Muster ohne Wert

  • Liebe Forumsmitglieder!


    Bei der 33. Merkurphila Auktion am 14.10.2018 wird eine sehr seltene Teilfrankatur (Katalognummer 556) auf einem kompletten Brief (14-Kreuzer) als Kaffeemuster ohne Wert von Triest nach Modena angeboten. Vermutlich handelt es sich um eine Mustersendung mit dem Gewicht von 3 Loth. Dies würde der 1. Gewichtsstufe + 50% der zweiten Gewichtsstufe entsprechen. Laut Beschreibung kann man davon ausgehen, dass weitere Briefmarken auf dem beigepackten Kaffee-Muster geklebt waren.


    Die Freimarken sind mit je 2 Stück 1 kr gelb und 6 kr braun auf Maschinenpapier Type III frankiert. Leider ist die 1kr Marke rechts oben getroffen, die obere 6 Kr-Marke links lupenrandig und die untere 6 Kr-Marke oben rechts kurz tangiert. Aber trotz allem ein sehr seltener Beleg den man nicht alle Tage sieht.


    Lg Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    Laut Beschreibung kann man davon ausgehen, dass weitere Briefmarken auf dem beigepackten Kaffee-Muster geklebt waren.


    das ist ja wohl die schwächste Argumentation, die ich je in meinem Leben gehört habe.


    Dekliniere doch mal die Tarife für Muster ohne Wert - Sendungen mit Gewicht hier durch.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bernhard,


    danke für das Attest - schon 23 Jahre alt und allein dadurch schon (fast) wertlos.


    Die Argumentation ist getragen von Unwissenheit über Taxen, Tarife und das damalige Procedere.


    Leider gar nicht meine Baustelle, da ich die Regularien im ÖIPV nicht wirklich kenne, aber den Part mit den auf dem Muster aufgeklebten Marken sollten wir schnellstens vergessen (früher hat man sich mit solchen Käsebeschreibungen aus der Patsche zu helfen versucht, wenn man viel Geld für sein Attest forderte und bekam, aber keine Ahnund vom Zustandekommen der Frankatur hatte).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    wenn Modena = Kirchenstaat Teil des ÖIPV war, dann gab es keine Teilfrankaturen mehr, weil gerade der DÖPV und in seiner Nachfolge der ÖIPV keine Teilfranki mehr duldete.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Pälzer,


    da stehen 3 Zahlen - bei einem Teilfrankobrief von Land A nach Land B dürfte es nur eine Weiterfrankotaxe geben ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ...also in meinen Augen stehen da 2 Zahlen, die obere nur mit Schnörkelstrich unterzogen. Aber egal, es wäre jetzt an der Zeit für die einschlägigen Experten. Modena scheint in der Zeit auch gesonderte Abkommen mit Österreich gehabt zu haben wie ich im DAS-Projekt Postverträge gerade sah.

    .

    + Gruß!

    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    leider ist bei der Beschreibung keine Jahreszahl ersichtlich ...


    wenn Modena = Kirchenstaat Teil des ÖIPV war, ...


    das verstehe ich jetzt nicht so ganz, wieso Kirchenstaat?


    ... Vermutlich handelt es sich um eine Mustersendung mit dem Gewicht von 3 Loth. Dies würde der 1. Gewichtsstufe + 50% der zweiten Gewichtsstufe entsprechen. ...


    Gemäß österreichischen Instruktionen für den Postverkehr mit Modena im ÖIPV (ab 1.1.1852) war bei Mustersendungen je 2 Loth die einfache Brieftaxe anzusetzen. Wenn die 14 Kr. die komplette Frankatur bildeten, müsste der Brief also von 1850/51 sein.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo Pälzer,


    ja, klar zu erkennen (wenn man hinschaut ;) )
    Dann also ÖIPV-Tarif und die 14 Kr. sind etwas rätselhaft ...


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    sorry für Modena - Kirchenstaat, hatte Bologna im Kopf als Grenzpostamt mit vlt. eigenen Tarifen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hier ein neuer Zugang in meiner Sammlung den ich euch zeigen möchte.


    Ein Brief der 3. Entfernungszone, 3. Gewichtsstufe mit dem Vermerk "Anhang Probe ohne Wert" in drei voll- bis breitrandigen Exemplaren der 9 Kreuzer Ty IIIb mit einer weiteren 6 Kreuzer (Rekogebühr) des Typ III, Platte B rückseitig (mit starkem Bug) samt besseren Stempel N:B:H:WIEN nach Brünn mit dem Vermerk "Poste restante". Alle in 2fach Gravur und auf Maschinenpapier.


    Bei der 5 M Ty IIIb bin ich mir nicht ganz sicher ob es die Platte B ist. Eine eindeutige Platte A 2 hab ich noch nicht gesehen und eine Platte E (große Rhomben) kann ich ausschließen.


    Zu den Stempeln:


    Abstempelung: N:B:H:WIEN (RS-f, 5 Punkte)
    Referenz: Müller 3227a


    Abstempelung: RECOM: (RL, 72 Punkte)
    Referenz: Müller 3711a


    Abstempelung: BRÜNN (RfB-fe, 170 Punkte)
    Referenz: Müller 336d



    Bei meinem befindet sich kein Muster mehr einliegend und es ist auch kein Schreiben vorhanden. Es ist lediglich ein Blatt Papier zu einem Brief zusammengefaltet.


    Dazu habe ich zwei Fragen:


    Handelt es sich hierbei um eine Briefhülle oder um einen Brief?
    Ist mein Muster ohne Wert eine seltene Verwendung mit all diesen Vermerken (Postlagernd, recommandiert)?


    Würde dazu gern eure Meinung einholen.


    Lg Bernhard


    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/dyblndbmck56th8to.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/dyblom43shtlxr94c.jpg]

  • Hallo,

    .

    Faltbriefhülle ohne Inhalt würde ich sagen und Reco, Poste restante und MoW vereint auf einem Beleg dürfte ohne übertreiben zu wollen eine universelle Rarität auf Weltrangebene sein. Wer sich da noch an dem Bug hinten aufhängen wollte, der soll das gerne tun, in meinen Augen wäre der angesichts dieser 3er-Kombi praktisch bedeutungslos. Auch optisch ein Kracher der sich gewaschen hat. .


    Gratulation + Gruß!.


    vom Pälzer

  • Hallo Bernhard,


    wenn es heute noch eine Handvoll vergleichbarer Belege gibt, würde ich das als nicht übertrieben ansehen.


    Über 4 - 6 Loth war nicht jeder Brief schwer, MoW anhängend ist immer schön, recommandirte MoW - Briefe sind selten, sogar in Österreich und poste restante ist auch nicht gerade häufig.


    Dazu hat er m. E. ein sehr gefälliges Aussehen, oder, wie wir Postgeschichtler gerne sagen, "er hat ein Gesicht".


    Fehlte noch eine Retour - Recepisse bzw. eine Unterfrankatur, dann hätten wir praktisch alles durch ... :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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  • Ein Gesicht zum Verlieben :love:


    Danke für eure Beiträge. Hab ihn bei der 23. Schlegel Auktion (Berlin) ersteigert im niedrigen 3-stelligen Bereich.


    Wisst ihr eventuell die Frist (3 Monate ?) beim Vermerk "poste restante" im damaligen Kaisertum Österreich zu diese Zeit?


    Lg Bernhard :D

  • Hallo Bernhard,


    ich glaube 3 Monate - in Bayern wurde die Zeit bei Reco auf 6 Monate verlängert; ob das hier auch der Fall war, kann ich leider nicht sagen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus