Schweiz - Bayern

  • Liebe Freunde,


    eine Postkarte zum Tarif 10 Rappen/Centimes möchte ich vorstellen.


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    1873 kostete diese Postkarte von Schwyz nach Regensburg an den Verleger Manz 10 Rappen. Der Absender nahm hierfür eine Karte für den innerschweizerischen Postverkehr und frankiert auf.


    Ich kenne hier jemanden, der eine schönere Karte hat und hoffe, er zeigt sie auch. :);)


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch ()

  • Hallo bayern klassisch


    Dieser Thread steht ja gut als Pendant zu dieser Postkarten


    Ich kenne hier jemanden, der eine schönere Karte hat und hoffe, er zeigt sie auch.

    Ich denke nicht dass ich derjenige ist, der du hier meinst. Aber eine schöne Karte habe ich schon. :)
    Von Zürich nach München in September 1874 geschickt. Gab es ein direkten Kartenschluss zwischen diese Grossstädter?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    getroffen! :thumbsup::thumbsup:


    Eine schönere kenne ich nicht - tolles Stück!


    München - Zürich hatte einen direkten Kartenschluß, sogar schon vorher.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Mal sehen ob es nicht eine andere und vielleicht schönere Karte auftaucht. ;) :)


    Und danke für die Kartenschlussbestätigung :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo gernesammler,


    sehe ich auch wie der Schorsch - das Wort "Bayern" hat man entweder erst später zugefügt oder hatte es zuvor überlesen. Jedenfalls ein kleines Schmankerl, was du da hast! ;)


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    der gute Schorsch hat mir den hier vermacht (Danke!), den ich hier gerne vorstellen möchte.


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    In Basel schrieb man am 7.10.1858 einen einfachen Brief an "Mademoiselle Therese Neumayer Place Doult No 7 dans la Maison Rechberg Munich Bavière". Den schräg geschriebenen Vermerk unten links "par ??" kann ich nicht sicher lesen. Wer kann es?


    Der Portobrief wurde von Basel mit 6 / 9 taxiert, was ungewöhnlich ist, denn bei der Leitung über Baden hätte man nur 3 / 9 taxieren können, da Basel zu Baden im 1. Rayon lag, zu Bayern aber schon im 2. Rayon, so dass die hiesige Taxierung bei der Umgehung Badens korrekt war (immer in Rötel). München öffnete das Briefpaket, welches über Lindau und Augsburg per Bahnpost instradierte, am 8. Oktober, konnte jedoch keine Zustellung bei der Empfängerin bewirken. Dass der Brief aber ausgeliefert wurde, steht fest, denn die 15 Kr. waren bezahlt worden. Als neue Adresse machte man Immenstadt im Allgäu ausfindig, wo er am 10.10. auch ankam. Hierfür wurden 6 Kr. angesetzt (über 12 Meilen 6 Kr. Porto ohne Zuschlag, da immer noch als Auslandsbrief angesehen!).


    In Immenstadt war keine Zustellung möglich oder gewollt, weil man dort wusste, dass die Empfängerin zwischenzeitlich wieder in München weilte, so dass er sofort wieder in die bayerische Haupt- und Residenzstadt zurückgesandt wurde, wo er 24 Stunden später eintraf. Die 15 Kr. waren schlecht gestrichen worden und es bleibt zu hoffen, dass unsere Mademoiselle diese nicht nochmals belastet bekam.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    P.S. Darf auch in den Thread Weiterleitungen und Rücksendungen hinein kopiert werden auf ausdrücklichen Wunsch des Autors. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    die Post brachte mir ein schönes Einschreiben mit erquicklichem Inhalt.


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    Genf, 21.4.1860, nach München über Bern und "Schweiz Bahnpost ??" (den Rest kann ich nicht lesen, vlt. kann es einer von euch?) nach München. Der Absender verklebte 40 Rappen = 40 Centimes = 12 Kr., wie man in der welschen Schweiz sagte, die nicht ausreichten. Warum man den P.D. - Stempel abschlug, wird ewig das Geheimnis der CH - Postverwaltung bleiben, denn von Genf (2. CH - Rayon) nach München (3. bayer. Rayon) kostete ein einfacher Brief immer 15 Kr., 6 Kr. für die CH und 9 Kr. für Bayern.


    Folglich notierte die CH siegelseitig 6 Kr., die ihr zustanden, womit von den frankierten 12 Kr. nur noch weitere 6 Kr. übrig blieben. Das waren somit 3 Kr. zu wenig, daher machte man dies klar mit einem Strich "/" für die Grenze und dem Nachporto von 3 Kr..


    Bayern überprüfte dies und kam zum gleichen Ergebnis, notierte aber eine große schwarze 3 neben dem P.D. - Stempel und hob das Geld für sich ein.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    die Lösung ist ganz einfach: Der Absender der Ganzsache dachte, dass 10 Rappen = 3 Kr. für den Brief, der nur 100 km zurück zu legen hatte, ausreichte. Das war aber nicht richtig, denn Chur lag im 2. Rayon zu Bayern und somit wurden 20 Rappen allein schon für die Schweiz fällig, zu denen 10 Rappen für Bayern hätten kommen müssen.


    Also rechnete die Schweizer Post: 20 Rappen + 10 Rappen = 30 Rappen Franko. Nur 10 Rappen bezahlt, somit 20 Rappen Nachporto. Dieses teilte sich in 10 Rappen für die CH und 10 Rappen für Bayern, so dass folgerichtig 3 Kr. für die CH und 3 Kr. für Bayern in blau notiert wurden, die in Lindau mit 6 Kr. für den Empfänger belastet wurden. 3 Kr. hiervon musste Bayern später an die CH vergüten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    zu den etwas "besseren" Stücken gehören frankierte Belege aus der Zeit bis Okt. 1852. Hier ein solches Stück aus Bern vom 26.5.1852 nach Tegernsee, welches noch poste restante gestellt war.


    Der Absender zahlte 55 Rappen. In diesen steckte das Franko für Bayern i. H. v. 12x, die siegelseitig in Rötel notiert wurden, so dass der CH 15 Rappen für sich verblieben. Diese 12x haben im übrigen nichts mit DÖPV - Tarifen zu tun, sondern zeigen noch das bayer. Streckenporto nach dem Regulativ von 1810! Über St. Gallen und die wie immer zuverlässige bayerische Bahnpost schlug er, wann auch immer, im Zielort ein, wo er 3 Monate ausgesteckt auf seine Empfängerin wartete. Diese 4x für die Lagerung sind, wie der Ankunftsstempel auch, zu notieren vergessen worden. Schön, wenn man eine Contraventionssamlmung hat ... :thumbsup:


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Pälzer,


    sehr schöne Karte - zwar keine Seltenheit, aber in guter Qualität muss man auch die Semiklassig bei der Einschränkung "Pfalz" erst einmal finden.


    Auch wenn oft (und oft auch zurecht) über die Bucht oder Delcampe gelästert wird - hier wird man fündig und muss sich nicht die Hacken ablaufen, den Tank leerfahren oder den Handyakku ruinieren.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,


    grandiose Alpenansichten lassen zumindest bei mir immer `s Herzerl höher schlagen und das ist bei dem nachstehenden Ansichtsfoto des Breithorns (3.780 müNN) bei Mürren in den Berner Alpen mit Sicherheit berechtigt. Nicht weniger attraktiv aber kommt der - freundlicherweise vom Absender - verwendete 10c-Wert des im Juli 1900 verausgabten UPU-Satzes daher.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    weil es irgendwie doch passt - vor Jahren kauften Forscher, die Nachweise für die Erderwärmung brauchten, Alpen - Postkarten aus der Zeit um die Jahrhundertwende auf und setzten aktuelle Bilder dieser Regionen als Referenz dagegen. Kenner können bei den meisten Bildern / Karten sehen, zu welcher Jahreszeit sie geschossen wurden.


    Der Rückgang an Gletschern ist dramatisch - so kann eine kleine Postkarte die Veränderung des Weltklimas bzw. des europäischen Klimas dokumentieren (rein historisch gesehen muss man aber zugeben, dass die Erde in der allermeisten Zeit überhaupt kein Eis kannte, weder in den Alpen, noch an Süd- und Nordpol und wir uns von daher in einer kleinen Eiszeit befinden).


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    in der Tat, auch auf der Poka ist ein Gletscher auszumachen. In der Mitte des Bildes (Aufnahmerichtung ca. von Norden nach Süden) findet man zunächst das besagte Breithorn (3.780 müNN). Bei der nächsten Bergspitze rechts davon handelt es sich úm das Tschingelhorn (3.495 müNN), bei der weißen Wanne dazwischen um den rd. 2 km langen Wetterlückengletscher.


    Wie weit dieser nach Norden herunter ins Lauterbrunnental reicht, kann man auf der Poka leider nicht erkennen, da im Vordergrund durch die Ausläufer des Ellwang (Gebirgsmassiv ganz rechts) verdeckt. Unterhalb der Nordwestflanke des Tschingelhorns (im Bild rechts davon) befindet sich der Ausgangspunkt des Tschingelfirns, einem rd. 3,5 km langem Gletscher, der bogenförmig in Richtung der Zunge des Wetterlückengletschers verläuft.


    Während des Hochstadiums der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts war die Gletscherzunge des Tschingelfirns mit derjenigen des Wetterlückengletschers verbunden. Da beide Gletscher seit Beginn der Gletschermessungen um 1893 insgesamt kaum mehr zurückgewichen sind, besteht auch heute noch eine kleine Firnverbindung im Bereich der Zungen.


    Schöner Exkurs + Gruß ! :thumbup:


    vom Pälzer

  • Hallo Sammlerfreunde,


    anbei ein Granzsachenbrief aus der Schweiz gelaufen in die bayerische Pfalz mit dem rückseitig angebrachten ovalen Leitvermerk Schweiz über Baden. Sieht eigentlich so ganz einfach aus, so als "simple" Ganzsache. Aber jetzt rechnet man mal die 25 Rappen um, dann wären das nach dem was man bisher so liest ja 7,5 Kr.


    Das kommt dann auch so einigermaßen mit den 7 Kr hin, die seinerzeit von bayerischer Seite aus für den Auslands-Normalbrief außerhalb des Grenzbereichs zu veranschlagen waren. Nur: Musste die Schweiz im umgekehrten Fall auch etwas davon an Baden weiter vergüten, d.h. wie umgekehrt 10 Rappen = 3 Kr ?


    Wer profitierte von dem o.a. Überhang ? Baden ? Oder eher die Schweiz selbst ? Und schließlich: Hatte Bayern noch in irgend éiner Weise etwas an dem o.a. Franco ? Der Absendeort Grandson liegt übrigens am südwestlichen Abschluss des Neuchateler Sees im Kanton Waaadt.


    + Gruß


    vom Pälzer