GB in die deutschen Staaten

  • Hallo zusammen,


    so einen Oberkracher wie von nordlicht in post 1 präsentiert, kann ich zwar nicht liefern. Dafür jetzt allerdings auch einmal eine mit nur 1/2 d frankierte = um 1/2 d unterfankierte Auslands-Poka, hier nach Kaiserslautern gelaufen. Dort war entsprechend der doppelte Fehlbetrag von umgerechnet 10 Pf zu erheben. Ob das Format 11,5 x 8,8 cm so einem Standartformular britischer Postkarten entsprochen hat, weiss ich jetzt nicht, wenn ja, dann wär`s jetzt die schnuckeligste, die ich aus GB habe. ^^


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    ein vorzügliches Poststück in die Pfalz. Sind unterfrankierte Postkarten sowieso schon selten, ist so eine schnuckelige in die Pfalz natürlich schon ein echtes Schmankerl.


    Oder hatte der Absender in GB gedacht, die Postkarte ginge als billige Drucksache durch?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    ein nettes Kuvert fand den Weg zu mir, das ich euch hier gerne vorstellen möchte.


    Aufgegeben in Ventnor (Isle of Wight) am 21.6.1900 lief es in das schöne Oberammergau, wo es am 23.6.1900 ankam. Für mich sensationell, dass von einer Kanalinsel aus so etwas in 2 Tagen zu schaffen war.


    Die Anschrift lautete: Mrs. Allen (of Leicester) Poste restante Oberammergau Bavaria.


    Da poste restante gestellte Sendungen nur noch einen Monat vorrätig gehalten werden mussten, erfolgte vorne oben links das Datum, an dem die Lagerfrist verstrichen war, nämlich den 23.7.1900.


    So war es dann auch - keiner wollte das Briefchen abholen bzw. war berechtigt dazu, so dass die Berchtesgadener Post "Zurück!" stempelte und auf "restante" einen Aufkleber pappte "Nicht abgeholt. non réclamé", der hier sogar als Oberrandstück glänzt!


    Am 23.7.1900 ging er also auf die Insel zurück, wo er ausweislich des roten Stempels von London am Folgetag schon war! Also Berchtesgaden - München - Aachen - Ostende - London innerhalb von 24 Stunden ist, finde ich, schon eine Sensation. Dergleichen darf man heute mal versuchen ...


    Poststücke mit Zurück! - Stempel und Aufkleber wie diesen sind nicht häufig, auch nicht in der Pfennigzeit. Dazu noch poste restante und nicht abgefordert machen diesen 2 1/2d Brief schon zu einer kleinen Seltenheit.

  • Für mich sensationell, dass von einer Kanalinsel aus so etwas in 2 Tagen zu schaffen war.

    Guten Abend Ralph


    Die Strecke zwischen Isle og Wight und London war sehr gut ausgebaut und einer von den meist verkehrten Strecken in London. Nicht nur dank die Bedeutung von naheliegenden Southampton aber auch weil Isle of Wight ein wichtiger Urlaubsinsel war, auch für Kings and Queens.


    Es ein Kanalinsel zu nenne ist zwar nicht falsch, aber hier darf man nicht richten Guernsey und Jersey denken die nahe die französische Küste liegen. Isle of Wight ist ein englischer Insel was "die Kanalinseln" nicht sind.


    So die Dauer ist vielleicht nicht so sensationell.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    ich wollte keineswegs bezwecken, dass man diese "Kanalinsel" mit Jersey und Guernsey (Sark usw.) verwechselt, die ja nicht britisch sind, sondern Eigentum des englischen Monarchen - aber sie liegt halt nicht in der irischen See, nödlich von Schottland, oder nördlich von Irland - daher schien mir die Zuweisung der Insel zum Ärmelkanal am ehesten geeignet zu sein, für geographisch weniger bedarfte Leser sie zu verorten, wenn ich sie so nenne.


    Das Wetter muss auch ganz gut gewesen sein damals, als man den Brief von der Insel aufs britische Festland brachte, denn ich kenne die Wetterlagen der Nordsee bzw. im Kanal recht gut und wenn dort die Natur mit Sturm aufwartet, geht tagelang nichts mit Fähre oder Schiffsverkehr.


    Ich finde es nur immer wieder erstaunlich, dass die Post vor fast 120 Jahren gerade bei längeren Routen oft bedeutend schneller war, als heute, wo uns Lkw, Schnellzüge und gar Flugzeuge zur Verfügung stehen, um als Transportmittel herzuhalten. Das beweist nicht, wie schlecht und lahm wie heute sind, sondern wie perfekt ausgeklügelt das System damals war und wie man auch international alles perfekt aufeinander abstimmen musste (es gab ja verschiedene Uhrzeiten in Europa, andere Gleisgrößen und und und).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Das Wetter muss auch ganz gut gewesen sein damals, als man den Brief von der Insel aufs britische Festland brachte, denn ich kenne die Wetterlagen der Nordsee bzw. im Kanal recht gut und wenn dort die Natur mit Sturm aufwartet, geht tagelang nichts mit Fähre oder Schiffsverkehr.

    Hallo Ralph


    Wenn man die Lage von Isle of Wight sieht ist den Schiffsverkehr die kurze Strecke, nicht mal 5 Kilometer, zwischen Isle und Wight und Festland sehr gut geschützt. Das Wetter war hier für den Verkehr selten ein Problem, noch weniger um 1900 wo die Schiffe jetzt grösser und starker als vorher geworden waren.
    Interessant ist dass einige Landungsbrücken einige Bahnstrecken hatte, nicht so viel wegen die Post, eher so dass die Leute nicht so weit laufen musste. (Und darüber gibt es sogar Bücher).


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    zu den 5 km von der kleinen Insel zur großen Insel ^^ ...


    Vor Jahren mit dem Bus im Urlaub in Kroatien - dann kam Sturm auf (nicht mehr, als es oft in dem Ärmelkanal passiert) und wir kamen nicht mehr von der Insel herunter und mussten 1 Tag warten, bis er sich gelegt hatte und unser Bus (nicht Auto!) dann endlich wieder aufs Festland übersetzen konnte. Die Fähre war nicht sooo klein und ich kann mir gut vorstellen, dass von und zur Isle of Wight damals so manche Fahrt ausgefallen sein dürfte (die wirklich großen Schiffe kommen gar nicht in die Häfen, da waren die kleineren im Vorteil, hat mir mal ein norwegischer Kapitän beim Captains - Dinner erzählt, der deinen Nachnamen trug). :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,

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    das in post1 bereits vom guten nordlicht  präsentierte Postkartenfomular kann jetzt auch von hier aus belegt werden, mit dem Verwendungsjahr 1879 eines der ältesten bisher in der Sammlung. Es ist - wie man hier am Bildschirm nicht so gut erahnen - kann recht klein, so dass die hierfür seinerzeit nicht unübliche kreuzweise "Sparbeschriftung" zur Anwendung gebracht wurde.

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    Viele Grüße

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    vom Pälzer

  • Guten Abend Sammlerfreunde,

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    das Halfpenny-Streifband anbei wurde mit dem Londoner Foreign Branch A entwertet und lief so wie adressiert zunächst ins pfälzische Zweibrücken. Dort erfuhr man beim zweiten Zustellversuch, dass der Empfänger in Stuttgart weilt. Hieß also Nachsendung - vorne in rot notiert - aber damals kein Problem: Noch am selben Tag schlug die Sendung dort auf.

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    Viele Grüße

    vom Pälzer