Württemberg - Preussen

  • Liebe Sammelfreunde


    ein nettes Briefchen, leider fast ohne Inhalt, jedoch datierbar auf das Jahr 1839.


    Die Juristen-Fakultät in Tübingen wollte am 15. April von der Herzoglichen Regierung in Dessau per Nachnahme 41 Kreuzer einziehen. Scheinbar wurden 6 Kreuzer Porto - oben links steht noch 1 1/2 fach (eventuell nun 9 Kreuzer) berechnet - Dies würden auch die 14 1/4 Sgr. entsprechen. Problematisch werden nun die 19 1/2 rke? (rheinische Kreuzer) - ja für wenn Taxis Baden - jedenfalls kam er in Halle /Saale an und so sollten bis dahin 24 Sgr. angefallen sein + weitere 7 Sgr. kommen gesamt 31 Sgr. zusammen.
    Jedenfalls wäre es meine Interpretation erstmal - richtig muß es jedoch nicht sein!


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Magdeburger,


    Problematisch werden nun die 19 1/2 rke? (rheinische Kreuzer)


    die Postgebühren wurden nicht in Bruchkreuzern notiert - nur bei entsprechenden Sendungen wurden diese weitergegeben (also Wert 25 1/2 Kreuzer, oder Nachnahme 43 1/4 Kreuzer), daher ist diese Notation sicher in Groschen ausgeführt worden.


    Ich glaube auch nicht, dass die "6" für einfach steht und dann oben auf 1 1/2 fach erhöht wurde, ohne die 6 zur 9 zu machen. Das wäre sehr, sehr fahrlässig und so fahrlässig waren sie bei der württembergischen Fahrpost sicher nicht.


    Aber ich kann nur sagen, was ich ausschließen kann, nicht wie es gewesen sein müsste ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Charge Frankobrief von Massenbach vom 18. Juni 1844, aufgegeben in Heilbronn am 19. Juni nach Bialokosz im Großherzogtum Posen (Preußen) über Berlin. Zur Taxierung kann ich wenig beitragen, nachdem rückseitig das Franko in Kreuzer und vorderseitig in Silbergroschen angegeben wurde.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    4x für Württemberg, 8x für Bayern und 31x für Preussen. Ob der Empfänger in Russland etwas bezahlt hat bzw. wieviel, vermag ich nicht zu sagen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    hier ein fast identischer Brief aus dem württembergischen Brackenheim vom 9.7.1844. Dass die Taxierung für die Postler zu dieser Zeit auch schwierig war zeigt sich hier.

    Beim Brief von VorphilaBayern wurden 31 Kr. für Preußen ausgewiesen, hier nur 29 Kr.

    Bayern vergütete ein Weiterfranko von 8 1/2 Sgr. an Preußen. Nach Anl. D zu § 16 stand Preußen jedoch nur 8 Sgr. zu. Daher ist das Weiterfranko in Berlin auf 8 Sgr. korrigiert worden. Anstatt den Herkunftsstempel BAYERN anzuschlagen wurde zudem handschriftlich Beiern hinzugefügt.


    Grüße von liball

  • Hallo,


    hier noch ein interessanter Brief an den selben Empfänger vom 20.4.1848. Während bei den obigen Briefen der preußische Herkunftsstempel BAYERN fehlte, ist er hier doppelt gestempelt worden.

    Der linke Gebührenbaum wurde gestrichen, weil sich in der Regel die Postverwaltung, die die Gesamtabrechnung auf dem Brief erstellt, in diesem Fall also Württemberg, immer zuletzt nennt. Dies beleg der rechte Gebührenbaum. Bei den obigen Briefen wurde dies jedoch nicht korrigiert.

    Aufgrund der von Preußen vorgenommenen Portomoderation zum 1.10.1844 ermäßigte sich das preußische Porto auf 5 Sgr. (= 18 Kr.).


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    feines Stück - aus dieser Korrespondenz hatte ich auch einmal 2 oder 3 Briefe - jeder war anders, ganz interessant.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus