Island – Die Versandstelle schließt ihre Pforten

  • Der Philatelie-Bereich der Isländischen Post wurde als unrentabel eingestuft und schließt zum Jahresende seine Pforten. Es ist im Gespräch, die Briefmarke dort komplett abzuschaffen - eine Stellungnahme des Staates hierzu steht noch aus.

  • Auch wenn es in Island noch Feen und Kobolde gibt, scheuen die Isländer auf der anderen Seite nicht davor zurück, alte Zöpfe abzuschneiden. Und Briefmarken bzw. die Versandstelle gehören heutzutage in diese Kategorie. Die immer wieder vorgebrachten Gründe für die Verwendung von Marken - Verkauf von gezähnten Papierschnipseln an Sammler ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen, Werbebotschaft für das Land, usw. - ziehen nicht wirklich. Daher ist dieser Schritt aus rationalen Überlegungen heraus leider nachvollziehbar.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo zusammen,


    das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wie soll eine Frankierung erfolgen? Besonders im internationalen Postverkehr. Muß dann jeder ein elektronisches Gerät zum anbringen der Frankatur sein Eigen nennen oder sich zur Post begeben? Selbst kleine Dinge wie Sammlerbriefmarken lassen sich nun mal nicht per Messenger oder Email versenden.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo ebenfalls zusammen,

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    irgendwo ist das m.E. manchmal auch etwas hausgemacht. Als ich in den 80er Jahren als Jugendlicher damit begonnen hatte ein Abo von den Føroyar-Inseln aufzuziehen, waren die - wirklich sehr schönen - Ausgaben von dort noch überschaubar. Dann hat man anscheinend zunehmend das Geschäft mit uns Sammlern gesehen und angefangen "mehr draus zum machen", zum Beispiel mit diesen riesigen Zusammendruckbögen, die mit all ihren Kombinationen den Geldbeutel schon durchaus stark strapazieren können.

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    Da zudem die Erfahrung reifte, dass man nach einer gewissen Zeit ganze Jahrgänge deutlich günstiger als im Abo erwerben kann, habe ich damit vor 5 Jahren aufgehört. Jetzt wo die Sammelei leidet, muss so eine Emissionspolitik zwangsläufig wohl wieder schrumpfen. Dass die Existenzfrage der Briefmarke in Island an sich im Raum steht, ist allerdings ein anderes, schwer nachvollziehbares Extrem. Ich habe seit Anfang der 80er auch ein Abo von der Schweiz, die hat es m.E. damit nie übertrieben, muss so auch keine Versandstelle schließen und Schleuderware sind deren Ausgaben ebenfalls nicht geworden.

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    Meint und grüßt der Pälzer

  • Leider ist das eine Entwicklung, die wir nicht aufhalten werden. Sprach man früher noch von Postwertzeichen, die möglichst fälschungssicher ausgeführt wurden (spezielle Druckverfahren, eingelassene Seidenfäden, Wasserzeichen, ...) sind die Marken leider immer mehr zu Bildchen im billigen Offsetdruck verkommen und werden zunehmend durch Label abgelöst. Das gleiche Schicksal wie die Briefmarke wird wohl das Bargeld teilen - Schweden ist hier ein Vorreiter.

  • Liebe Freunde,


    leider sind wir für die Bürokraten nur sentimentale Randgruppengestalten. Deren Lebensziel ist das Optimieren, ohne dass sie eine Ahnung davon hätten, was optimal wäre.


    Der Hinweis auf das Bargeld ist leider auch nicht ganz unberechtigt - auch hier wird Freiheit abgezogen und Plastic mit Chip massiv in die Köpfe der Menschen gedrängt. Die Negativzinsen sind dann nicht mehr weit weg und die kalte Enteignung migriert in eine weitaus bedeutendere warme Enteignung. Der Ostblock lässt grüßen ... :thumbdown:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus