Fahrpost während dieser Zeit

  • Liebe Sammelfreunde


    folgenden Brief habe ich für die Sammlung "meines" Briefmarkenvereins vor einiger Zeit gekauft.
    Ein Paket von 1 Pfund aufgegeben in Coethen am 11.11.1870 wurde in das ca 7 Meilen entfernte Leipzig gesendet.
    Franciert wurde er mit dem Mindestfahrposttarif von 3 Groschen, dargestellt mit einer Nr. 16 und 17.


    Siegelsetig ein Hufeisenstempel von Leipzig.


    Vorderseitig Paketausgabestempel ebenfalls von Leipzig und ein blauer Stempel "ZFG" der Fragen zuerst aufwarf.


    Um es vorweg zu nehmen, dieser Stempel ist sogar zeitgerecht - jedoch ohne postalischer Bedeutung.
    Aus dem Inhalt ist erkennbar, dass dort ein Stempel in gleicher Farbe vom Absender "ppra Zuckerfabrik Glauzig" verwendet wurde und damit schliesst sich der Kreis.


    Das Schöne war jedenfalls, aus einem so kleinen Ort für die Sammlung etwas zu finden.


    Mit freundlichem Sammlrgruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    dann mal noch ein weiterer Beleg von Barby nach Jessnitz vom 11.06.1871 in der 1. Entfernungsstufe von bis 5 Meilen.
    Das Paket wog 15 Pfund 25 Loth.


    Zuerst wurde "2 Sgr" Porto notiert - was den Mindestfahrposttarif entsprach notiert. ( Allgemein war dies sicher auch die Regel und würde bis 12 Pfund schweren Paketen auch richtig sein )


    Doch der Postbeamte in Jessnitz rechnete nach und kam nach der Formel 2 Pfennige je angefangenes Pfund je Entfernungprogression, welche nach einem entfernungsabhänigen System bestimmt wurde zu einem anderen Ergebnis, so wie wir heute auch, also 2 Pfennige * 16 Pfund * 1 Entfernungsprogression = 32 Pfennige = 2 2/3 Sgr, war auf ein Vielfaches eines 1/4 Sgr aufzurunden war.


    Also strich er die 2 Sgr und notierte richtig 2 3/4 Sgr, welche vom Absender bezahlt werden mußte.


    Der Ortsstempel diente hier zu der Paketausgabe.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    Ein Paket von nur 15 Loth wurde am 11.07.1869 in Wittenberge aufgegeben und lief in das 5 Meilen entfernte Seehausen. Dafür zahlte der Absender 2 Sgr.


    Die Zustellung des Briefes erfolgte am Folgetag, die Abholung des Paketes ebenfalls.


    Der zur Paketausgabe verwendete Stempel A. + Posthorn sieht dem Magdeburger Vorbild ähnlich. Ein Vergleich zeigt jedoch auch deutliche Unterschiede. Tja, und ohne richtig hinzuschauen, habe ich auch erstmal eine Spätverwendung angenommen - also eigene Dummheit.


    Vielleicht aber auch nicht... In Bernburg gab es meines Wissen ebenfalls einen solchen Paketausgabestempel und vielleicht lassen sich so Parallelen aufbauen. Eventuell läßt sich irgendwann ermitteln, wo diese Stempel hergestellt wurden. Es ist sogar möglich, dass diese aus Magdeburg stammen und auf irgendeinen Weg in diese anderen Postämter gelangten...


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Sammelfreunde


    hier mal ein Briefumschlag, welcher am 12.01.1869 in Colditz aufgegeben wurde. Er lief in das 18,5 Meilen entfernte MD. Ein 3 1/2 Pfund schweres Paket wurde begleitet. Hier kam der Mindestfahrposttarif von 4 Sgr zur Anwendung, dargestellt durch zwei Paare der Nr. 4.


    Die Paketausgabe wurde mit den schönen Rahmenstempel A. + Posthorn dokumentiert.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Sammlerfreunde


    Ich habe ein nicht so schön Brief bekommen, aber ich meine das ist sehr ungewöhnlich.


    Wertbrief aus Hadersleben (S-H) nach Aalstrup bei Horsens in DK. Wertbetrag 15 Reichstahler dänisch oder 11 Thaler 7 Sgr. pr. Courant. Der Brief geht mit der Fahrpost. Hadersleben lag in den Grenzzone und der deutsche Porto bis Woyens war 2 Sgr. für Fahrpostsendung bis 8 Pfund und Wertgebühr war ¾ Sgr bis 100 Th. Horsens war in der dänische Grenzzone (nur wenn es ist Fahrpost) Der dänische Porto betrug 8 Schillinge dänisch umgerechnet bis 2 Sgr. und ein Wertgebühr auf 3 Schillinge dänisch umgerechnet bis ¾ Sgr. Deutsche Porto 2¾ Sgr und dänisch Porto 2¾ Sgr. zusammen 5½ Sgr. Frankiert auf der Brief.


    Viele Grüße, Jørgen