• Ganzsache ab Luxemburg nach Köln. Stempel Luxembourg-Ville vom 27.5.16. Daneben der violette Zensurstempel Auslandsstelle Trier freigegeben. Der Ankunftstempel der Firma
    am Kölner Neumarkt in Rot kann man noch teilweise erkennen - Datum wie mir scheint der 29. Tarif 10c für Deutschland (1.10.1907)


    Solche unscheinbaren Ganzsachen finden ihren Weg nicht ohne Grund in meine Sammlung. Man beachte auf der linken Seite den Namen Ernest Werling handschriftlich Frau hinzugefügt.
    Da wurde ich neugierig! Aufschluss gab der Text auf der Rückseite, auch wenn ich nicht alles 100 pro lesen kann:


    Bitte sie freundlichst mir eine Auswahl sehr leichter schwarze Stoffe für tiefe Trauer senden zu wollen, vorz. ganz feines Woll… auch billige schwarze ... für Dienstmädchen
    Kleider ....


    Hochachtung
    Frau We E. Werling Luxemburg


    ***


    Ernest Werling war ein Luxemburger Bankier. Er begab sich nach Köln in ärztliche Behandlung und ist dort am 22.4.1916 verstorben. Seine Witwe ordert einen Monat später in Köln Stoff für
    Trauerkleider. Da fragt man sich ob es damals in Luxemburg kein Angebot gab ??


    http://www.industrie.lu/WerlingLambertLuxembourg.html

  • Liebe Lulu,


    interessant - man trauerte als Banquier in besserem Schwarz für die tiefere Trauer, als für die Lakaien in weniger gutem Schwarz für die eher leichtere Trauer ...


    Für das Lesen des Textes ist der Scan zu klein ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... ich danke dir:


    Bitte Sie freundlichst mir eine Auswahl sehr leichter schwarzer Stoffe für tiefe Trauer senden zu wollen, vorz(ugsweise) ganz feines Wollm??? etc weiter auch billige schwarze gemusterte Ste?? für Dienstmädchen Kleider
    Hochachtend
    Frau W(ittw)e E. Werling
    Luxemburg

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Stoffmousseline


    Da muss ich dem Herren und Meister des geschriebenen Wortes doch wiedersprechen; es heißt Wollmousseline, Stoffmousseline wäre zu ungenau.
    Da es diese Stoffart mit allen möglichen Faserarten gibt, wie z. B. Wolle, Baumwolle, Viskose. Ganz hochwertige gibt es auch mit Seide.
    Aber die Dame wollte ja billig traurig aussehen, also Wolle. ;-)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Lieber Helmut,


    wirklich wunderschön, vor allem das Farbenspiel! :P:P


    Gratia war ein Frauenname in Luxemburg? Klingt für mich wenig damenhaft ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,
    hier eine Drucksache der Bing-Werke Nürnberg nach Differdingen (Differdange - Luxemburg) vom 30.08.1910, frankiert mit einer 3 Pf Mi.-Nr. 60-ya mit Firmenlochung "GBN".


    Die Angaben im Michel Postgebühren Handbuch sind diesbezüglich widersprüchlich:



    S. 60: Inland schließt vor dem 1.10.1919 ein: ....... Luxemburg und dadurch mit 3 Pf Inlandstarif korrekt frankiert.


    S. 85: Inlandsgebühren nach Luxemburg bis 30.4.1878 und somit um 2 Pf unterfrankiert.



    Was war der korrekte Tarif / Portozeitraum für Drucksachen vom Dt. Reich / Bayern nach Luxemburg ?
    Danke Klaus

  • da fehlt meiner Meinung ein Teil im Michel.


    für abgehende Post Luxemburg nach Deutschland galt UPU Tarif vom 1.5.1878 bis zum 31.12.1898. Auf deutscher Seite verhielt es sich bestimmt gleich.


    Quellen : Tarife der Briefpost in Luxemburg & Legilux

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo Lulu,
    vielen Dank für die Info.
    Ab 01.10.1919 galten laut Michel von Deutschland nach Luxemburg die Inlandsgebühren (und wahrscheinlich auch umgekehrt)


    Aber wie sah es dazwischen, also vom 01.01.1898 - 30.09.1919 aus (UPU oder Inland) ?
    Gruß Klaus

    Wer später bremst,
    ist länger schnell !

  • Aber wie sah es dazwischen, also vom 01.01.1898 - 30.09.1919 aus (UPU oder Inland) ?


    Guten Morgen,
    Würde sagen weder noch, sondern Wechselverkehr.
    Kann ich aber erst am WE Zuhause nachschauen, das war mit Luxemburg so eine ON OFF Beziehung.

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • Hallo,


    hier eine weitere Drucksache des bekannten Spielwarenherstellers Bing (Perfin "GBN")
    (siehe auch Beitrag #91) aus Nürnberg nach Differdingen Luxemburg zum Inlandstarif von 3 Pf
    vom 24.7.1914.


    Bin nach wie vor auf der Suche nach dem Tarifzeitraum für Drucksachen Bayern - Luxemburg.


    Danke Klaus

  • Hallo Klaus,
    leider kann ich keine Daten irgendwo finden.
    Sicher ist, die Einführung des erneuten Wechselverkehrstarifs mit Inlandsgebühren mit Luxemburg muss zwischen 1896 und 1906 liegen.
    Somit ist der Hinweis von Zockerpeppi zum Ende der UPU-Gebühren von Luxemburg nach Deutschland am 31.12.1898 sehr interessant.
    Beste Grüße Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von BaD ()

  • Aber wie sah es dazwischen, also vom 01.01.1898 - 30.09.1919 aus (UPU oder Inland) ?

    ich hatte vergessen auf deine Frage zu antworten. UPU Tarif galt bis zum 30.9.1902 . Ab da muss ich umrechnen . Wir hatten danach 2 Tarife


    1.10.1902 12 1/2
    1.8.1916 17 1/2


    ab dem 1.12.1920 dann 25c was dem UPU Tarif gleich kommt

    Phila-Gruß


    Lulu