Bayern - Schweiz

  • Hallo Kevin,


    Toll, nach so langer Zeit wieder einmal etwas von Dir zu hören und zu sehen. Ich habe in letzter Zeit öfters an Dich gedacht und schon befürchtet, Du hättest, für Dein Alter nicht untypisch, unserem schönen Hobby den Rücken gekehrt. Zu meiner Freude sehe ich jetzt, dass dem nicht so ist. Und der Brief, den Du uns zeigst, macht auch Spaß!


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    Guten Abend ^^ ,


    mich freut es wirklich sehr, dass ich wieder genauso aufgenommen werde, wie ich es schon einmal wurde :), was zweifelsohne sehr für dieses tolle Forum spricht!
    Meine Interessen hatten sich in den letzten beiden Jahren etwas verlagert möchte ich sagen, aber nachdem ich die Alben aus den Regalen rausgeholt habe, hat mich das Fieber wieder gepackt :D und ich werde versuchen trotz bevorstehendem Studium mich weiterhin mit der Philatelie zu beschäftigen.

    Und was den tollen Festabend betrifft, den habe ich noch genau in Erinnerung und habe mich damals auch wirklich gefreut einige Forenmitglieder in "real life" einmal zu sehen. Ich hätte nichts dagegen würde sich ein solcher Abend nochmal wiederholen :rolleyes: .

    Liebe Grüße

    Kevin

  • Hallo bayernjäger,


    ein schöner Brief und ein Stempel so sauber abgeschlagen wie man es selten findet. Da lacht das Sammlerherz. Chapeau!!


    beste Grüße


    Dieter

  • Liebe Freunde,


    heute zeige ich ein Schmankerl, auf dessen Auftauchen ich lange warten musste. Aber das Warten hat sich gelohnt ...


    Eine Drucksache aus München vom 31.7.1859 war gerichtet an: "Herren S. Hoffmann & Blau in Bern". Leider ist dem Absender ein folgenschwerer Fehler unterlaufen, denn er frankierte sie (bis 1 Loth) nur mit einem Kreuzer. Das hätte für innerbayerische und Postvereinsdrucksachen gereicht, aber nicht für welche nach der Schweiz. Dafür wären 2 Kreuzer zu frankieren gewesen und wir wissen ja, dass Drucksachen nur dann in den Genuß der Portomoderation kamen, wenn sie voll frankiert waren. Andernfalls waren sie als gewöhnlicher Brief zu taxieren, wobei der Wert der verwendeten Freimarke in Abzug zu bringen war.


    Für Bayern bedeutete dies: München lag im 3. Rayon zur Schweiz, also 9 Kreuzer Porto für Bayern abzüglich des verklebten Kreuzers = 8 Kreuzer noch für Bayern und für die Schweiz war ja gar nichts frankiert worden, so dass hier nach der Entfernungstabelle ab dem Grenztaxpunkt Lindau - Konstanz bis Bern weitere 6 Kreuzer hinzu gekommen wären.


    Demnach wäre die Drucksache (mit dem Porto eines Briefes) mit 8 + 6 = 14 Kreuzern Nachporto in Bern zuzustellen gewesen. Aber so hat man nicht gerechnet.


    Bayern machte den Fehler und stellte der Schweizer Post keine 8 Kreuzer in Rechnung. Die Schweiz sah den bayerischen Anteil mit 1 Kreuzer frankiert als abgedeckt an und reduzierte den ihr fehlenden Kreuzer korrekt in 5 Rappen, die man in Bern letztlich nur zu zahlen brauche.


    Das ist die 4. unterfrankierte Drucksache in die Schweiz, die ich kenne und die zweite bisher mit Streifband. Siegelseitig hat sich niemand verewigt - vlt. war es auch das schlechte Gewissen? Wir werde es nie erfahren ...

  • Lieber Ralph,
    auch diese Ausführungen mit großem Interesse gelesen!
    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Lieber Peter,


    vielen Dank - freut mich sehr, dass ich gute Lektüre abgeliefert habe.


    Mein lieber Sammlerfreund aus der Nähe von Landshut hat in seiner äußerst umfangreichen Sammlung sogar 2 Drucksachen Bayerns, die ich hier zeigen darf und von denen jede äußerst begehrenswert ist - bitte den Ausstellungstext beachten.

  • Lieber Ralph,
    herzlichen Glückwunsch zu dieser Rosine! Und echt toll, dass du die Ausführungen zu deinem Beleg noch mit den 2 weiteren Belegen des Sammlerfreundes unterfüttern konntest.
    Super, danke dir dafür!!
    Grüße
    Andreas

  • Liebe Freunde,


    heute entzückt uns ein Brief vom 29.11.1857 aus dem lieblichen Oberstaufen an "Seiner Wohlgeboren Herrn Hartmann Friedrich von Sebastian Amman in Ermatingen bey Konstanz". Der Vertrag zwischen Bayern und der Schweiz sah die Möglichkeit des Grenzrayons vor, in dem Briefe nur 3 Kreuzer kosteten, wenn Aufgabe- und Abgabepost nicht weiter als 5 Meilen (37,5 km) voneinander entfernt lagen. 3 Kreuzer wurden zwar frankiert, aber bei einer Strecke von 71 km (also 9 Meilen) schied die Portomoderation als Grenzrayonsbrief leider aus.


    Alternativ konnte man im Postverein bis 10 Meilen, wie hier, mit 3 Kreuzern frankieren und der Absender schrieb vlt. in der Hoffnung "bey Konstanz", weil er dachte, dass das badische Konstanz noch in diesem Entfernungsraster läge - da hatte er zwar Recht, aber die Aufgabepost wußte, dass der Ort eben nicht badisch und damit vereinsländisch, sondern in der Schweiz im Kanton Appenzell lag und daher die 10 Meilen - Regelung nicht griff.


    Ab dem 1.7.1856 aber war das Abrechnungsverfahren zwischen den AD - Staaten und der Schweiz kundenfreundlicher geworden, da man ab diesem Tag die verklebte Frankatur auch bei unterfrankierten Briefen anerkannte und vom Gesamtporto in Abzug brachte. Zuvor waren Marken auf unterfrankierten Briefen in beiden Richtungen wertmäßig verfallen.


    Bayern akzeptierte also die 3 Kreuzer für sich bis Lindau/Romanshorn und notierte unter dem Bruchstrich, sinnbildlich für die Grenze, eine schwarze 3 für 3 fehlende Kreuzer. Die Schweiz, für ihren Pragmatismus auch heute noch bekannt, strich diese erst gar nicht ab bei der Reduktion in die heimische Währung, sondern notierte nur richtig "10" in roter Tinte für 10 Rappen, die ein Laie als alles lesen könnte, nur halt keine 10, aber so schrieb man halt in Romanshorn, als der Brief mit dem Dampfer von Lindau im Bodensee kommend die Poststücke anlandete.


    Es ging im Einzeltransit über Frauenfeld (30.11.) nach Ermatingen, wo er noch am selben Tag ankam und kostenpflichtig ausgeliefert wurde.


    Oft taucht bei dergleichen Briefen die Frage auf, warum man nicht über württembergisches und badische Gebiet leiten wollte - die Antwort ist die, dass Bayern (wie jede andere Postverwaltung auch) Auslandsbriefe schnell los werden wollte und schneller, als über den Bodensee, ging es nicht. Darüber hinaus kenne ich einige Beschwerden von Reisenden um diese Zeit, die die Reise um den nördlichen Bodensee (deutscher Teil) als sehr beschwerlich ansahen, die Reise um die Schweizerstrecke aber als bekömmlich einschätzten. Aber das wird im Denken von Postverwaltungen keine Priorität genossen haben ...

  • Lieber Ralph,


    ein interessanter Brief.
    Er lief jedoch von Friedrichshafen mit dem Schiff nach Romanshorn. Wäre er ab Lindau mit dem Schiff befördet worden, hätte er den Stempel von Rorschach.




    Liebe Grüße,
    Hermann

  • Lieber Hermann,


    hatte das Traktatenbuch von Zürich § 6 (ZH, Band 4, Seite 131ff vom 19.5.1842) im Kopf, als Bayern von Lindau aus Dampfschiffe direkt nach Romanshorn zugestanden wurden, ohne den Umweg über Rorschach nehmen zu müssen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    leider kein besonders schöner Brief, noch dazu ohne Inhalt und daher ohne Datum von Fürth, frankiert mit 9 Kreuzer nach Schaffhausen (Schweiz) mit geteilter Frankoabgeltung. Siegelseitig zuerst 6 Kreuzer vermerkt und wieder gestrichen, denn Schaffhausen lag im 1. Rayon, bei dem in Fürth nur 3 Kreuzer bar bezahlt wurden.



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    dein Brief stammt vom 9.12.1852 oder 1853. Nach der Optik der Marke zu urteilen halte ich 1852 für deutlich wahrscheinlicher ... Glückwunsch zu einer geteilten Frankoabgeltung.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Andreas,


    vielen Dank - 75% des vermutlichen Weltbestandes kann man nicht jede Woche zeigen ... :thumbsup:

    Jetzt sind es 100% hier im Forum


    In 2016 wurde versteigert: München 18.08.1863 nach Zürich.


    Was mich verblüfft, ist dass von den vier bekannten 1 Kr unterfrankierten Drucksachen hier im Forum ganze drei Stück vorschriftswidrig mit 5 Rappen nachtaxiert sind.

    Hat jemand eine Idee, wie man das erklären könnte.


    Herzliche Grüße


    Rudolfo


    Kann jemand den handschriftlichen Vermerk r.o. entziffern?

    pr. Wahlgabe ????

  • Guten Abend Rudolfo,


    rechts oben steht "Sr. Wohlgeboren" – vom Briefschreiber recht routiniert hingeworfen ...

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!