1832 angehängt, der genauso taxiert wurde, nur dass von Hof bis Würzburg 8 Kr. angefallen sind. Die Rückseite sieht jedoch etwas anders aus. Zu der 4 wurde daneben in schwarz vermutlich 13 geschrieben. Was dies bedeutet kann ich mir auch nicht erklären (4 Sgr. würden 14 Kr. entsprechen).


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    da haben wir uns zwei leckere Hamburger Deerns geangelt. :P:P


    Offenbar stellen die 4 doch beides Mal Gutegroschen dar, denn mit 18x konnten nicht Silbergroschen das Äquivalent sein. An sonsten sind unsere Briefe ja durchaus vergleichbar.


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    kann dazu auch einen Brief zeigen:
    Brief aus St. Petersburg (Rußland) vom 15. Juli 1832, nach Hamburg gebracht
    und dort wurde der Brief unfrankiert beim preußischen Postamt am 3. August
    aufgegeben. Siegelseitig wurden 4 Gutegroschen vermerkt, die im Auslagestem-
    pel, der in Hof abgeschlagen wurde, mit 18 Kreuzer umgerechnet wurden. In
    Bayern fielen weitere 8 Kreuzer an, so daß der Empfänger 26 Kreuzer zahlen mußte.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich möchte zwei frankierte Hamburgbriefe an die Herren Forster & Gunther in Nürnberg zeigen, und bitte euch, mir etwas zu den Taxen zu sagen.


    Der erste Brief mit Aufgabestempel R.4.HAMBOURG ist vom 11.10.1809, geschrieben in Altona, Ankunft Nürnberg 17. Oktober. Auf der Briefrückseite befindet sich eine rote "5" ?


    Der zweite Brief mit Aufgabestempel HAMBOURG ist vom 9.12.1814, Ankunft Nürnberg am 15.Dezember.


    Die Brieflaufzeit beträgt bei beiden Briefen 6 Tage!


    Gruß
    1870/71

  • Lieber 1870/71,


    der erste aus Altona sollte bis Hamburg (s. vorderseitigen Vermerk) frankiert worden sein. Vlt. waren es 5 Pfennig? 5 Schilling wären viel zu viel gewesen, für diese kurze Strecke.


    Der zweite Brief wurde unfrankiert abgelassen und kostete bis Hof mit preußischer Tinte notiert 22x. Ab da nach Nürnberg weitere 6x, so dass der Empfänger 28x zahlen musste.


    Schöne Stücke!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo 1870/71,


    ich habe einen völlig identischen Brief aus Hamburg vom 14.3.1810 angehängt. Beide Briefe wurden franko Hildesheim, Kgl. Westph. Grenzpostamt, gestellt. Ich bin der Meinung, dass es sich bei den rückseitig angeschrieben 5 um HShC handelt, die der Absender auf dem französischen Haupt-Postamt im Hamburg bezahlte. Die westphälische Post übergab den Brief an Taxis. Diese setzte 7 Kr. an, wobei der Transit durch Westphalen hierin enthalten war. Ab Eisenach kamen weitere 6 Kr. bis zur bayer. Grenze hinzu (Art. 4 B, PV Taxis-Bayern, 1808). Mit dem bayerischen Inlandsporto ergab dies eine Gesamtbelastung von 19 Kr.


    Grüsse von liball