• Guten morgen,
    .

    nicht schlecht wäre zunächst die Abbildung der Rückseite, wegen evtl. postalischen Vermerken, die auch auf die Datierung hinweisen könnten. Wie auch immer: Taxierung erfolgt nach den Gewichtstarifen für Pakete von Bayern nach Österreich vom 01.01.1868 bis 31.10.1878. Vorliegend Paket ohne Wertangabe (= ohne Erfordernis einer zusätzlichen Versicherungsgebühr) mit einem Gewicht von 800 gr und einer Entfernung Kirchdorf am Inn > Steyr (Oberösterreich) von ca. 110 km.

    .

    Das wäre dann nach den Unterlagen von Sammlerfreund Dr. Becker in der Entfernungszone 10-15 Meilen = 75-112,5 Kilometer eigentlich genau genommen 11 Kr gewesen, die verklebten 14 waren der Mindesttarif für 15-20 Meilen = 112,5-150 Kilometer. Möglichweise hat man etwas andere Entfernungstabellen gehabt, als wir es heute in google-earth abmessen (können). Ab 01.01.1876 (Pfennigzeit) anstatt 14 Kr entsprechend dann 40 Pf.

    Gruß
    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    vielen Dank schonmal.
    Die Rückseite ist wie bei allen Paketkarten nach Österreich leer und gibt keine Hinweise.
    Die Karte kann aber nur aus 1874 oder 1875 stammen.
    Der einzige Hinweis auf die Entfernung dürfte das "S 5" unter den Marken sein, was vermutlich für die 5. Entfernungszone stehen dürfte.
    Leider liegen mir die Portotabellen von Dr. Becker nicht vor.


    Gruß
    bayernjäger

  • Ok,
    .

    dass bei allen Paketkarten nach Österreich jedweder postalische Vermerk die Regel ist, dass er fehlt, ist befremdlich, aber dann doch schon mal gut zu wissen. Die 5. Entfernungsstufe wäre 20-25 Meilen = 150-187,5 Kilometer gewesen, allerdings steht auch für diese der Mindesttarif von 14 Kreuzern. Zur nach Lage der Dinge passenden 3. Entfernungsstufe 15-20 Meilen = 112,5-150 Kilometer ist man mit den lt. google-earth abzumessenden 109 km schon arg nahe dran, da kommt es wohl wirklich auf die beiden damals fixierten Endpunkte an.


    +Gruß.


    vom Pälzer

  • Hallo bayern klassisch,


    meine Beobachtung bezieht sich auf die Kreuzerzeit, zumindest habe ich noch keine gesehen, welche rückseitig Eintragungen oder einen Aushändigungsvermerk trägt.
    Gerne sehe ich aber eine Paketkarte aus dieser Zeit mit Eintragungen.


    Gruß
    bayernjäger

  • ... es ging ja nicht darum, was ich in meinen Sammlungen beherberge, sondern um das, was es auf dem Markt gibt - und ich habe oder hatte welche mit Leitwegsvollzug durch Stempel, Auslieferungsdaten durch den Empfänger usw..


    Dass einige, vlt. sogar die Mehrheit, hinten wenig ersprießlich ist, mag durchaus sein, aber eine so pauschale Aussage ist nicht haltbar, oder du hast noch nicht viele davon gesehen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ...nachdem sich meine Beobachtung von bisher nur hinten leeren Paketkarten nach Österreich nicht ganz mit der Beobachtung durch bayern klassisch deckt und vom ihm der Hinweis erfolgt, dass es doch rückseits ausgefüllte Paketkarten nach Österreich gibt, schlage ich vor, das Wort allen in dem Satz "Die Rückseite ist wie bei allen Paketkarten nach Österreich leer und gibt keine Hinweise." durch das Wort vielen zu ersetzen.


    Vielleicht kann ja noch jemand eine zum Thema passende Paketkarte mit Eintragungen hier zeigen.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo Zusammen,
    leider habe ich kein Unterforum gefunden in welchem ich meine Frage Posten kann und habe deshalb dieses gewählt - bitte verschieben, wenn es hier nicht passend ist.
    Ich zeige einen Brief, frankiert mit einer 3 Kreuzer Marke (Fernverkehr über 12 Meilen) und einer 7 Kreuzer Marke (Einschreibegebühr).
    Der Brief ist vom 4.5.1874. Auf der Vorderseite ist blau eine 606 notiert. Weiß jemand von Euch was sie zu Bedeuten hat ?
    Viele Grüße
    Stone

  • Hallo Stone,


    es war die Einschreibnummer (Manualnummer), unter der das Einschreiben erfasst wurde und diese Nummer würdest du auch auf dem Postschein sehen können, wenn du ihn hättest.


    Mittig scheint noch eine (für mich schlecht lesbare) Manualnummer zu stehen - wohl bei der Umspedition vergeben.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayern klassisch,
    vielen Dank für Deine Hilfe, da hätte ich mal selber draufkommen können - manchmal ist man wie vernagelt.
    Viele Grüße
    Stone

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Brief aus Weiden in der Oberpfalz, frankiert mit 7 Kreuzer, vom 2. Dezember 1873
    an Max Freiherrn von Zoller in Fuchsmühl gesandt. Die Freiherren von Zoller waren
    die Schlüsselfiguren des Skandals, der zur sogenannten "Holzschlacht von Fuchsmühl"
    führte. Heuer im Herbst sind es 125 Jahre, denn im Herbst 1894 fand sie statt.


    http://www.historischer-club-mak.de/presse/15_01_16.pdf



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo woodcraft,


    ich halte das eher für einen Märchenstempel - Taxis hatte 1867 seinen letzten Nummernstempelabschlag hinter sich und da kam auch nichts mehr nachverwendet usw., weil ja Preussen den Laden übernommen hatte und Preussen selbst hatte ja lange vor 1867 seine Nummernstempel abgeschafft.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... der Textteil zum Stempel ist euphemistisch formuliert - im Klartext heißt das höchstwahrscheinlich falsch, aber nicht sicher als Fälschung zu beweisen, weil auch der beste Prüfer nicht alle Ringstempel dieser Welt kennen kann.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    der Stempel ist meiner Meinung nach abgesehen von der zeitlichen Problematik eindeutig falsch. Der Abstand der Ringe zueinander ist recht unterschiedlich. So etwas habe bisher bei keinem Nummern-Stempel gesehen. Daher würde ich die oben gezeigte Formulierung vorsichtig gesagt als unpassend bezeichnen.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo klesammler,

    das waren zwar nur einige € Lehrgeld, hätte nicht sein müssen, aber ich werd's überleben.

    Den Befund halte ich, vorsichtig gesagt, für irreführend, weiss jetzt aber für

    die Zukunft, was ich von der Prosa dieses Herren zu halten habe.