Zustellgebühr

  • Hallo Postarchiv,
    danke für den Link und für die ADA.
    Und sofort einen Volltreffer gelandet. Endlich verstehe ich, warum die schweren Pakete von den Landzustellern zu den Adressaten geschleppt wurden, obwohl über 5 kg. keine Pflicht bestand. Und warum die Zustellgebühr nochmalig im Hauptpostamt entwertet wurde.
    3 Pf. für jedes Kilo über 15 Kilogramm Austragegewicht , bei über 3 km Transportweg 5 Pf.


    Beste Grüße Bernd

  • Hallo,
    folgende Paketkarte ( Paket unter 5 kg.) erhielt ich am Samstag. Der Kenner von Belegen aus aller Welt (er hat 106 Ordner=Gebiete) schrieb dazu, das ist bestimmt eine vorbezahlte Zustellgebühr, die erst im Empfängerort gestempelt wurde. Das ist nicht richtig
    Das Datum machtes einfach, denn erst ab dem 23. November 1949 wurde der § 38 Absatz VI der Postverordnung von 1929 in der DDR wieder in Kraft gesetzt.
    Ab dem Datum war eine Vorausbezahlung der Zustellgebühr wieder möglich, aber sie wurde bei Selbstabholung nicht zurückgezahlt.
    Kennzeichen:
    Der Hinweis " Zustellgebühr bezahlt" auf der Paketkarte und dem Paket ist zwingend.
    Die vorausbezahlte Zustellgebühr wurde sofort im Einlieferungspostamt mit entwertet.


    Dennoch ist die Paketkarte ein Superstück für mich.
    Entwertung der Zustellgebühr:
    Posthilfstellenstempel Prauschwitz
    Nachträglich entwertet Plauen 4 vom 19.10.1949
    Nochmals Nachträglich entwertet Plauen 4 vom 21.10.1949
    Das kann nur mit der Abrechnung der Übergewichtsentschädingung für Landbriefträger zusammenhängen.
    Glück gehört zur Philatelie dazu, und das hatte ich.
    Beste grüße Bernd

  • Hallo,
    Paketkarte zu einem Paket über eine Entfernung von 150 bis 375 km
    Porto 14 Kg. = 4,80 Mark
    Porto 15 kg. = 5,20 Mark
    Bei der Gewichtsangabe ist beim Original eindeutig zu sehen, das 15 kg. wegradiert und 14 kg. neu darübergeschrieben wurde.
    Dies muß nach der Frankierung geschehen sein, denn es wurden 5,20 Mark verklebt. Der Versuch, die 2 Marken zu 20 Pf. zu lösen ist wohl gescheitert.
    Der Postbeamte in Neustadt wurde wohl nervös, so das er die Marken auf der Rückseite nicht entwertete. Dies wurde in Radeberg nachgeholt, wobei ein "Nachträglich entwertet-Stempel" nicht zur Verfügung stand. Der Beamte notierte 2 mal handschriftlich " n " für nachträglich.
    Überfrankierte Paketkarten sind ungewöhnlich.
    Beste grüße Bernd

  • Lieber Bernd,


    wahrlich nicht mein Sammelgebiet - aber dass dein Stück der Oberhammer ist, erkenne sogar ich. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,
    Paketkarte zu 2 Paketen mit 5 Kg. und 12 Kg. Gewicht.
    Erforderliches Porto 1,20 Mark und 4 Mark = 5,20 Mark.
    Absendedatum der 15.11.1950, also eine DDR-Paketkarte. Eine Paketkarte für mehrere Pakete kann es erst ab dem 15.September 1949 geben ( also nur 3 Wochen in der SBZ, so eine zu finden wäre Super), denn da wurde das ab 1939 im Deutschen Reich gültige 1 Paket = eine Paketkarte aufgehoben.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo,
    eine leider beschnittene Paketkarte aus der SBZ vom 4.10.1948.
    Portogerecht frankiert für ein Paket von 13 1/2 kg bis 75 km mit 1,90 Mark.
    Auf dem ersten Blick ein Superstück, eine Notpostgutkarte! Nur war eine Notpaketkarte/Notpostgutkarte oder deren Doppel natürlich nie frankiert.
    Eine Notpaketkarte und deren Doppel wurden ausgefüllt, wenn ein Paket ohne Paketkarte auf dem Auslieferungspostamt eintraf. Die Notpaketkarte wurde dem Empfänger zugestellt, mit ihr konnte er das Paket abholen. Das Doppel verblieb im Postamt und wurde täglich mit der eingehenden Post verglichen. Es war möglich das die originale Paketkarte noch eintraf.
    Lange Rede, kurzer Sinn. In der Not wurden alle Formulare der Reichspost aufgebraucht, sogar Doppel-Notpostgutkarten wurden als normale Paketkarten verwendet.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo,
    Paketkarte vom 17.7.1950 oder 1951 zu einem Paket nach dem kleinen Ort Mergendorf bei Riesa.
    Vorderseitig die Freigebühr von 80 Pf. frankiert und rückseitig die Bestellgebühr von 30 Pfennigen, die bei Austragung des Paketes ( an die Nachbarin übergeben) fällig wurde. Die Marken der Bestellgebühr bei dieser Paketkarte nur mit dem Landpostempel entwertet. Die zusätzliche Entwertung des Hauptpostamtes fehlt hier.
    Da der Landbriefträger nur bei einer Überschreitung des Austragegewichtes von 15 kg. pro Bestellgang eine Übergewichtsentschädigung bekam und das Paket nur 2 kg. Gewicht hatte, war eine Abrechnung und Nachentwertung wohl in dem Falle am Hauptpostamt nicht nötig.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo,
    das ein Mangel an Paketkartenformularen herrschte ist am Aufbrauch der verschiedenen Formulare des Deutschen Reiches eindeutig zu erkennen.
    Nicht so in Niedersedlitz ( erst 1950 in Dresden eingemeindet), hier wurde ein Paketkartenformular am 20.7.1949 als Nachnahme-Drucksache verwendet.
    6 Pf. Drucksachenporto und 40 Pf. Nachnahmegebühr ergeben die frankierten 46 Pfennige.
    Wahrscheinlich ist die Adressänderung der Grund für die Rücksendung.
    Beste Grüße Bernd

  • Lieber BaD,


    vielen Dank für das Vorstellen dieser interessanten und reizvollen Belege, und obwohl ich nichts beitragen könnte, schaue ich in dieses Thema immer wieder gern herein.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Guten Abend,


    bei den im folgenden gezeigten Paketkarten aus der SBZ geht es zwar nicht um Zustellgebühren,
    sondern nur um Tarifzeiträume / Portoperioden.


    1.) NN-Paket bis 5 kg / Zone 1 (bis 75 km) innerhalb der SBZ: Paket 60 Pf + NN-Gebühr 40 Pf = 100 Pf


    2.) Paket - 5 kg / Zone 3 (150-375 km) SBZ - Bizone: 120 Pf


    3.) Paket - 5 kg / Zone 2 (75-150 km) innerhalb der SBZ: 80 Pf


    Der Beginn des Tarifzeitraums war einheitlich für alle Besatzungszonen der 01.03.1946.
    In der Bizone erfolgte eine Tarifanpassung zum 01.09.1948 (Franz. Zone 04.10.1948 ?).
    Was ich bisher nicht in Erfahrung bringen konnte ist dagegen die Situation in der SBZ bzw. der späteren DDR ?


    Wann erfolgte hier eine Änderung der Pakettarife ?


    Vielleicht gelingt es mir mit Eurer Hilfe, hier meine Wissenslücke zu schließen


    Gruß Oisch

  • Hallo Erdinger,
    Danke für die netten Zeilen.
    Ich würde gern weiteres vorstellen, leider gibt es kaum ( hätte ich nie gedacht) Material.


    Hallo Oisch,
    in der SBZ b.z.w. DDR ist es relativ einfach.
    20.2.1946 Zulassung des Paketverkehrs: nur 9 Tage Reichsposttarif !,
    1.3.1946 neue Postgebühren bis 5kg.
    21.6.1946 Zulassung und Postgebühren 6 bis 20 kg.
    1.10.1954 Neue Postgebühren ( nur noch 4 Entfernungszonen), bis 31.12.1966
    Wertpakete ab 1.1.1948
    Eilbote ab1.3.1949


    Pakete in Westzonen ab 16.5.1946 bis 5 kg 1.8.1947 bis 20 kg


    Beste Grüße Bernd

  • Hallo BaD,


    danke für die Antwort.


    Galten die für meine 3 Bespiele genannten Tarife demnach vom 01.03.46 - 30.09.54
    und wie sahen die neuen Tarife in der Folgezeit aus ?
    Bislang habe ich nur eine Tabelle gefunden, die den Stand vom März 1975 wiedergibt
    und vermutlich bis zum 30.06.1990 Gültigkeit hatte.


    bis 5 kg / < 100 km: 60 Pf; bis 5 kg / > 100 km: 80 Pf
    5-10 kg / < 100 km: 70 Pf; 5-10 kg / > 100 km: 100 Pf


    Gruß oisch

    Wer später bremst,
    ist länger schnell !

  • Hallo Oisch,
    leider habe ich überraschend verschiedene Gebührensätze und Tarifzeiträume gefunden,aber im DDR-Universalkatalog der DDR ist vieles unlogisch.
    Ich habe dir eine Tabelle nach Tichatzky erstellt, die müsste stimmen. Wirtschaftspostgut, das ab 1.8.54 möglich war ist ab 6 kg. billiger.
    Eilbote ab. 1.8.1954 im Ortszustellbezirk von 1,20 Mark auf 80 Pfennig und im Landbestellbezirk von 2,40 Mark auf 1,80 Mark herabgesetzt.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo BaD,


    vielen Dank für die schöne Tabelle.
    Demnach entsprechen die Tarife in der 1. Zone bis 75 km unverändert
    den Gebühren, die ab 01.03.1946 für das gesamte Gebiet des
    Allierten Kontrollrats gültig waren
    (In der 2. bis 4. Zone geringfügige Abweichungen. 5. Zone > 750 km entfällt)


    In den Westzonen wurde bereits am 01.09.1948 eine Gebührenänderung vorgenommen


    Gruß oisch

    Wer später bremst,
    ist länger schnell !

  • Zurück in die SBZ-Zeit.
    Die Paketgebühr für ein 9 kg. schweres Paket von Burg bei Magdeburg nach Hohenstein-Ernstthal über 150 km betrug 2,80 Mark.
    Nur die sind nicht frankiert, sondern nur 2,60 Mark in gültigen Werten! Es ist eigentlich unmöglich, das der Beamte in Burg die ungültige Marke nicht erkannt hat. Oder er hat sie verklebt, die Randstücke der 80 Pf. Werte lassen darauf schließen. Dann wäre es ein gewagtes Betrugsmanöver mit 20 Pf. Gewinn.
    Beste Grüße Bernd