Zierstempel

  • Hallo bk,


    hei-do-nei 8| ich hätte nicht gedacht, dass der Beleg so viel wissenswertes in sich trägt.


    Nun, nur um es ganz rrrichtig zu verstehen. Die 3/4 in blauschwarz wurden also von der Edenkobener Aufgabepost notiert und damit meinte jene also 3 Kr für Bayern 4 Kreuzer für`s Weiterfranco, richtig ? Das OPA in Speyer reduzierte die blauschwarzen 4 Kr mit Rotstift pro Forma auf 3/4 Sgr = 3 Kr. Faktisch liefen bei der Abrechnung mit dem NDP aber dennoch 4 Kreuzers dort hin, von dem sich jener jenen einen abzweigte und nur die 3/4 Sgr = 3 Kr an die armen Holländer weiter gab. Haben denn die das einfach so mit sich machen lassen ? Und wenn von der OPA den Ausführungsvorschriften entsprechend = pro Forma auf die NDB-Währung zu reduzieren war, uups - dann müsste ja fast jeder Brief aus dieser Zeit nach Holland mit solchen "Correcturen" versehen sein ?


    Schönen abend noch !


    wünscht der Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    Treffer und Schiff versenkt. ;)


    Vorgegeben waren die Tätigkeiten für das Personal schon, aber bei Tausenden von Vorschriften hat man sich nicht alles behalten können und warum man 3/4 Sgr. schreiben sollte, wo man doch 4 Kr. abzuführen hatte, konnte einem mathematisch halbwegs geschulten bayerischen Postexpeditor auch keiner so ausführlich erklären, wie das hier geschehen ist. ;)


    Die Niederlande waren doch der Profiteur dieser Regelung - schau dir mal an, wie klein die NL waren/sind. Dann schau mal auf folgenden Länder (heute):


    Deutschland (abzüglich Helgoland), Luxemburg, Liechtenstein, ein Teil Polens, ein Teil Belgiens, ein Teil Russlands, Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, ein kleiner Teil Nordostitaliens, Kroatien, Serbien usw. usw.. Diese bildeten alle territorial und postalisch die Vertragsstaaten. Briefe von dort, also auch von der russischen oder rumänischen Grenze bis Aachen oder Arnhem kosteten 3 Kr. für diese Strecke, und für die paar Kilometer bis zum NL - Zielort gingen 3/4 Sgr. = 3 Kr. drauf. Wer war da sehr glücklich, eine solche Regelung vertraglich souverän fixiet haben zu können? :D


    Alle waren glücklich: Bayern bekam 3 Kr. für wenig Strecke, der NDB verdiente 1 Kr. an Briefen von Bayern nach den NL (umgekehrt verdiente man 4 Kr., weil Bayern leer ausging), die NL bekamen 3/4 Sgr. für ein paar Kilometer und du hast einen Brief, dessen Beschreibung sich erfreulicherweise etwas erweitert hat. :rolleyes:


    Die klassische win - win - win - win - Situation also.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ...uff bk, das do muss jetzt erst mal alles verdaut werden, ich denke es wird sich auch noch die eine oder andere Frage dazu ergeben. Aber auch und gerade deswegen: es wäre ja langweilig, wenn`s nicht so gewesen wäre. ^^ :D


    @bayern-jäger: Bilderbuchzierer :thumbup:


    Schönen Dank + Gruß


    vom Pälzer !

  • Hallo Sammlerfreunde,


    heute ist dieser, aus der Bucht gefischte Brief, bei mir angekommen.
    Da wir noch keinen Zierstempel Wasserburg hatten, möchte ich diese Regierungssache
    - Vom kgl. Bezirksamte Wasserburg an die Marktsgemeindeverwaltung Gars Bezirk Haag -
    aus 1868 zeigen.


    Viele Grüße
    woodcraft

  • Hallo Stempelfreunde


    Ich zeige jetzt zwei blaue Stempeln. Weil nur RS Briefe auch günstig gekauft :)


    Die Beiden Briefe liefen in 1873 nach Passau. Der erste lief von Vilshofen und hier ist 1 im 13. Februar ausgefallen so dass es als 3. zu sehen ist. Vergessen ist auch die Expeditionsnummer, die der Brief hätten sollen.
    Der zweite Brief ist von bischofliche Dekanat Vilshofen in Künzing. Der Brief ist aber in Osterhofen abgegeben. Warum es so war weiss ich nicht. War Künzing nicht im Postbezirk Vilshofen?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    zwei hübsche Briefe und wenn man sie für kleine Münze bekommen kann, macht man sicher nichts falsch.


    Der 1. hätte, das ist richtig, mit der Expeditionsnummer versehen sein müssen. Die Aufgabepost hätte ihn daher als gewöhnlichen Portobrief mit 7 Kr. taxieren müssen, spätestens in Passau hätte es auffallen müssen.


    Beim 2. Brief lag Künzing im Landbestellbezirk von Osterhofen und der LBT trug ihn von dort zu seiner Expedition, von daher hat er alles richtig gemacht.


    Kurzer Nebensatz zu den Postexpeditionen (PE): Man hat seitens der Führung schon versucht, die Sache ausgeglichen zu gestalten. Eine Expedition, die am Ort nur ein geringes Postaufkommen hatte, bekam einen relativ großen Einzugsbereich als Bestellbezirk zugeteilt, damit sich dort die Sache für die Post und das Dienstpersonal lohnte.


    Umgekehrt war an Orten mit hohem Postaufkommen, sei es durch Firmen, sei es durch Behörden oder starke jüdische Gemeinden, die viel Handel trieben, der Landbotendienst oft nur schwach bemessen, so viel oder wenig halt eben, dass sich die Anstellung eines LBT überhaupt lohnte. Dies ist auch der Grund, dass es PE gab, die überhaupt keinen LBT kannten, während andere recht große Bezirke hatten.


    Als Heimatsammler kannst du mal eine große Karte deines Sammelgebietes ausdrucken und die unterschiedlichen PE mit ihrem Landbestellbezirk eintragen. Vielleicht kommst du so zu neuen Erkenntnissen ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für die Antwort :)


    Jetzt habe ich auch herausgefunden dass Künzing tatsächlich unter PE Osterhofen gehört hatte.


    http://books.google.de/books?id=KcAOAAAAYAAJ&pg=PA305&dq=Post+Künzing&hl=de&ei=BsEpTofBM8b1-gaznNG9Bg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CDAQ6AEwAQ#v=onepage&q=Post%20Künzing&f=false



    Gibt es einen Übersicht über welche Orte zu welche PE gehört hatten? Mein einzige Quelle ist in 1848 gemacht und hier sind gar nicht alle Orte gewähnt geworden.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    danke! :)


    Es gibt nur die Nachweise und VO - Blätter für die PE, die ab 1842ff eröffnet wurden. Ab und zu hat man aber dort geschrieben, dass der Bestellbezirk erst später veröffentlicht wird, es aber dann nicht mehr veröffentlicht. Dann gab es ja auch den Wechsel von PE zu einer anderen PE, so dass alles im Flusse war und wir nur Momentaufnahmen haben können. Macht es doch besonders spannend ... 8o


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Es wäre eine Arge Aufgabe den ganzen Bezirksübersicht zu machen. Obwohl riesig und nicht vollständig zu machen, wäre es eine Jahrhundert Leistung ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    dann bekommst du schon mal von mir den Auftrag, mit den Buchstaben A bis Z anzufangen. Den Rest mache dann ich ... :D:D:D


    Spaß beiseite: Wer damit anfangen will, darf das gerne tun. Ich freue mich immer über weiterführende Beiträge, auch wenn der jetzige Rundbrief mit über 100 Seiten schon fast ganz voll ist ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk


    Dann fange ich mit Orte die mit Zz anfangen:










    (Puh, das war schnell gemacht)


    :D :D :D

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayer-Nils,


    das ist mir so noch nicht aufgefallen. Der von mir gezeigte Brief mit Nr. 15 und MR 277 stammt ebenfalls aus 1868 und zeigt die von dir beschriebene Rosette. Da war es wohl zwischen Ende 1868 und Mitte 1869 zu einer Neuanfertigung oder Überarbeitung des Stempels gekommen.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger


    Laut Rütger ist die Rosette in 1868-69 verwendet geworden und der Stern danach. Das Buch ist aber in 1976 geschrieben. Ist dein Portobrief datierbar, also ist das angeschriebenen Datum korrekt?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Guten Tag zusammen,


    ich bin der Auffassung, dieser Brief sollte in diesem Thread unbedingt platziert werden. Zwar handelt es sich um ein altbekanntes Stück (Titelbild von Gerhard Rütger "Zierstempel und kleine Einkreiser von Bayern", Titelbild Rundbrief 54 der ARGE Bayern (klassisch )vom März 2010), da es sich m.E. um ein (vielleicht das) Referenzstück der kleinen Einkreiser handelt, ist die wiederholte Präsentation durchaus gerechtfertigt.


    Beste Grüße


    HOS

  • Hallo HOS


    Ein ausserordentlich schöner Brief :P :P :P
    Und danke fürs Zeigen!!


    Ob altbekannt oder nicht, zu dieser Thread gehört den Brief auch, finde ich. ;)


    Und diesmal hat der Brief der richtigen Transitstempel, Baviere Strasbourg. :)



    @ bayernjäger - danke für die Bestätigung



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.