Brief des Königs an Carl Alexander Fürst von Thurn und Taxis 1806

  • Hallo,


    ich habe leider keinen Thread gefunden, wo mein heutiger Beleg hineinpasst.


    Es ist ein Beleg ohne Inhalt (leider) des kaum 6 Monate alten Koenigreiches Bayern vom Koenig selbst an seinen Prinzipalkommissar und Erbland Postmeister Karl Alexander von Thurn und Taxis.
    Der Stempel R4 Munchen gibt es laut Feuser seit 1802, aber Maximilian I. Joseph wurde Koenig am 1.1.1806. Am 13. Januar gab es bereits in Muenchen die Hochzeit seiner Tochter mit dem Stiefsohn Napoleons.


    Innenseitig ist handschriftlich das Datum 29. XI 1806 eingetragen. Ich habe eigentlich keinen Grund das zu bezweifeln, da auch das Papiersiegel rueckseitig Maximilianus Josephus Rex Bavarius zeigt. Ich kann leider den Rest des Siegel nicht lesen, vielleicht kann jemend helfen oder hat ein Gegenstueck.


    Das Interessante ist der Zeitraum in dem sich beide Protagonisten schreiben. Die Reichspost war aufgeloest und der Fuerst war bemueht soweit moeglich sein Postwesen zusammenzuhalten. Gerade Bayern, wuerde ich mal sagen, Wahlheimat seit seinem Grossvater, hat ihm allerdings mitgespielt. Viele Versprechungen, wenig dauerhaft gehalten.


    Ich bin ueber jeden Kommentar und Anregung postgeschichtlicher Natur erfreut. Einschlaegiges habe ich natuerlich nachgelesen.



    Ich habe noch ein Frage zur Adresse (Ergebenheitsadresse, auch so genannt wenn der Koenig schreibt?)


    Dem Hochgeborenen Fürsten, Unserm
    lieben ( - ), Herrn Carl Alexander, Fürsten von Thurn und Taxis, Grafen zu
    ( - ) vormaligen kayserlicher Principalkommissar bei dem fuerwaehrenden Reichstag zu
    Regensburg, Unserem Erbland Postmeister, und Ritter des Goldenen Vlieses zu
    Regensburg


    Kann jemand die ( - ) entziffern? Ausserdem, lese ich richtig "vormaligen" … ich konnte nicht eruieren dass er seine Position, welche er 1805 von seinem Vater ererbt hatte, ablegen musste. Jedoch war es eine vom Kaiser vergebene Position, und gerade der Kaiser hatte die Krone niedergelegt. Waere das korrekt?


    Vielen Dank!
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich lese das so:


    Dem Hochgeborenen Fürsten, Unserm
    lieben Getreuen, Herrn Carl Alexander, Fürsten von Thurn und Taxis, Grafen zu
    Valsassina dermaligen kayserlicher Principalkommissair bei dem fürwährenden Reichstag zu
    Regensburg, Unserm Erbland Postmeister, und Ritter des Goldenen Vlieses zu
    Regensburg


    Ganz tolles Stück und der Inhalt könnte noch in St. Emeran vorhanden sein ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... das war doch nur ein Test für die Schriftgelehrten - die schwierigen Adressen kommen wohl erst noch ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus