Neapel - Russland

  • Hallo,


    derzeit beschäftigt mich dieser Brief aus Neapel vom 28.5.1822 nach St. Petersburg. Er ist nur schwer zu knacken.
    Aufgrund des Transitstempels ROM ist sicher, dass er über Mailand gelaufen ist. Ich vermute, dass er von dort mit dem direkten Paketschluss Mailand - Frankfurt über die Schweiz und Baden gelaufen ist. Ich hätte nun eine Frage zur vorderseitigen roten "20". Hat Frankfurt zu dieser Zeit auch mit roter Tinte taxiert?


    Grüsse von liball

  • Hallo Karl,


    ich halte die 20 für preussisch - da passt der Duktus und die Farbe.


    FFM hat damals nicht in roter Tinte notiert - entweder Rötel bzw. blaue Tinte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    von Mailand sollte ein Durchgangs-Stempel vorhanden sein. Das ist möglicherweise der nicht lesbare rote Stempel. Kann jemand das Rot in Schwarz umwandeln?


    Grüße


    Dieter

  • Hallo Karl,


    ich weiß auch nicht, was der "ROM" - Stempel zu sagen hat, da es auf Italienisch kein "Rom" gab, nur "ROMA". Aber diese Briefe wurde doch im geschlossenen Transit durch den Kirchenstaat geleitet (via Bologna/Ferrara wenn ich nicht irre). Wodurch soll Mailand denn belegt sein? Ich würde Mailand ausschließen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    natürlich hast du Recht! Wie konnte ich das übersehen? Italiener kennen nur ROMA !! Leider finde ich im Moment meine Verzeichnisse der Lombardei- und der Kirchenstaat-Stempel nicht.
    Du meinst also, in 1822 im geschlossenen Paket Richtung Österreich/Deutschland. Da kenne ich mich nicht aus.
    Heißt das oben unter ROM via Lemberg?


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo die Runde


    Ich weiss auch nicht wie der Brief gelaufen war.
    Aber der Stempel ROM ist klar österreichisch wie die ähnlichen Stempel RUS oder SAR. Laut vdL statt der Stempel aus Milano für briefe aus/über Romagna. Ich glaube eher dass der ROM Stempel von Wien oder auch Verona ist so dass der Brief nicht über Milano gelaufen war.
    Das ist nur was ich glaube weil ich nicht mehr Ahnung als anderen hier habe.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Dieter,


    nein, mit Lemberg hatte das nichts zu tun, einen Leitweg hat der Brief nicht, nur das Zielland Russland.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    allen vielen Dank die zu diesem Brief etwas beigetragen haben.
    Hundertprozentig wird dieser Brief wahrscheinlich nie zu knacken sein. Meine Überlegungen sehen folgendermaßen aus:
    In Neapel lag der Brief in der 2. Gewichtsstufe, daher mussten 2 x 15 = 30 Grana bezahlt werden. Hiervon erhielt der Kirchenstaat 10 Grana = 7 baj. Der Kirchenstaat lieferte den Brief nach Mailand. Nach vdL wurde der Transitstempel ROM (Romagna) ausschließlich in Mailand verwendet. Zudem ist aus dem PV Österreich-Preußen von 1820 nicht erkennbar, dass Österreich Briefe nach Russland, Ausnahme Südrussland, an Preußen ausliefert. Im PV Österreich-Taxis 1817 ist ein direkter Paketschluss Mailand-Frankfurt erwähnt und im Postvertrag Taxis-Preußen von 1817 verpflichtete sich Preußen zu einer Zahlung von 7 gGr. für Briefe aus Italien. Die Gesamtforderung von Preußen gegenüber Russland summierte sich auf 20 gGr.
    Da mit Russland in Preußischen Groschen abgerechnet wurde, sind rückseitig einschließlich des Immersatter Grenzportos von 1 1/2 Pr.Gr. 73 1/2 Pr. Gr. angeschrieben worden (90 Pr.Gr. = 24 gGr., 72 Pr.Gr. = aufgerundet 20 gGr.).
    Der Empfänger musste schließlich 760 1/2 Kop. Ass. bezahlen (73,5 Pr.Gr. = 441 Kop.Ass. + Polangen-St. Petersburg, 2. Gew.St., 319,5 Kop.Ass.). Wenn hier auch einige Spekulationen dabei sind, was besseres fällt mir im Moment nicht ein.
    Die Rückseite habe ich angehängt.


    Grüße von liball